LGT

LGT Navigator: Desaströser Auftakt für US-Demokraten

LGT Navigator: Die anfangs Woche eingesetzte Erholung an den internationalen Aktienmärkten setzte sich gestern fort und auch in Asien notieren die meisten Indizes heute Morgen im positiven Bereich……

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


LGT Navigator


Anleger scheinen davon auszugehen, dass es gelingen wird, die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen und eine globale Epidemie abzuwenden. Im US-Wahlkampf hat sich die demokratische Partei bei den ersten Vorwahlen zur Kürung ihres Spitzenkandidaten blamiert und beschädigte damit ihre eigenen Kandidaten sowie auch die Glaubwürdigkeit ihres Auswahlprozesses.

Iowa Vorwahlen der Demokraten

Zehn Monate vor der US-Präsidentenwahl starteten die Demokraten anfangs dieser Woche ihren Nominierungsprozess. Dabei kam es im ländlich geprägten und bevölkerungsarmen Bundesstaat Iowa zu einer veritablen Blamage. So verzögerte eine chaotisch anmutende und durch Ungereimtheiten gekennzeichnete Auszählung der Stimmen die Bekanntgabe des Resultats. In der Nacht auf heute kristallisierte sich nun der frühere Bürgermeister von South Bend im Bundesstaat Indiana Pete Buttigieg als Sieger der Vorwahl in Iowa heraus. An zweiter Stelle landete Bernie Sanders gefolgt von Elizabeth Warren und dann erst der eigentliche Kronfavorit Joe Biden. Wer schlussendlich am 3. November gegen den republikanischen Amtsinhaber Trump antreten soll, ist damit keineswegs gewiss, jedoch dürfte die Blamage von Iowa im Wahlkampf noch nachhallen und stellt für die Demokraten sicherlich keinen guten Start dar. Die demokratischen Vorwahlprozedere gehen nun in New Hampshire, Nevada und South Carolina weiter, bevor dann am 3. März mit gleichzeitigen Vorwahlen in 15 Bundesstaaten am sogenannten «Super Tuesday» ein erster Höhepunkt erreicht wird. Erst zu diesem Zeitpunkt will auch der frühere New Yorker Bürgermeister und Medienunternehmer Michael Bloomberg ins Rennen einsteigen.

Trumps «Wahlkampf»-Rede zur Lage der Nation

US-Präsident Donald Trump blieb sich auch in seiner dritten State of the Union Rede treu und stellte vor allem sich selbst in den Mittelpunkt. Einmal mehr erinnerte der Auftritt vor dem versammelten Parlament einem Wahlkampfauftritt. Neben der offen ausgetragenen Abneigung zwischen Trump und der Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi gab es wie erwartet wenig substanziell Neues zu hören. Die US-Wirtschaft befinde sich im Aufschwung und Trump betonte logischerweise die tiefe Arbeitslosenrate. Seine Administration werde sich der teilweise maroden Infrastruktur des Landes widmen, ohne jedoch Details zu nennen. Der Präsident bekräftigte auch seine umstrittene Einwanderungspolitik. Für Aufsehen sorgte, dass Trump zu Beginn seines Auftritts Pelosi einen Handschlag verwehrte und diese im Gegenzug am Schluss der Rede Trumps Manuskript zerriss.

Einkaufsmanagerwerte aus China signalisieren Abschwächung

Die vom chinesischen Medienunternehmen Caixin publizierten Einkaufsmanagerumfragen deuteten eine Abschwächung der weltweit zweitgrössten Volkswirtschaft hin. Der Einkaufsmanagerindex fiel von 52.6 im Dezember auf 51.9 Punkte zu Jahresbeginn zurück. Dies bemerkenswerterweise trotz des positiven Aspekts der jüngsten Annäherung im Handelsstreit mit den USA. Zudem spiegeln sich in den aktuellen Umfrageresultaten noch nicht die ersten Auswirkungen des Corona-Virus wider, der erst Ende Januar ausbrach. Heute werden mit Spannung auch die neusten Einkaufsmanagerumfragewerte des Londoner Marktforschungsunternehmens IHS Markit zur Wirtschaftslage im Euroraum und in den USA erwartet.

US-Industrie verbucht starkes Auftragsplus

Die Industrie in den USA sicherte sich Ende des vergangenen Jahres so viele Aufträge wie seit fast anderthalb Jahren nicht mehr. Die Bestellungen nahmen um +1.8% zum Vormonat zu, während Ökonomen lediglich mit einer Zunahme von +1.2% gerechnet hatten. Auf eine Aufhellung des durch den Handelskrieg gezeichneten Industriesektors deutete auch die viel beachtete ISM-Einkaufsmanagerumfrage an. Der wichtige Indikator kletterte zu Jahresbeginn auf 50.9 von 47.8 Punkten im Vormonat und erreichte damit den besten Wert seit Juli 2019.

Sony profitiert von starker Nachfrage nach Bildsensoren

Der japanische Elektronikkonzern Sony zeigt sich im aktuellen Ausblick auf das bis Ende März laufende Geschäftsjahr zuversichtlicher und hob seine Gewinnprognose an. Der Hersteller der Playstation stellt nun einen Gesamtjahresgewinn von umgerechnet EUR 4.9 Mrd. in Aussicht, das sind rund EUR 415 Mio. mehr als bisher veranschlagt. Profitieren kann Sony vor allem von einer starken Nachfrage nach Bildsensoren für Smartphones, wohingegen der Absatz von TVs, Digitalkameras und Spielesoftware stottert. Wie das Unternehmen berichtete, stieg der Nettogewinn in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres um rund +31% auf umgerechnet EUR 4.72 Mrd. Der Gewinn im Bereich Bildsensoren legte um knapp +62% zu. Sony ist der weltgrösste Hersteller von Bildsensoren und hält einen globalen Marktanteil von rund 50%. Konzernchef Kenichiro Yoshida geht davon aus, dass die Nachfrage nach Bildsensoren weiter zunehmen wird, da Bildsensoren auch bei vielen anderen Produkten wie zum Beispiel selbstfahrenden Fahrzeugen zum Einsatz kommen.

Wirtschaftskalender 5. Februar
MEZLandIndikatorLetzte Periode
02:45CNCaixin PMI Composite52.6
09:15SPIHS Markit Einkaufsmanagerindex (Composite)52.7
09:45ITIHS Markit Einkaufsmanagerindex (Composite)49.3
09:50FRIHS Markit Einkaufsmanagerindex (Composite)51.5
09.55DEIHS Markit Einkaufsmanagerindex (Composite)51.1
10:00EZIHS Markit Einkaufsmanagerindex (Composite)50.9
10:30GBIHS Markit Einkaufsmanagerindex (Composite)52.4
11:00EZDetailhandelsumsätze (J/J)+2.2%
14:15USADP-Beschäftigungswachtum Privatwirtschaft202’000
14:30USHandelsbilanz-USD 43.1 Mrd.
15:45USIHS Markit Einkaufsmanagerindex (Composite)53.1
16:00USISM-Einkaufsmanagerindex Dienstleister54.9
Unternehmenskalender 5. Februar
LandUnternehmenPeriode
CHABBJ19
DESiemensQ1
FRBNP ParibasJ19
FRVinciJ19
DKNovo NordiskJ19
GBGlaxoSmithKlineJ19
USMerck & CoQ4

 

Quelle: BondWorld.ch