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LGT Navigator: Bondmärkte halten Aktienbörsen fest im Griff

LGT Navigator: Der durch die verstärkten Inflationssorgen befeuerte Renditeanstieg an den Anleihenmärkten dominiert weiterhin die Stimmung an den Aktienbörsen.

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Zudem belasteten auch politische Spannungen zwischen China und den USA das Vertrauen der Anleger. Währenddessen können die Aktienmärkte weiterhin auf die Unterstützung der grossen Zentralbanken bauen, wobei aber einige Notenbanken bereits unter Zugzwang geraten sind und ihre Leitzinsen erhöht haben. Nach dem Zinsschritt der türkischen Zentralbank, sorgte die neuerliche Entlassung des Notenbankchefs vor allem am Devisenmarkt für Aufregung.

Der Dow Jones Industrial weitete am Freitag seine Vortagesverluste aus und ging mit einem Tagesverlust von -0.71% bei 32’627.97 Punkten ins Wochenende. Auf Wochensicht ergab sich damit ein Verlust von knapp einem halben Prozentpunkt. Der marktbreite S&P 500 schloss am Freitag fast unverändert gegenüber dem Vortag bei 3’913.10 Zählern (-0.06%), während sich die Indizes an der Technologiebörse von den jüngsten heftigen Verlusten etwas erholten. Der Nasdaq 100 legte um +0.61% auf 12’866.99 Punkte zu. In Europa hatte sich der EuroStoxx 50 am Freitag mit einem Minus von -0.79% bei 3’837.02 Zählern in das Wochenende verabschiedet. In Asien folgten die meisten Aktienindizes zu Wochenbeginn den negativen Vorlagen aus Übersee und auch für den Börsenstart in Europa deuten die Futures leichte Verluste an.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen gab zum Wochenstart wieder etwas nach auf 1.67%. Vor dem Wochenende hatte der Benchmark Niveaus von rund 1.72% erreicht, nachdem die US-Notenbank (Fed) angekündigt hatte, eine während der Coronakrise ergriffene Stützungsmassnahme überraschend auslaufen zu lassen. Dabei geht es um eine Ausnahme zur Eigenkapitalregel SLR. Die Regel schreibt vor, wieviel Eigenkapital die Banken für diverse Vermögenswerte in ihren Büchern vorhalten müssen, um mögliche Verluste auszugleichen. Am US-Bondmarkt gaben daraufhin die Kurse spürbar nach und die Renditen stiegen im Gegenzug an, aus Sorge, die Nachfrage nach Staatspapieren könnte jetzt zurückgehen.

Russlands Zentralbank erhöht Leitzins

Die russische Notenbank hat im Kampf gegen eine zunehmende Inflation ihren Schlüsselzins erstmals seit 2018 um 25 Basispunkte auf 4.5% angehoben. Die Bank of Russia ist damit nach der brasilianischen und türkischen Notenbank bereits die dritte Zentralbank, die ihre Leitzinsen in der letzten Woche gestrafft hat. Zudem stellt die russische Notenbank weitere Zinserhöhungen in Aussicht.

Türkische Zentralbank unter Kontrolle Präsident Erdogans

Zum zweiten Mal innerhalb nur weniger Monate hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den amtierenden Notenbankchef abgesetzt. Die Ankündigung erfolgte am Samstag überraschend und ohne Begründung, nachdem die Zentralbank Ende letzter Woche ihren Schlüsselzins angehoben hatte. Neuer Notenbankchef wird Sahap Kavcioglu, ehemaliger Abgeordneter von Erdogans Regierungspartei AKP und Wirtschaftskolumnist der regierungsnahen Zeitung «Yeni Safak». In der Folge brach die türkische Lira heute im asiatischen Handel um bis zu -17% gegenüber dem US-Dollar ein.

Deutsche Produzentenpreise heizen Teuerung an

Die Erzeugerpreise in Deutschland sind im Februar spürbar gestiegen. Auf Monatssicht erhöhten sich die Produzentenpreise um +0.7% und im Vergleich zur Vorjahresperiode um +1.9%. Verteuert haben sich insbesondere die Preise von Vorleistungsgütern, bei denen der stärkste Preisanstieg seit November 2017 beobachtet wurde. Die Erzeugerpreise schlagen früher oder später auf die Verbraucherpreise durch und liefern üblicherweise einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Inflation.

Weiterhin deflationäre Tendenzen in Japan

In Japan sind die Verbraucherpreise im Februar zum siebten Mal in Folge gesunken. Trotz der extrem lockeren Geldpolitik der Notenbank gingen die Preise um -0.4% gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Zumindest scheint sich aber die Dynamik etwas abzuschwächen, waren doch die Konsumentenpreise im Januar und Dezember noch kräftiger um -0.6%, respektive -1.0% gefallen. Japans Zentralbank kündigte Ende letzter Woche an, ihre ultra-expansive Politik künftig noch flexibler handhaben zu wollen, um damit mehr Spielraum bei der Unterstützung für die durch die Pandemie belastete Wirtschaft sowie bei der Bekämpfung deflationärer Tendenzen zu gewinnen.

In der Coronakrise bleibt das M&A-Geschäft relativ stabil

Während der Corona-Pandemie hat sich das Gesamtvolumen der Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zwar um -15% auf USD 2.8 Billionen verringert, jedoch habe sich das M&A-Geschäft als krisenresistenter und stabiler erwiesen als angenommen, schreibt die Unternehmensberatungsfirma Bain & Co. Auch im laufenden Jahr dürfte dieser Trend anhalten, insbesondere da die Coronakrise bestehende Trends wie Digitalisierung und Regionalisierung beschleunige. Im Vordergrund stehe hierbei vor allem auch der Finanzsektor, kommentierte Bain & Co.

Wirtschaftskalender 22. März

MEZ Land Indikator Letzte Periode
12:00 DE Bundesbank Monatsbericht  
13:30 USA Fed Chicago Nationaler Aktivitätsindex (Februar) +0.66
15:00 USA Verkäufe bestehehnder Häuser (Februar, M/M) +0.6%

 

Unternehmenskalender 22. März

Land Unternehmen Periode
DE Deutsche Post Vorstellung Nachhaltigkeitsplan  

 

Quelle: BondWorld.ch