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LGT Navigator: Der Countdown zum US-Wahlgang läuft und die Spannung steigt

LGT Navigator: Nachdem einige Quartalsberichte namhafter Tech-Giganten wie Apple die Anleger nicht zu überzeugen vermochten, sorgten heute positive Konjunkturdaten aus China für einen positiven Wochenstart.

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Nach wie vor stehen aber die gleichen Unsicherheitsfaktoren im Mittelpunkt. Unmittelbar vor dem Urnengang in den USA steigt die Spannung nicht nur in Bezug auf den Wahlausgang, sondern ob überhaupt wie erhofft am Mittwochmorgen ein gültiges Resultat vorliegen wird, oder die Kapitalmärkte mit einem länger andauernden juristischen Streit um den Wahlsieg konfrontiert sein werden. Dies wird neben der ungewissen Entwicklung der Corona-Pandemie für hohe Nervosität und Volatilität sorgen.

Nach wie vor liegt US-Präsident Donald Trump in den aktuellen Umfragen verschiedener Institute zurück. In ein paar entscheidenden Swing-States ist der Rückstand aber marginal, so dass es unsicher erscheint, ob das Rennen tatsächlich in der Nacht auf Mittwoch entschieden wird. Trump will nach fünf Auftritten am Sonntag heute in drei besonders umkämpften Bundesstaaten um Wählerstimmen kämpfen. Sein demokratischer Herausforderer Joe Biden scheint sich hingegen auf den womöglich entscheidenden Bundesstaat Pennsylvania zu konzentrieren. Trump forderte unterdessen eine Entscheidung in der Wahlnacht (mit Blick auf evtl. noch nicht ausgezählte Briefstimmen).

An der Wall Street fiel der Dow Jones Industrial am Freitag zeitweise um rund -2%, konnte dann aber bis zum Handelsschluss die Verluste eindämmen und schloss -0.59% tiefer bei 26 501,60 Punkten. Auf Wochensicht resultierte damit ein Minus von -6.5% – der stärkste Wochenverlust seit März. Der S&P 500 beendete die letzte Woche mit einem Tagesverlust von -1.21% bei 3269,96 Zählern. Aufgrund der von den Anlegern als enttäuschend aufgenommenen Quartalsberichte und Ausblicke einiger grosser Tech-Werte fiel der Nasdaq 100 am Freitag um -2.62% auf 11052,95 Punkte und verlor damit auf Wochensicht -5.5%. Noch grösser waren die Verluste in der vergangenen Woche in Europa. Vor dem Hintergrund der in vielen europäischen Ländern wieder verhängte Lockdown aufgrund der rasant ansteigenden Corona-Fallzahlen, büsste der Benchmark-Index EuroStoxx 50 auf Wochensicht fast -8% ein.

An den Börsen Asiens sorgten solide Wirtschaftsdaten aus China für Unterstützung. Der Einkaufsmanagerindex für den chinesischen Industriesektor stieg den sechsten Monat in Folge und notierte im Oktober mit 53.6 Punkten klar über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Angesichts den wirtschaftlichen Belastungen durch die neuen Corona-Eindämmungsmassnahmen in Europa fielen die Ölpreise zum Wochenstart auf das niedrigste Niveau seit fünf Monaten.

Amerikaner kurz vor dem Wahltermin leicht optimistischer

Kurz vor den für die Zukunft der grössten Volkswirtschaft der Welt entscheidenden Wahlen am Dienstag, hat sich die Stimmung der Amerikaner im Oktober nochmals etwas aufgehellt. Das Verbrauchervertrauensbarometer klettert dabei in der finalen Version von 80.4 Punkten im Vormonat auf 81.8 Zähler – immerhin das beste Niveau seit März. Die Auswirkungen der Coronakrise und die extreme Politisierung dürftenauch nach den Wahlen noch lange anhalten, mit dem Potenzial, die wirtschaftliche und politische Landschaft dauerhaft zu verändern, kommentierte die Universität Michigan. Der Index für die Erwartungen verbesserte sich von 75.6 (erste Auswertung 78.8) auf 79.2 und der Index für die Einschätzung der aktuellen Lage fiel von 87.6 (84.9) auf 85.9 Zähler. Stärker als erwartet zeigten sich unterdessen die Konsumausgaben, die in den USA im September den fünften Monat in Folge gestiegen sind. Im Vergleich zum Vormonat nahmen die Ausgaben um +1.4% zu (Konsens +1.0%).

Euro-Wirtschaft mit fulminantem, aber wohl kurzlebigem Comeback im dritten Quartal

In der Eurozone hat sich die Wirtschaft im dritten Quartal vom Corona-Schock erholt und verzeichnete ein Rekordwachstum von +12.7% gegenüber dem Vorquartal. Analysten hatten mit einer deutlich geringeren Erholung um +9.6% gerechnet. Im zweiten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt wegen der Corona-Krise um -11.8% eingebrochen. Die vier grössten Volkswirtschaften im Euroraum verzeichneten historisch einmalige Wachstumsraten und konnten die Markterwartungen übertreffen. Deutschland: +8.2% (Konsens +7.3%, Q2 -9.7%), Frankreich: +18.2% (Konsens +15.0%, Q2 -13.7%), Italien: +16.1% (Konsens +11.1%, Q2 -13.0%), Spanien: +16.7% (Konsens +13.5%, Q2 -17.8%). Die Frage stellt sich nun, wie stark die neuerlichen Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie die Wirtschaften im Schlussquartal belasten werden.

Inflation im Euroraum bleibt negativ

Die Konsumentenpreise in der Eurozone blieben auch im Oktober im negativen Bereich. Gegenüber der Vorjahresperiode gingen die Preise wie bereits im Vormonat um -0.3% zurück. In der Kernrate, d.h. ohne Berücksichtigung der vielfach schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise, blieb die Teuerungsrate mit +0.2% noch knapp positiv. Die EZB verfehlt damit bei weitem ihr Inflationsziel, zeigt sich aber laut EZB-Chefin Christine Lagarde zuversichtlich, dass die Inflation 2021 wieder in den positiven Bereich drehen wird.

Wirtschaftskalender 2. November
MEZLandIndikatorLetzte Periode
09:15SPIHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober final)50.8
09:30CHEinkaufsmanagerindex Industrie (Oktober)53.1
09:45ITIHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober final)53.2
09:50FRIHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober final)51.0
09:55DEIHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober final)58.0
10:00EZIHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober final)54.4
15:45USAIHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober final)53.3
16:00USAISM-Einkaufsmanagerindex Industrie (Oktober)55.4

 

Unternehmenskalender 3. November
LandUnternehmenPeriode
CHAdeccoQ3
CHDufryQ3
DEBayerQ3
DEHugo BossQ3
FRBNP ParibasQ3

 

Quelle: BondWorld.ch