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LGT Navigator: Chinas Wirtschaft glänzt im Coronajahr 2020

LGT Navigator: Chinas Wirtschaft wies für 2020 ein leicht stärker als erwartetes Wirtschaftswachstum aus und ist damit die einzige grosse Volkswirtschaft, die im Coronajahr nicht geschrumpft ist.

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Währenddessen zeigten die neusten Konjunkturdaten aus den USA ein durchzogenes Bild. So vermochten denn auch der Start in die US-Unternehmensberichtssaison mit soliden Quartalsergebnissen der Grossbanken keine echten Impulse zu setzen. Zudem scheinen Investoren aufgrund des heutigen Feiertages in den USA zu Ehren von Martin Luther King Jr. ihre Schäfchen ins Trockene gebracht zu haben. In dieser Woche dürften weitere Bilanzen amerikanischer Blue-Chips sowie die Inauguration des neuen US-Präsidenten Joe Biden in Washington im Zentrum des Marktgeschehens stehen.

An der New Yorker Börse haben zum Ende der letzten Woche angesichts überwiegend enttäuschender Konjunkturdaten sowie eines feiertagsbedingt verlängerten Wochenendes einmal mehr Gewinnmitnahmen das Geschehen dominiert. Der mit Spannung antizipierte Start in die Unternehmensberichtssaison lieferte den Anlegern keine echten Impulse. Im Zentrum steht nun vor allem die Vereidigung Bidens am Mittwoch, die wegen der höchsten Sicherheitsvorkehrungen möglicherweise nicht die grosse Aufbruchsstimmung nach der Ära Trump wird signalisieren können. Der Dow Jones Industrial schloss -0.57% tiefer bei 30 814.26 Punkten und verbuchte damit ein Wochenminus von -0.91%. Der marktbreite S&P 500 ging -0.72% tiefer bei 3768.25 Zählern aus dem Tageshandel.

Auch an Asiens Börsen zeigten sich Investoren zu Wochenbeginn zurückhaltend mit Ausnahme von den chinesischen Indizes, die von den stärker als antizipierten Wachstumsdaten aus China profitierten. Für die europäischen Aktienmärkte signalisieren die Futures einen leicht schwächeren Wochenauftakt. Heute werden sich die Finanzminister der Eurozone (ab 15 Uhr MEZ) treffen, um die Umsetzung des europäischen Milliardenplans zum Wiederaufbau nach der Coronakrise voranzutreiben.

China ist die einzige grosse Volkswirtschaft, die 2020 nicht geschrumpft ist

Die chinesische Wirtschaft profitierte von der relativ schnellen Bewältigung der Corona-Pandemie und verzeichnete im Jahr 2020 ein deutlicher als erwartetes Wachstum. Die zweitgrösste Volkswirtschaft wies für das abgelaufene Jahr eine BIP-Wachstumsrate von +2.3% aus. Nach einem Plus von +4.9% im dritten Quartal legte das BIP im Schlussquartal 2020 sogar um +6.5% gegenüber der Vorjahresperiode zu. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet damit, dass China 2021 den Aufschwung fortsetzen und um +7.9% wachsen wird. Peking will zudem dafür sorgen, dass das Wachstum verstärkt durch die heimische Nachfrage und eigene Innovation getrieben werden, um China unabhängiger von den USA und dem Rest der Welt zu machen.

US-Grossbanken liefern soliden Startschuss in die Firmenbilanzsaison

Die Wall Street-Banken haben am Freitag mit soliden Quartalsergebnissen die quartalsweise Berichtssaison in den USA eröffnet, konnten jedoch an der Wall Street zunächst keine frischen Impulse liefern. JPMorgan Chase profitierte im Q4 von einem boomenden Wertpapierhandel und gesunkene Kreditrisiken in der Coronakrise. Die grösste US-Bank steigerte den Gewinn gegenüber dem Vorjahr um +42% auf USD 12.1 Mrd. oder USD 3.79 je Aktie und übertraf damit die Markterwartungen. Auch Citigroup hat das turbulente Jahr 2020 mit einem soliden Schlussquartal beendet. Der Gewinn fiel zwar auf Jahressicht um -7% auf USD 4.6 Mrd., jedoch lag der Gewinn je Aktie mit USD 2.08 deutlich über den von Analysten antizipierten USD 1.34.

