LGT

LGT Navigator: Delta-Variante setzt Börsen zunehmend unter Druck

LGT Navigator: Die Befürchtung einer unkontrollierten Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus belastet zusehends die Stimmung an den Kapitalmärkten.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


LGT Navigator


Insbesondere in Europa mussten die Aktienindizes teilweise kräftige Abgaben hinnehmen. Dies just zum Zeitpunkt der Ankündigung der EZB künftig eine höhere Inflation zuzulassen und auch ein temporäres Überschiessen zu dulden – ähnlich der Politik des Fed.

Die verstärkte Angst vor einer schnellen Ausbreitung der Corona-Delta-Variante sorgte in Europa kurzzeitig für eine heftige Verkaufswelle. Auch die Ankündigung der Strategieanpassung der Europäischen Zentralbank (EZB), die damit eigentlich Flexibilität gewinnt, an ihrer expansiven Geldpolitik festzuhalten, konnten die Aktienmärkte zunächst nicht begeistern. Der europäische Leitindex Euro Stoxx 50 ging mit einem Verlust von -2.13% bei 3’991.66 Punkten aus dem Tagesgeschäft. Ähnlich war das Bild an den anderen europäischen Börsenplätzen. An der New Yorker Börse folgten die Indizes den negativen Vorgaben aus Europa. Der Dow Jones Industrial verlor zwischenzeitlich fast -1.5% und schloss dann bei 34’421.93 Punkten (-0.75%). Der marktbreite S&P 500 gab um -0.86% auf 4’320.82 Zähler nach und der Tech-Auswahlindex Nasdaq 100 beendete den Donnerstag -0.6% tiefer bei 14’722.14 Punkten. Gleichzeitig fiel die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 1.25% zurück und erreicht damit den tiefsten Stand seit fünf Monaten.

In Asien zeigen die Aktienmärkte heute Morgen überwiegend einen negativen Trend. In Tokio gibt der 225 Werte umfassende Nikkei-Index, vor dem Hintergrund der ersten olympischen «Geisterspiele» zeitweise um rund -2% nach und notiert kurz vor Schluss -0.86% tiefer. 

EZB-Strategieanpassung: Flexibleres Inflationsziel und verstärkter Klimaschutz

Im Rahmen der Strategieüberprüfung hat sich die Europäische Zentralbank (EZB) entschieden, ihr Inflationsziel anzuheben und eine begrenzte Überschreitung des Ziels zu tolerieren. Mittelfristig will die EZB eine Inflationsrate von 2% anstreben, mit einem «symmetrischen Ziel, das eine vorübergehende Periode implizieren könnte, in der die Inflation moderat über dem Zielwert liegt». Bisher lautete die Formulierung: «mittelfristig unter, aber nahe 2%». Während europäische Aktienindizes unter Druck gerieten, profitierte der Euro und die Rendite deutscher zehnjähriger Staatsanleihen erreichte ein Dreimonatstief von -0.34%. Ein weiterer wichtiger Punkt in der Strategieanpassung der EZB ist der Klimaschutz. Die EZB werde zudem Aspekte des Klimaschutzes verstärkt in ihre geldpolitischen Operationen einbeziehen. Laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde werden beispielsweise Emittenten von Unternehmensanleihen, welche die EZB als Repo-Sicherheit akzeptiert oder kauft, Informationen zur Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells zur Verfügung stellen müssen.

Bank of Japan dürfte ihre Konjunkturprognosen zurückstufen

Japans Zentralbank dürfte anlässlich der Ende nächster Woche präsentierten Quartalsprognosen ihren Wachstumsausblick senken. Vor dem Hintergrund des neuerlichen Notstands in der Hauptstadt Tokio aufgrund von steigenden Covid-19-Infektionszahlen und einer nur langsamen Impfkampagne dürfte die antizipierte Erholung der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt schwächer verlaufen. Zuletzt prognostizierte die Bank of Japan ein BIP-Wachstum für das im März 2022 endende Fiskaljahr von +4.0%. Gleichzeitig könnte die Notenbank ihre Verbraucherinflationsprognose für dieses Fiskaljahr aufgrund der gestiegenen Energiekosten nach oben revidieren.

Wirtschaftskalender 9. Juli

MEZ

Land

Indikator

Letzte Periode

08:00

GB

Industrieproduktion (Mai, M/M)

-1.3%

08:45

FR

Industrieproduktion (Mai, M/M)

-0.1%

10:00

IT

Industrieproduktion (Mai, M/M)

+1.8%

12:00

EZ

EZB-Präsidentin Lagarde Rede

 

 

Unternehmenskalender 13. Juli

Land

Unternehmen

Periode

AUT 

Telekom Austria

Q2

USA

JPMorgan Chase

Q2

USA

Goldman Sachs

Q2

USA

PepsiCo

Q2 

 

Quelle: BondWorld.ch