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LGT Navigator: Chinas Zentralbank greift ein, aber schwache Daten aus Japan belasten

LGT Navigator: Die Aktienmärkte in Europa und den USA wiesen Ende der letzten Woche keine einheitliche Tendenz auf und die Virus-Krise sorgt weiterhin für eine vorsichtige Grundstimmung an den Kapitalmärkten……….

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Gemischt ausgefallene US-Konjunkturdaten vermochten am Freitag keine Akzente zu setzen. Während Chinas Börsen dank erneuter Schützenhilfe der Zentralbank positiv in die neue Woche gestartet sind, verbuchte das Aktienbarometer in Tokio angesichts schwacher Wirtschaftswachstumsdaten Verluste.

Japan Wirtschaft

Neben der Ungewissheit darüber, wie schnell die Epidemie eingedämmt werden kann, belastet die Märkte vor allem auch der schwer abschätzbare volkswirtschaftliche Schaden für China und angesichts der eng verknüpften globalen Lieferketten auch für die Weltwirtschaft und international ausgerichtete Unternehmen. Verschiedene Ökonomen gehen in der Zwischenzeit davon aus, dass das Wachstum Chinas im ersten Quartal auf +4.5% (auf Jahressicht) einbrechen könnte. Im Schlussquartal 2019 dürfte das BIP-Wachstum noch +6% betragen haben. Am Freitag warnte die Internationale Luftverkehrsvereinigung (ICAO), dass aufgrund des Coronavirus-Ausbruchs in China die Fluggesellschaften mit Umsatzeinbussen von bis zu USD 5 Mrd. rechnen müssen, nachdem rund 70 Airlines alle Flüge von und nach China eingestellt hatten und 50 weitere Fluggesellschaften ihren Flugverkehr von und nach China reduzierten.

Die chinesische Zentralbank versucht unterdessen mit einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik die heimische Wirtschaft zu stützen. So senkte die People’s Bank of China ihren Zinssatz für mittelfristige Darlehen an Finanzinstitutionen (MLP) heute von 3.25% auf 3.15%. Dies sorgte an den chinesischen Aktienmärkten für eine vorläufige Entlastung und einen positiven Wochenstart.

Japans Wirtschaft bricht im Schlussquartal 2019 ein

Vor dem Hintergrund der negativen Auswirkungen des Handelskonflikts und insbesondere eines schwächeren Privatkonsums aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung schrumpfte das japanische Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal des letzten Jahres um -1.6% zum Vorquartal (annualisiert -6.3%, Konsens -3.8%) – der stärkste Einbruch seit 2014. Schwach waren auch die Investitionen der Unternehmen. Damit war der Einbruch in der weltweit drittgrössten Volkswirtschaft noch deutlich stärker als von Ökonomen mit -1.0% befürchtet. Im Q3 war Japans BIP noch um immerhin +0.5% gewachsen. Die unsicheren Auswirkungen des Coronavirus dürften vor allem auch die global ausgerichtete japanische Wirtschaft im Q1 hart treffen.

Solider US-Konsum versus schwache US-Industrie

In den USA zeigen sich die Konsumenten weiterhin als tragende Säule der Wirtschaft. So startete der amerikanische Detailhandel mit einem recht soliden Umsatzplus von 0.3% zum Vormonat in das neue Jahr. Äusserst solide bleibt das Vertrauen der amerikanischen Verbraucher. So kletterte das Konsumentenstimmungsbarometer der Universität Michigan von 99.8 Punkten im Januar auf 100.9 Zähler im Februar. Einen schwachen Jahresstart erwischte die US-Industrie. So sank die Produktion im Januar kräftiger als von Ökonomen erwartet um -0.3% gegenüber dem Vormonat. Zudem war auch der Rückgang im Vormonat mit revidierten -0.4% stärker als in einer ersten Berechnung mit -0.3% ausgewiesen. Belastet wurde die Produktion auch durch den Produktionsstopp bei Boeing. Die Industrie macht in den USA rund 11% des Bruttoinlandsproduktes aus.

Neue Vorwürfe der USA gegen Huawei

Die US-Regierung beschuldigt den chinesischen Handy-Hersteller und Netzwerkausrüster Huawei in einer neuen Klage, erneut Geschäftsgeheimnisse gestohlen zu haben. Zudem soll Huawei im Iran Überwachungstechnologie installiert haben und bei der Überwachung regierungskritischer Demonstranten geholfen haben. Damit habe der chinesische Konzern gegen US-Sanktionen verstossen. In dem bereits länger andauernden Streit treiben die USA einerseits den Rechtsstreit voran, erlaubten US-Firmen aber mit einer Ausnahmeregel bis zum 1. April. weiterhin Geschäftskontakte zu Huawei zu unterhalten. Die neuen Vorwürfe könnte das Verhältnis der beiden Grossmächte inmitten des nach wie vor nicht beendeten Handelsstreit neuerlich belasten.

Wirtschaftskalender 18. Februar
MEZLandIndikatorLetzte Periode
10:30GBArbeitslosenrate (ILO)3.8%
11:00DEZEW-Erwartungsindex+26.7
11:00EZZEW-Erwartungsindex+25.6
14:30USANY Fed Empire State-Index+4.8
16:00USANAHB-Wohungsmarktindex75.0
Unternehmenskalender 17. Februar
LandUnternehmenPeriode
DEDeutsche BörseJ19

 

Quelle: BondWorld.ch