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LGT Navigator: Chinas Konjunktur kühlt sich ab

LGT Navigator: Die chinesische Industrieaktivität sinkt im Juli auf den niedrigsten Stand seit April 2020.

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Die amerikanischen Konsumenten sind zu Beginn des Sommers in Kauflaune und die europäische Wirtschaft findet im zweiten Quartal aus der Rezession.

Nach den jüngsten Rekordnotierungen kam es an den amerikanischen Aktienmärkten zum Schluss der Handelswoche zu Gewinnmitnahmen und die Börsen schlossen am Freitag mit Verlusten. Der S&P 500 verlor -0.5% auf 4395.26 Punkte und der Dow Jones Industrial gab -0.4% auf 34’935.47 Zähler nach. Der Nasdaq 100 schloss -0.6% tiefer auf 14’959.90 Punkten. Die Index-Futures signalisieren für den ersten Handelstag im August erneut einen freundlichen Start.

An den asiatischen Aktienmärkten geht es nach der Achterbahnfahrt von vergangener Woche am Montag kräftig aufwärts. In Tokio gewinnt der Nikkei +1.9% und der Hang Seng in Hongkong avanciert +0.9%. Der Shanghai Composite notiert +1.5% fester. Dies, obschon sich die Industrieaktivität in China im Juli stärker als erwartet abgeschwächt hat. So fiel der Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe von 51.3 Punkten im Juni auf 50.3 Punkte. Damit signalisiert der PMI zwar weiterhin eine Expansion der Industrieaktivität, doch er notiert auf den niedrigsten Stand seit April 2020. Analysten hatten lediglich einen Rückgang auf 51.1 Zähler erwartet. Chinas Wirtschaft hat sich weitgehend von der Corona-Pandemie erholt. In den vergangenen Monaten hat aber die Knappheit an Rohstoffen zu Unterbrechungen in den Lieferketten geführt und die Preise in die Höhe getrieben.

US-Konsumausgaben steigen

Die Amerikaner haben im Juni wieder mehr Geld ausgegeben. So stiegen die privaten Konsumausgaben im Monatsvergleich um +1%, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten mit einem Plus von +0.7% gerechnet. Im Mai war noch ein geringfügiger Rückgang von -0.1% resultiert. Die Einkommen der Haushalte stiegen mit +0.1% allerdings kaum. Das Konsumverhalten, das die US-Wirtschaftsleistung massgeblich beeinflusst, könnte sich aber schnell wieder ändern. So könnte die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus in den kommenden Monaten erneut für Zurückhaltung sorgen. Zudem bleibt die Teuerung hoch, wie aktuelle Daten zeigen: Die Konsumentenpreise sind im Juni im Vorjahrsvergleich um +4% gestiegen. Unter Ausklammerung der Energie- und Nahrungsmittelpreise betrug der Preisauftrieb +3.5%. Die jährliche Inflationsrate ist die bevorzugte Messgrösse der US-Notenbank zur Steuerung der Preisstabilität. Sie peilt einen Zielwert von durchschnittlich 2% über den Wirtschaftszyklus an – obschon die Teuerung derzeit also über 2% liegt, verschafft ihr der längere Beobachtungszeitraum Spielraum und sie muss den geldpolitischen Kurs nicht anpassen. So hat die US-Notenbank in den vergangenen Monaten denn auch regelmässig betont, dass sie den Preisanstieg für vorübergehend hält.

Europäische Wirtschaft findet aus der Rezession

Die europäische Wirtschaft hat im Frühling an Schwung gewonnen und den Weg aus der Rezession gefunden. Das Bruttoinlandprodukt sei im April bis Juni verglichen zum Vorquartal um +2% gewachsen, teilte das Statistikamt Eurostat am Freitag nach einer ersten Schätzung mit. Analysten hatten lediglich ein Wachstum von +1,5% erwartet. Im Schlussquartal 2020 und im ersten Quartal 2021 war die europäische Wirtschaftsleistung jeweils geschrumpft, Ökonomen sprechen in einem solchen Fall von einer technischen Rezession. Die vier grössten Volkswirtschaften der Eurozone sind im zweiten Quartal alle gewachsen. So legte die spanische Wirtschaft im Quartalsvergleich um + 2.8% zu, dahinter folgte Italiens Wirtschaft mit + 2.7%. Deutlich schwächer fiel das BIP-Wachstum in Deutschland (+1.5%) und in Frankreich (+0.9%) aus.

Günstige Aussichten für Schweizer Konjunktur

Die Aussichten für die Schweizer Konjunktur bleiben freundlich. Zwar ist das Kof-Konjunkturbarometer der ETH Zürich im Juli das zweite Mal in Folge gesunken, doch notiert es weiterhin deutlich über dem langjährigen Durchschnitt und signalisiert damit eine gute Wirtschaftsentwicklung in den kommenden Monaten. So notiert der Frühindikator aktuell auf 129.8 Punkten, das ist -3.5 niedriger als im Vormonat. Im Mai hatte er mit 143.6 Punkten einen Rekordwert erreicht. «Die Wirtschaft ist weiterhin auf einem starken Expansionskurs, auch wenn das hohe Tempo der vergangenen Monate wohl nicht durchgehalten werden kann», kommentierte die Kof. Während sich die Perspektiven für das Gastgewerbe und den Dienstleistungssektor im Juli verbessert hätten, hätten sich die Aussichten für die Industrie eingetrübt.

Wirtschaftskalender 2. August

MEZ Land Indikator Letzte Periode
03:45 China HSBC Einkaufsmanageindex (Juli) 51.3
08:30 CH Einzelhandelsumsatz (J/J, Juni) +2.8%
08:30 CH Verbraucherpreise (M/M, Juli) +0.1%
10:00 EZ Einkaufsmanageindex (Juli) 63.4
16:00 USA ISM Einkaufsmanagerindex Industrie (Juli) 60.6

 

Unternehmenskalender 2. August

Land Unternehmen Periode
FR Axa Q2
UK HSBC Q2

 

Quelle: BondWorld.ch