Durchzogene Konjunkturdaten verdeutlichen fragile Wirtschaftslage in den USA

Die Umsätze der amerikanischen Einzelhandelsbranche sind im Dezember erneut zurückgegangen. Gegenüber dem Vormonat gaben die Retail Sales um -0.7% nach, wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einer Stagnation gerechnet. Bereits im November waren die Umsätze kräftig um -1.4% eingebrochen. Die anhaltende Coronakrise und die entsprechenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens belasten die Branche schwer.

Gleichzeitig hat sich auch die Konsumentenstimmung in der USA zum Jahresbeginn eingetrübt. Wie die Universität von Michigan berichtete, fiel das Verbrauchervertrauensbarometer im Januar gegenüber dem Vormonat um 1.5 auf 79.2 Punkte. Analysten waren von einem moderateren Rückgang auf 80.0 Punkte ausgegangen. Verschlechtert haben sich dabei sowohl die Erwartungen der Verbraucher als auch die Einschätzung der aktuellen Lage. Hintergrund sei die angespannte Corona-Situation sowie der politische Streit in Washington. Gestützt werde die Stimmung hingegen durch die gestarteten Corona-Impfungen und die Erwartung weiterer Finanzpakete unter der neuen Administration Biden sowie eine anhaltend expansive Geldpolitik der US-Notenbank (Fed).

Dem monatlich von der New Yorker Fed publizierten Empire-State-Index zufolge hat sich die Stimmung in der regionalen Industrie rund um den «Big Apple» zum Jahresstart eingetrübt. Der Indikator fiel im Januar auf +3.5 Punkte von +4.9 im Dezember zurück und enttäuschte damit die Erwartungen der Ökonomen, die im Schnitt von einer Verbesserung auf +6.0 Punkte ausgegangen waren. Ein Wert von über Null signalisiert aber weiterhin ein Wachstum im regionalen Industriesektor. Mittlerweile liegt der Empire State-Index bereits den siebten Monat in Folge im positiven Bereich, nachdem der Indikator im April vor dem Hintergrund der Coronakrise bis auf ein Rekordtief von -78.2 Punkten eingebrochen war.

Auf nationaler Ebene verzeichnete die Industrie in den USA im Dezember eine überraschend starke Steigerung der Produktion. So legte die Industrieproduktion auf Monatssicht um +1.6% zu, verglichen mit einer Konsensprognose von lediglich +0.5%. Im Jahresvergleich wurde im Dezember aber -3.6% weniger produziert.

Italiens Regierungskrise zu Unzeiten

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte muss sich heute einer Vertrauensabstimmung im Parlament stellen und damit eine erste wichtige Hürde überwinden. Contes Mitte-Links-Bündnis war letzte Woche mit dem Austritt der «Italia Viva»-Partei von Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi auseinandergebrochen. Vordergründig geht es dabei um die Verwendung der milliardenschweren EU-Hilfsgelder für den Wiederaufbau nach der Coronakrise. Verliert Conte die heutige Vertrauensabstimmung, schein ein Rücktritt wahrscheinlicher.

Wirtschaftskalender 18. Januar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
00:00 USA Feiertag – Martin Luther King Jr. Day  
10:00 IT Verbraucherpreise (Dezember, J/J)  -0.3%

 

Unternehmenskalender 19. Januar

Land Unternehmen Periode
USA Bank of America Q4
USA Goldman Sachs Q4
USA Netflix Q4

 

Quelle: BondWorld.ch