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LGT Navigator: Brexit – schon wieder zwei Minuten vor zwölf

LGT Navigator: Die eigentlich bis gestern veranschlagten Verhandlungen zwischen London und Brüssel blieben ergebnislos, und es wird einmal mehr weiterverhandelt.

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Gleichzeitig geht in den USA das Tauziehen um weitere staatliche Konjunkturhilfen weiter, und die steigenden Corona-Infektionszahlen verdrängen aktuell weitestgehend die in die Impfstoffe gesetzten Hoffnungen. In der letzten vollen Handelswoche in diesem Jahr stehen nochmals die Zentralbanken im Fokus. Nachdem die EZB am vergangenen Donnerstag ihr Coronakrisen-Programm nochmals ausgeweitet hat, werden nun mit Spannung die Zinsentscheide der US-Notenbank sowie der SNB und der Bank of England erwartet.

Die Gespräche über die Ausgestaltung der Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Grossbritannien nach dem Austritt des Königreichs werden nach der gestern abgelaufenen Frist fortgesetzt. Darauf haben sich EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und der britische Premierminister Boris Johnson am Sonntag telefonisch geeinigt. Umstritten bleiben bis zuletzt vor allem die faire Ausgestaltung der Wettbewerbsbedingungen und der Zugang europäischer Fischer zu britischen Gewässern. Bis zum 31. Dezember gilt noch die Übergangsfrist. Sollte bis dahin kein Handelspakt gelingen, drohen hohe Zölle und schwere Handelshemmnisse. Die Zeit ist also äusserst knapp, da ein Abkommen auch noch von beiden Parlamenten ratifiziert werden müsste.

Vorsichtiger Optimismus prägt fragile Börsenstimmung – Fed-Entscheid im Blick

An der Wall Street zeigten sich die Anleger zum Ende der vergangenen Handelswoche vorsichtig und die Börsenindizes gingen fast unverändert ins Wochenende. Der Dow-Jones-Index schloss +0.2% fester bei 30047 Punkten, während der S&P-500 um -0.1% nachgab. Der Nasdaq-Composite verlor -0.2%. Positive Impulse lieferten die Zulassung des Impfstoffs von Pfizer/BioNTech in den USA sowie eine optimistischere Konsumentenstimmung, negativ bleibt aber die aktuell äusserst angespannte Pandemielage. Während das seit langem antizipierte Konjunkturprogramm aus Washington nach wie vor umstritten ist, wird nun mit Spannung die am Mittwoch anstehende letzte Zinssitzung der Fed in diesem Jahr erwartet.

In Asien haben die Fortschritte bei der Impfstoff-Zulassung die Risikofreude der Anleger gestärkt und die meisten Indizes sind mit leichten Gewinnen in die neue Woche gestartet. In Tokio notiert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index rund +0.6% höher, nachdem die neuste Tankan-Umfrage der Bank of Japan (BOJ) ergab, dass sich die Stimmung unter den Unternehmen Japans im Quartal per Ende Dezember verbessert hatte.

Amerikanische Konsumenten trotz anhaltender Krisenlage optimistischer

Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Dezember überraschend aufgehellt. Das Konsumentenvertrauensbarometer stieg von 76.9 auf 81.4 Punkte, wie die Universität Michigan am Freitag mitteilte. Analysten hatten hingegen einen Rückgang auf 76.5 prognostiziert. Die befragten Privathaushalte schätzten dabei sowohl ihre aktuelle Situation, als auch ihre Aussichten besser ein als noch vor einem Monat.

Rückschläge und Fortschritte bei Corona-Impfstoffen

Der Impfstoffkandidat der Pharmakonzerne GlaxoSmithKline und Sanofi musste einen herben Rückschlag hinnehmen. Aufgrund unbefriedigender Testergebnisse, resp. einer unzureichende Immunreaktion bei älteren Erwachsenen, soll sich die Entwicklung des Covid-19-Impfstoffes bis Ende 2021 hinziehen. Währenddessen dürfte der Covid-19-Impfstoff von Pfizer und BioNTech in den nächsten Tagen in den USA die Notfallzulassung erhalten. Dies nachdem Ende letzter Woche der unabhängige Beratungsausschuss für Impfstoffe der US-Arzneimittelbehörde FDA mit überwältigender Mehrheit eine Genehmigung befürwortete. Damit wäre der Kandidat der erste in den USA verfügbare Covid-19-Impfstoff. CEO Albert Bourla meinte, dass Pfizer bei einer Genehmigung bereit sei, den Impfstoff in den USA schnellstmöglich zur Verfügung zu stellen.

Inflationsrate in Deutschland auf tiefstem Stand seit fast sechs Jahren

In Deutschland haben die temporär gesenkte Mehrwertsteuer und fallende Energiekosten die Teuerungsrate auf den niedrigsten Stand seit Januar 2015 gedrückt. Auf Jahressicht gingen die Verbraucherpreise im November um -0.3% zum Vorjahresmonat zurück, womit sich der Preisrückgang leicht verstärkt hat. Im Oktober lag die Inflationsrate bei -0.2%.

Wirtschaftskalender 14. Dezember

MEZLandIndikatorLetzte Periode
11:00EZIndustrieproduktion (Oktober, J/J)-6.8%

 

Unternehmenskalender 18. Dezember 2020

LandUnternehmenPeriode
USANikeQ2

 

Quelle: BondWorld.ch