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LGT Navigator: Das Coronavirus bringt die Volatilität zurück

LGT Navigator: Angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Europa sowie anderen, bisher noch nicht betroffenen Regionen wie Südamerika, bleibt die Börsenstimmung äusserst fragil und volatil……

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Europas Aktienindizes erlebten gestern eine regelrechte Berg- und Talfahrt. So brach das deutsche Aktienbarometer Dax in den Morgenstunden um nochmals bis zu -3.3% ein, erholte sich dann aber im Laufe des Tages, zusammen mit den anderen europäischen Indizes, und schloss im grünen Bereich. Auch an der Wall Street setzten die Indizes nach dem heftigen Kursrutsch zu Beginn der Woche zu einer Erholung an, büssten dann aber die Gewinne wieder ein. In Asien setzt sich mehrheitlich die risikoaverse Haltung fort.

Das Coronavirus bringt die Volatilität zurück

An den Aktienmärkten steht vor allem die Furcht vor einem weltweiten Konjunktureinbruch durch die nun potenzielle Pandemie im Vordergrund. Dies sorgt an den Kapitalmärkten wieder für eine deutlich höhere Volatilität. So standen gestern insbesondere die durch die Gegenmassnahmen stark beeinträchtigten Fluggesellschaften auf der Verkaufsliste und auch die konjunkturabhängigen Segmente wie Luxusgüterhersteller, Autokonzerne, Chipwerte oder Banken kamen zunächst unter die Räder. Unterdessen warnen viele Unternehmen vor den schwer abschätzbaren Auswirkungen der Virus-Epidemie, respektive der in der Folge ergriffenen Massnahmen, wie Werkschliessungen, Unterbruch der Lieferketten und Beeinträchtigung des Konsums.

Gemäss der Weltgesundheitsorganisation WHO gab es nun erstmals mehr neue Coronavirus-Fälle ausserhalb Chinas als im Ursprungsland selbst. Angesichts der hohen Unsicherheit und der schlechten Visibilität für global ausgerichtete Unternehmen muss heute an den europäischen Börsen erneut mit einem schwachen Start gerechnet werden. Währenddessen bleiben als sicher geltende Anlagen wie US-Staatsanleihen, Schweizer Franken, der japanische Yen oder Gold gesucht.

Hoffen auf die Zentralbanken

Hilfe erhoffen sich die Kapitalmärkte einmal mehr von den Zentralbanken. Mit weiteren geldpolitischen Lockerungen könnten die Notenbanken, allen voran die US-Zentralbank (Fed), versuchen, eine durch die Virus-Krise verursachte weltweite Rezession zu verhindern. In zwei Wochen wird die Europäische Zentralbank (EZB) über eine etwaige weitere Ausweitung ihrer Negativzinspolitik beraten. Am 18. und 19. März folgen dann die Fed sowie die SNB und Bank of Japan.

Microsoft spricht wegen Coronavirus Umsatzwarnung für Windowssparte aus

Wegen den stark gestiegenen Unsicherheiten aufgrund der Coronavirus-Krise rechnet der amerikanische Softwarekonzern Microsoft in einer Umsatzwarnung für seine Windows-Sparte mit einem geringeren als bisher antizipierten Umsatz. Die eigene Umsatzprognose für die Sparte im dritten Quartal sei nicht mehr zu erreichen. Bisher hatte Microsoft einen Spartenumsatz von USD 10.75-11.15 Mrd. in Aussicht gestellt. Eine neue Schätzung für die Sparte nannte der Technologiekonzern zunächst nicht. Hintergrund sind insbesondere die durch die Coronavirus-Epidemie beeinträchtigten Lieferketten.

EZB-Chefin Lagarde begrüsst mögliche Aussetzung der Schuldenbremse in Deutschland

Medienberichten zufolge könnte Deutschland erwägen, die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse vorübergehend auszusetzen. In der Folge äusserte sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde diesbezüglich positiv. Fiskalmassnahmen, die dazu dienten, die Wirtschaft zu unterstützen, seien sehr willkommen, vor allem unter den gegenwärtigen Umständen.

Wirtschaftskalender 27. Februar
MEZLandIndikatorLetzte Periode
09:00SPVerbraucherpreise (J/J)+1.1%
10:00ITWirtschaftsstimmung99.2
10:00ITGeschäftsklima99.9
10:00ITKonsumentenvertrauen111.8
11:00EZWirtschaftsstimmung102.8
11:00EZGeschäftsklima-0.23
14:30USBIP Q4 (annualisiert Q/Q)+2.1%
14:30USPrivatkonsum Q4 (Q/Q)+1.8%
14:30USAuftragseingang dauerhafte Güter (M/M)+2.4%
16:00EZKonsumentenstimmung-6.6
16:00USAusstehende Hausverkäufe (J/J)+6.8%
Unternehmenskalender 27. Februar
LandUnternehmenPeriode
CHHolcimJ19
CHSyngentaJ19
CHKühne+NagelJ19
CHSwiss Prime SiteJ19
DEBayerJ19
FRGDF SuezJ19
BEAnheuser-BuschJ19
GBReckitt BenckiserJ19
GBRSA Insurance GroupJ19
GBBritish American TobaccoJ19

Quelle: BondWorld.ch