LGT

LGT Navigator: Die Hoffnung auf eine baldige Einigung in Washington schwindet

LGT Navigator: Neue Hoffnung, dass in Washington doch noch vor dem Wahltermin am 3. November ein Corona-Konjunkturpaket verabschiedet wird, sorgte an den Aktienmärkten zum Wochenbeginn noch für Unterstützung.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


LGT Navigator


Die Zeit für eine Einigung vor den Wahlen wird aber zusehends knapp und damit steigt auch das Risiko einer Enttäuschung an den Kapitalmärkten. Zudem bleiben Unsicherheitsfaktoren eine Belastung für die die Anlegerstimmung: zum Beispiel die unberechenbar scheinende US-Präsidentschaftswahl und die ungewisse weitere Entwicklung der Corona-Pandemie.

An der Wall Street scheinen die Hoffnungen auf eine rasche Einigung auf ein Corona-Hilfspaket bereits wieder zu schwinden. Der Dow Jones Industrial gab zum Tagesschluss um -1.44% auf 28 195.42 Punkte nach und der marktbreite S&P 500 fiel um -1.63% auf 3 426.92 Zähler. Auch die Technologiebörse Nasdaq verbuchte zum Wochenstart einen Tagesverlust von fast -2%. Gemäss der Mehrheitsführerin im US-Repräsentantenhaus Nancy Pelosi gilt per heute Abend eine Deadline, um das seit langem antizipierte Corona-Hilfspaket doch noch auf den Weg zu bringen.

Belastet wurde die Stimmung an der New Yorker Börse auch durch das nachbörslich publizierte Q3-Ergebnis des Technolgieriesen IBM. Der Konzern wies einen Nettogewinn von USD 1.7 Mrd., respektive von USD 1.89 je Aktie aus, verglichen mit USD 1.67 Mrd. und USD 1.87 je Aktie in der Vergleichsperiode im Vorjahr. Auf bereinigter Basis belief sich der Gewinn je Anteilsschein auf USD 2.58. Der Umsatz gab um -2.6% auf USD 17.56 Mrd. nach. Insgesamt verfehlte IBM damit die durchschnittlichen Markterwartungen.

Unterdessen liefert zumindest die US-Wirtschaft weiter gute Nachrichten. So verbesserte sich die Stimmung auf dem amerikanischen Immobilienmarkt im Oktober überraschend deutlich. Gemäss der National Association of Home Builders erreichte der monatlich ermittelte NAHB-Hausmarktindex sogar einen neuen Rekordwert. Positiv wirkten sich vor allem die historisch niedrigen Zinsen aus, die für eine anhaltende Nachfrage sorgen würden, kommentierte die NAHB.

Auch auf die Börsen in Asien schlugen sich die Unsicherheiten rund um das US-Konjunkturpaket, die US-Präsidentschaftswahlen und die derzeit steigenden Covid-19-Infektionszahlen in Europa nieder und führten zu Zurückhaltung bei den Investoren. In Tokio notiert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index derzeit ein Minus von rund -0.5%.

Zähe Brexit-Verhandlungen laufen weiter

Die Gespräche zwischen der EU und Grossbritannien sind auch am Montag ohne Ergebnis geblieben und sollen heute fortgesetzt werden. Gestern betonten beide Seiten, die Verhandlungen zu intensivieren und konkret an Rechtstexten zu arbeiten. Dies lässt aber weiterhin nur wenig Hoffnung, dass bis zum Jahresende doch noch ein Handelsabkommen zustande kommt.

EZB sollte dauerhaftes konjunkturelles Stützungsinstrument erwägen

Nach Einschätzung von EZB-Präsidentin Christine Lagarde sollte die Notenbank ein «dauerhaftes konjunkturelles Stützungsinstrument» erwägen. Die EZB könnte durchaus über die Möglichkeit diskutieren, den EU-Corona-Aufbaufonds im Umfang von EUR 750 Mrd. als «permanenten Bestandteil ihres Instrumentenkastens» anzusehen, meinte Lagarde in einem Interview mit der französischen Zeitung «Le Monde». Zudem sollte auch über ein gemeinsames Haushaltsinstrument für den Euroraum nachgedacht werden, forderte die EZB-Chefin.

EZB-Direktor Yves Mersch meinte unterdessen, das Anleihenkaufprogramm PEPP spiele in der Geldpolitik der EZB inzwischen eine immer grössere Rolle. Das zur Bekämpfung der negativen wirtschaftlichen Effekte der Corona-Krise geschaffene Programm habe laut Mersch dafür gesorgt, dass es nicht zu einem Renditeanstieg bei Staatsanleihen gekommen sei und so eine Verschärfung der Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und Banken sowie Privathaushalte verhindert worden sei. Die EZB hatte PEPP zuletzt im Juni auf EUR 1.35 Billionen ausgeweitete und das Programm bis mindestens Ende Juni 2021 verlängert.

Sicherheit hat für die Fed bei einer digitalen Zentralbankwährungen Priorität

US-Notenbankchef Jerome Powell äusserte sich an einer Konferenz des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur aktuellen Diskussion, um die mögliche Einführung digitaler Zentralbankwährungen. Die USA hätten mit dem US-Dollar als Weltwährung eine hohe Verantwortung, weshalb vor allem Sicherheitsaspekte einer digitalen Zentralbankwährung für die Fed im Vordergrund stünden. Digitale Zentralbankwährungen müssten unter anderem vor Cyberattacken geschützt sein. Ebenso müssten die Auswirkungen auf die Geldpolitik und die Finanzstabilität genauestens untersucht werden, meinte Powell.

Wirtschaftskalender 20. Oktober
MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 CH Exporte (September)  +2.9%
08:00 CH Importe (September)  -1.3%
08:00 DE Erzeugerpreise (September, J/J) -1.2%
14:30 USA Neubaubeginne (September, M/M) -5.1%
14:30 USA Baubewilligungen (September, M/M) -0.9%

 

Unternehmenskalender 20. Oktober
Land Unternehmen Periode
CH UBS Q3
CH Kühne & Nagel Q3
USA Procter & Gamble Q1
USA Travelers Q3
USA Philip Morris Q3

 

Quelle: BondWorld.ch