LGT

LGT Navigator: Der Bär zeigt seine Zähne

LGT Navigator: An den Aktienmärkten setzt sich der Ausverkauf unvermindert fort. Verschiedene Indizes sind seit gestern geradezu kollabiert und rutschen in einen Bärenmarkt ab………..

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


LGT Navigator


Die Anleger reagieren negativ sowohl auf die ungebremste Ausbreitung des Coronavirus in Europa, als auch auf das von US-Präsident Trump angekündigte Einreiseverbot für Reisende aus Schengen-Ländern. Auch ein umfassendes Massnahmenpaket der EZB vermochte vorerst nicht die sich schnell drehende Abwärtsspirale an den Börsen zu stoppen.

Der Bär zeigt seine Zähne

Die Erwartungen an EZB-Präsidentin Christine Lagarde waren hoch – zu hoch. So vermochten die gestern gefassten Beschlüsse der Notenbank in Frankfurt die Finanzmärkte nicht zu beruhigen. Die Europäische Zentralbank (EZB) beliess ihre Leitzinsen unverändert auf Rekordtief, weitete jedoch ihre quantitativen Massnahmen (QE) aus. Die EZB kündigte an, das laufende Anleihenkaufprogramm auszuweiten und bis Jahresende zusätzlich Wertpapiere im Volumen von EUR 120 Mrd. zu kaufen. Mit neuen langfristigen Krediten für Banken will die Notenbank zudem den Kreditfluss an die Realwirtschaft stützen. EZB-Präsidentin Lagarde warnte, dass die Coronavirus-Pandemie ein neues und substanzielles Abwärtsrisiko für die Euro- und die Weltwirtschaft darstelle. Auch wenn die Pandemie nur vorübergehend sei, werde sie sich erheblich auf die Konjunktur auswirken. Dennoch machte Lagarde klar, dass sie in erster Linie die Staaten in der Pflicht sähe, die durch das Coronavirus ausgelöste Krise in den Griff zu kriegen. Sie strebe kein «whatever it takes 2.0» an, meinte die EZB-Chefin und enttäuschte damit entsprechende Erwartungen.

Auch die japanische Notenbank kündigte im Kampf gegen die Coronavirus-Krise weitere Unterstützung für die heimische Wirtschaft an. Zentralbankchef Haruhiko Kuroda versicherte nach einem Treffen mit Ministerpräsident Shinzo Abe, dass rechtzeitig erforderliche Massnahmen ergriffen werden. Der nächste geldpolitische Entscheid der Bank of Japan ist auf den 19. März angesetzt.

Alles raus – andauernder Ausverkauf an den Börsen

Der EuroStoxx 50 brach in der Folge um -11% ein – der grösste Tagesverlust in der Historie des Index – und fiel auf den tiefsten Stand seit Mitte 2016. Der Dax fiel gestern auf ein Dreieinhalb-Jahres-Tief und schloss rund -12% im Minus. Das deutsche Aktienbarometer verbuchte damit den zweitgrössten Tagesverlust in seiner Geschichte. In New York schloss der Dow Jones nach einer neuerlichen 15-Minuten Handelsunterbrechung fast -10% tiefer. Damit registrierte das Aktienbarometer den grössten Einbruch innerhalb eines Tages seit dem Börsencrash von 1987. In Asien setzt sich der Abwärtstrend unvermindert fort. In Tokio notiert der Nikkei 225-Index über -4% im Minus, während die chinesischen Benchmark-Indizes zwischen -1% und -2.5% verlieren. Immerhin haben aber die US-Aktienfutures in den grünen Bereich gedreht.

Vor diesem Hintergrund hält die Flucht der Anleger in «sichere Häfen» an. Die Renditen deutscher und amerikanischer Anleihen notierten neue Rekordtiefs. Gold konnte die anfänglichen Gewinne nicht halten und gab um rund -3.5% auf USD 1 575 je Feinunze nach. Der Grund dürfte darin liegen, dass Investoren zunehmend gezwungen sind mit dem Goldverkäufen ihre Verluste in anderen Bereichen abzudecken.

Am Ölmarkt sorgte die Rezessionsangst und der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Russland für einen neuerlichen Einbruch. Der Preis für das Nordseeöl Brent fiel um -9% auf USD 32.6 je Barrel.

Es gibt auch positive Signale aus China

Angesichts einer (offiziellen Angabe zufolge) eingedämmten Ausbreitung des Coronavirus in China, scheint auch Chinas Industrie Erholungstendenzen zu zeigen. Laut chinesischem Handelsministerium beschleunigt sich die Belebung im Industriesektor und China werde energisch vorgehen, um den Aussenhandel zu stabilisieren. Laut dem leitenden medizinischen Berater der chinesischen Regierung und Epidemiologen Zhong Nanshan könnte die globale Ausbreitung des Coronavirus bis Juni vorbei sein. Bedingung sei aber, dass alle Länder entschlossene Massnahmen ergreifen.

Wirtschaftskalender 13. März
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEVerbraucherpreise (J/J)+1.7%
08:45FRVerbraucherpreise (J/J)+1.6%
09:00SPVerbraucherpreise (J/J)+0.9%
13:30USImportpreise (J/J)+0.3%
15:00USMichigan Konsumentenvertrauen101.0
Unternehmenskalender 13. März
LandUnternehmenPeriode
DEVolkswagenJ19

Quelle: BondWorld.ch