LGT

LGT Navigator: Die Angst vor einem «endlosen Krisenmodus»

LGT Navigator: An den Aktienmärkten setzte nach den jüngsten Verlusten zunächst eine Stabilisierung ein, die aber angesichts der Angst vor wieder signifikant steigenden Corona-Fallzahlen und erneuter «Lockdowns» dann aber schnell wieder einer risiko-aversen Haltung der Anleger wich.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


LGT Navigator


Aussagen der US-Notenbank bekräftigten unterdessen den höchst unsicheren Konjunkturausblick und die Aussicht auf langfristig ultra-tiefe Leitzinsen. Zudem liess US-Präsident Trump einmal mehr  offen, ob er eine Niederlage akzeptieren würde.

An der New Yorker Börse gaben die Kurse auf breiter Front nach, angeführt von Technologie- und Energiewerten. Der Dow Jones Industrial schloss -1.92% tiefer bei 26 763.13 Punkten und der marktbreite S&P 500 fiel um gut -2% auf 3 236.92 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100-Index gab sogar um mehr als -3% nach und schloss bei 10 833.33 Punkten. Nur kurz sorgte die Ankündigung des amerikanischen Pharmakonzerns Johnson & Johnson, der einen grossangelegten Test für einen Impfstoff gegen Covid-19 gestartet hat, für einen positiven Impuls. J&J ist damit das vierte Pharmaunternehmen, das seinen Kandidaten in den USA in die letzte entscheidende Testphase gebracht hat. Die Besonderheit des Mittels ist, dass nur eine Dosis ausreichend Schutz bieten soll. In Asien folgten die meisten Börsenindizes den negativen Vorlagen der Wall Street.

Fed fordert mehr fiskalpolitische Impulse

Fed-Chef Jerome Powell lieferte anlässlich seiner Anhörung vor dem US-Kongress einen eher düsteren Konjunkturausblick und forderte mehr fiskalpolitische Impulse. Richard Clarida, seines Zeichens Stellvertreter von US-Notenbankchef Powell, meinte in einem Interview mit Bloomberg, dass die Fed «keinen Gedanken daran verschwenden werde die Zinsen zu erhöhen, solange die Inflationsrate nicht die Zwei-Prozent-Marke erreicht hat». Gemäss der neuen Strategie könne die Fed zudem ihren Leitzins auch darüber hinaus konstant halten. Heute werden Fed-Gouverneur Powell und US-Finanzminister Steven Mnuchin vor dem Bankenausschuss des Senats sprechen.

Geldpolitische Lagebeurteilung der SNB im Fokus

Heute wird um 09:30 Uhr (MEZ) der geldpolitische Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) erwartet. Mit einer unmittelbaren Anpassung wird nicht gerechnet, jedoch werden Anleger mit Spannung die Einschätzung von SNB-Chef Thomas Jordan in Bezug auf die weitere Konjunktur- und Währungsentwicklung erwarten, vor dem Hintergrund auch hierzulande wieder steigender Covid-19-Infektionsfällen.

Unterschiedliche Erholungsdynamik in der Eurozone

Die neusten Einkaufsumfragewerte von IHS Markit deuten auf einen uneinheitlichen Erholungspfad im Euroraum hin. Während sich das Umfeld in der Industrie im September weiter zu verbessern scheint, trübte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor angesichts der sich wieder stärker ausbreitenden Pandemie mit drohenden «Lockdowns» ein. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Industriesektor legte kräftig von 51.7 auf 53.7 Punkte zu. Der Dienstleistungs-PMI schwächte sich hingegen überraschend deutlich von 50.5 Zählern im August auf 47.6 Punkte ab. Der für die gesamte Privatwirtschaft zusammengefasste Indikator (PMI Composite) fiel von 51.9 auf 50.1 Punkte zurück. Unterschiedlich verläuft die Erholung auch in den verschiedenen Euroländern. In Deutschland und in Frankreich verbesserte sich die Situation in der Industrie im September teilweise signifikant, während der Dienstleistungssektor schrumpfte. Zusammengefasst könne festgehalten werden, dass die Erholung in der Eurozone im September aufgrund der wieder steigenden Corona-Infektionszahlen zum Erliegen gekommen sei, kommentierte IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson.

Rekordeinbruch von Spaniens Wirtschaft im Q2 bestätigt

Die spanische Wirtschaft ist inmitten des pandemie-bedingten strikten «Lockdowns» im zweiten Quartal, revidierten Angaben zufolge um -17.8% zum Vorquartal eingebrochen. Der Einbruch war damit zwar geringer als ursprünglich mit -18.5% angenommen, bleibt jedoch der stärkste je gemessene Rückgang des Bruttoinlandsprodukts. Die spanische Notenbank geht in ihrer aktuellen Prognose für das Gesamtjahr von einem Einbruch der Wirtschaft von 10.5-12.6% aus. Im nächsten Jahr soll das spanische BIP dann wieder um +4.1-7.3% zulegen.

Stimmung in britischer Wirtschaft trübt sich wieder ein

In Grossbritannien hat sich das Geschäftsumfeld der Unternehmer neusten Umfragewerten zufolge wieder deutlich verschlechtert. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft – Industrie- und Dienstleistungssektor – gab im September stärker als erwartet von 59.1 Punkten im Vormonat auf 55.7 Zähler nach. Der Indikator signalisiert, dass die Konjunkturerholung vom Corona-Schock auf der Insel ins Stocken gerät. Steigende Corona-Infektionszahlen und ein drohender erneuter «Lockdown» sorgen für Verunsicherung.

Vorsichtige Zuversicht vor neuen Brexit-Verhandlungen

EU-Verhandlungsführer Michel Barnier zeigte sich zum Auftakt erneuter Brexit-Gespräche zuversichtlich. Die EU sei entschlossen eine Einigung zu finden. Bis Jahresende müssen Brüssel und London ein Handelsabkommen vereinbaren, das die künftigen Beziehungen nach dem Ausscheiden des Vereinigten Königreichs aus der EU regelt. Andernfalls würde es doch noch zu einem harten Brexit mit potenziell schwerwiegenden Folgen, insbesondere für die britische Wirtschaft kommen. Über den laufenden Verhandlungen hängt nun aber die Ungewissheit über die von Premier Boris Johnson ins Parlament gebrachte Anpassung des bisherigen Abkommens mit der EU. Das Gesetz würde es den Briten ermöglichen, die im Brexit-Vertrag festgeschriebene Regelung auszuhebeln, nach der im britischen Nordirland auch künftig EU-Zoll-Regeln gelten sollen. In der nächsten Woche muss der Vorschlag der Regierung vom britischen Oberhaus bestätigt werden, dort verfügt Johnson aber über keine Mehrheit. Die EU hat die Regierung Johnson vor einem Vertragsbruch gewarnt.

Wirtschaftskalender 24. September
MEZLandIndikatorLetzte Periode
09:00SPBIP Q2 (Q/Q)-18.5%
09:15FRIHS Markit Einkaufsmanagerindex (Composite, September)51.6
09:30CHSNB-Zinsentscheid 
09:30DEIHS Markit Einkaufsmanagerindex (Composite, September)54.4
10:00EZIHS Markit Einkaufsmanagerindex (Composite, September)51.9
10:30GBIHS Markit Einkaufsmanagerindex (Composite, September)59.1
15:00USAFHFA-Häuserpreisindex (Juli, M/M)+0.9%
15:45USAIHS Markit Einkaufsmanagerindex (Composite, September)54.6

 

Unternehmenskalender 6. Oktober
LandUnternehmenPeriode
CHAryztaJ

 

Quelle: BondWorld.ch