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LGT Navigator: Corona-Krise schlägt auf US-Arbeitsmarkt durch – Börse bleibt aber unbeeindruckt

LGT Navigator: Neuste Arbeitsmarktdaten aus den USA zeigten einen dramatischen Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung………..

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Mehr als drei Millionen Amerikaner haben letzte Woche Hilfe beantragt – eine absolute Rekordzahl. US-Notenbankchef Powell betonte erneut, dass die Fed offensiv gegen die Krise vorgehen werde und versicherte, dass die Zentralbank nach wie vor über Spielraum verfüge. Investoren scheinen zurzeit den geldpolitischen- und fiskalpolitischen Massnahmen von historischem Ausmass Vertrauen zu schenken und so setzten die Aktienindizes an der Wall Street zu einer neuerlichen Erholung an.

Corona-Krise schlägt auf US-Arbeitsmarkt durch

Die gestern veröffentlichten Daten zum US-Arbeitsmarkt zeigen deutlich wie das Coronavirus bereits jetzt auf die Unternehmen und den Arbeitsmarkt durchschlägt – und die USA scheinen erst am Anfang der Pandemie zu stehen. Ein erstes Indiz hierfür lieferten die wöchentlich gemeldeten Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts gelten. In der Woche zum 21. März stiegen diese Anträge auf rund 3.3 Mio. und erreichten damit einen historischen Rekordwert. Als Vergleich: In der Woche zuvor waren die Erstanträge noch in einem «normalen» Rahmen um 70 000 auf 281 000 gestiegen. Anders als beispielsweise in Deutschland oder der Schweiz gibt es in den USA nicht die Möglichkeit, Kurzarbeit anzumelden und damit Entlassungswellen aufgrund einer Krise zu verhindern. Andererseits werden in den USA aber nach einer Krise auch wieder schneller Arbeitskräfte eingestellt. Mit Spannung wird nun nächsten Freitag, am 3. April, die monatliche Arbeitsmarktstatistik für März erwartet.

Fed weiterhin in Alarmbereitschaft

Jerome Powell, Präsident der amerikanischen Zentralbank (Fed), unterstrich, dass die Fed weiterhin bereitsteht, um mit allen Mitteln die Auswirkungen der Corona-Krise auf die weltgrösste Volkswirtschaft abzufedern. Die Zentralbank werde wie bisher offensiv vorgehen und habe durchaus noch Spielraum für weitere Massnahmen. Angesichts der Stilllegung grosser Teile der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens sei eine Rezession in den USA sehr wahrscheinlich, jedoch rechnet Powell aus heutiger Sicht mit einer Konjunkturerholung in der zweiten Jahreshälfte.

An den Aktienmärkten scheint die Wahrscheinlichkeit einer weltweiten Rezession aufgrund der teilweisen Stilllegung ganzer Wirtschaften zumindest zu einem guten Teil bereits eingepreist zu sein. So legten die Indizes an der New Yorker Börse gestern um gut +6% zu. In der Folge drehten auch die europäischen Aktienmärkte, welche zuvor noch tief im roten Bereich notierten und schlossen teilweise mit moderaten Tagesgewinnen. Auch in Asien legten die Indizes zu. In Tokio gewann der 225 Werte umfassende Nikkei-Index zum Wochenschluss knapp +4%.

Weltgemeinschaft vereint im Kampf gegen Corona-Krise

Anlässlich des G20-Gipfels in Riad, Saudi-Arabien, der als Videokonferenz durchgeführt wurde, verpflichteten sich die Staats- und Regierungschefs «der gemeinsamen Bedrohung durch die Corona-Pandemie geeint entgegenzutreten und die Weltwirtschaft zu stabilisieren und auch ärmeren Staaten im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus zu helfen». Der Abschlusserklärung der G20 schlossen sich auch der Internationale Währungsfonds (IWF), die Weltbank, die Europäische Union (EU) sowie die UNO und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) an. Insgesamt sollen für Massnahmen im Kampf gegen die Pandemie USD 5 Billionen zur Verfügung gestellt werden. Gemeinsam soll beispielsweise die Entwicklung von Medikamenten gegen das Coronavirus vorangetrieben werden.

Bank of England offen für weitere Notmassnahmen

Grossbritanniens Zentralbank beliess ihren Leitzins wie nach der jüngsten Ad-Hoc-Zinslockerung erwartet unverändert auf dem Rekordtief von +0.1%. Gleichzeitig stellte der gerade erst ins Amt getretene Notenbankchef Andrew Bailey eine weitere Ausweitung der Wertpapierkäufe zur Stützung der Wirtschaft in Aussicht. Die BoE hatte ihre Anleihenkäufe bereits um GBP 200 Mrd. auf GBP 645 Mrd. aufgestockt. In ihrer Konjunktureinschätzung warnt die Zentralbank vor langfristigen Schäden für die britische Wirtschaft und geht davon aus, dass die Inflationsrate in der Folge der Corona-Krise und des Ölpreisverfalls unter ein Prozent sinken wird (aktuell +1.7%).

Deutsche Konsumenten so pessimistisch wie seit der Finanzkrise nicht mehr

Die Verbraucherstimmung in Deutschland ist gemäss den neusten Umfrageergebnissen des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK auf das tiefste Niveau seit Mai 2009 gefallen. Das für April berechnete Konsumentenstimmungsbarometer fiel um -5.6 auf +2.7 Punkte. Der Index der Konjunkturerwartungen brachen gar um -20.4 Punkte auf -19.2 Zähler ein, womit der niedrigste Stand seit August 2012 gemessen wurde. Laut GfK sehen die befragten Privathaushalte wirtschaftlich sehr schwierige Zeiten auf Deutschland zukommen.

Frankreichs Unternehmen sehen schwarz

Neusten Umfrageergebnissen unter Unternehmen zufolge, ist wie in Deutschland auch in Frankreich das Geschäftsklima im März drastisch eingebrochen. Der vom Statistikamt Insee ermittelte Index fiel um -10 Punkte auf +95 Zähler zurück und verbuchte damit den kräftigsten Einbruch seit 1980. Finanzminister Bruno Le Maire sieht gar die Möglichkeit, dass die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Wirtschaft schlimmer ausfallen könnten als während der Weltwirtschaftskrise 1929.

Wirtschaftskalender 27. März
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:45FRKonsumentenstimmung104.0
10:00ITGeschäftsklima100.6
10:00ITKonsumentenstimmung111.4
13:30USKonsumausgaben (M/M)+0.2%
13:30USPCE-Kern-Inflationsindex (J/J)+1.6%
15:00USUni Michigan Konsumentenstimmung95.9
Unternehmenskalender 14. April
LandUnternehmenPeriode
USJPMorgan ChaseQ1
USJohnson & JohnsonQ1

 

Quelle: BondWorld.ch