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LGT Navigator: Die Hoffnung stirbt zuletzt

LGT Navigator: Die Hoffnungen auf eine schnelle Erholung der Weltwirtschaft vom Corona-Schock erhielten durch die scheinbar doch höher als vermuteten Risiken einer zweiten Pandemiewelle einen Dämpfer …

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Investoren zeigen sich aber dennoch nicht entmutigt und setzen weiterhin auf die Hoffnung, dass die weltweiten Corona-Lockerungen und die Konjunkturpakete der Regierungen und Notenbanken die Weltwirtschaft schnell ankurbeln werden. Ein Hoffnungsargument ist auch die Aussicht auf einen erfolgreichen Abschluss eines Handelsabkommens zwischen den USA und China.

US-Präsident Donald Trump zeigte sich zuversichtlich, dass das Handelsabkommen zwischen den USA und China trotz der jüngsten Spannungen zwischen den Weltmächten nach wie vor intakt sei. Trump könnte derzeit wohl einen aussenpolitischen Erfolg gut brauchen, scheint er doch wie schon so viele Male innenpolitisch angeschlagen. Heute erscheint das Enthüllungsbuch des früheren Nationalen Sicherheitsberaters John Bolton, das in Washington bereits im Vorfeld für grosse Aufregung gesorgt hat. Unterdessen sorgte die Einschätzung von Blackstone-CEO Steve Schwarzman bei Anlegern für Optimismus. Der ranghohe Manager geht nach wie vor in den nächsten Monaten von einer V-förmigen Wirtschaftserholung aus. Jedoch sei aber auch Geduld gefragt. Es könne eine ganze Weile dauern, bis wieder das Niveau von 2019 erreicht werde, meinte Schwarzman. An der Wall Street trauten sich daraufhin die Investoren wieder aus der Deckung und der Dow Jones Industrial schloss nach einem schwachen Start +0.59% höher bei 26 024.96 Punkten. Der marktbreite S&P 500 legte um +0.65% auf 3117.86 Zähler zu und der Technologieindex Nasdaq 100 beendete den ersten Wochentag mit einem soliden Plus von +1.22% bei 10 130.33 Punkten, unweit des vor rund zwei Wochen erreichten Rekordhochs. An den asiatischen Börsen setzte sich in den meisten Börsenplätzen der verhalten positive Trend fort und so legt der Nikkei 225-Index in Tokio heute um +0.94% auf 22 648.36 Punkte zu. In Hongkong gewinnt der Hang Seng-Index +1.13% bei 24 787.91 Zähler. Im Blick haben Investoren heute vor allem die Einkaufsmanagerumfragen des Londoner Marktforschungsunternehmens IHS Markit.

Apple läutet neue Ära bei Macs ein        

Nach langjähriger Zusammenarbeit mit Intel kündigte Apple an, für seine Mac-Computer eigene Chips verwenden zu wollen. Apple-CEO Tim Cook meinte an der Entwicklerkonferenz WWDC: Für Apple sei dies der Beginn einer neuen Ära. Bereits in diesem Jahr soll der erste Mac mit dem eigenen «Apple Silicon» auf den Markt kommen.

Weitere hoffnungsvolle Signale aus der US-Wirtschaft

Der nationale Aktivitätsindex der Notenbank von Chicago deutete mit einem unerwartet deutlichen Anstieg im Mai auf eine Erholung der US-Wirtschaft nach dem Corona-bedingten Einbruch hin. Der Fed National Activity Index (CFNAI) stieg von minus 17.9 Punkten im April auf plus 2.61 Zähler, womit das Barometer nun sogar wieder ein Wirtschaftswachstum auf historischem Trendniveau signalisiert. Auch der aussagekräftigere gleitende Dreimonatsdurchschnitt verbesserte sich im Mai leicht von minus 7.5 im Monat zuvor auf minus 6.65 Punkte.

EZB zeigt sich kooperationsbereit im Streit mit Karlsruhe

Nach der harten Kritik des deutschen Bundesverfassungsgerichts zu den Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank (EZB) signalisiert EZB-Vizechef Luis de Guindos, dass die Notenbank an einer einvernehmlichen Lösung der Streitfrage interessiert sei. Die EZB wolle mit der Bundesbank zusammenarbeiten und Informationen zur Verfügung zu stellen, um die Antwort, die die deutschen Institutionen dem Verfassungsgericht geben müssen, zu erleichtern, kommentierte der EZB-Vize. Allerdings sei die Notenbank auch uneingeschränkt der eigenen Unabhängigkeit verpflichtet, so de Guindos. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hatte das 2015 aufgelegte billionenschwere EZB-Kaufprogramm von Euro-Staatsanleihen (PSPP) als teilweise verfassungswidrig eingestuft.

Bundesbank rechnet mit massivem BIP-Einbruch im zweiten Quartal

Die Bundesbank bekräftigte in ihrem gestern publizierten Monatsbericht, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2020 vor dem Hintergrund des «Lockdowns» noch stärker einbrechen wird als im ersten Quartal. Die Wirtschaftsleistung könnte im Q2 um bis zu -10% zurückgehen, prognostiziert Deutschlands Notenbank. In den ersten drei Monaten war das BIP wegen der Corona-Krise um -2.2% gesunken. Die Bundesbank geht davon aus, dass das Konjunkturpaket der Regierung im Q2 noch kaum Wirkung entfalten wird, jedoch längerfristig der Wirtschaft einen zusätzlichen Schub geben sollte.

Industrieländern droht massiv steigender Schuldenberg

Nach Einschätzung der Ratingagentur Moody’s dürfte die Corona-Krise und die ergriffenen Gegenmassnahmen zu einem starken Anstieg der Verschuldung verschiedener Industrienationen führen. Bei 14 untersuchten Industrieländern dürften die Verbindlichkeiten im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr gemäss Moody’s um +19% zunehmen ­ fast doppelt so schnell wie während der globalen Finanzkrise 2008/09. Dies sei Ausdruck des globalen Charakters des Corona-Schocks, schreibt die Ratingagentur in ihrer gestern veröffentlichten Analyse. Angesichts des anhaltenden Niedrigzinsumfelds dürfte die Schuldentragfähigkeit aber hoch bleiben und die antizipierte Konjunkturerholung sollten die Folgen hoher Haushaltsdefizite kompensieren und damit eine Stabilisierung der Schuldenniveaus ermöglichen.

Wirtschaftskalender 23. Juni
MEZLandIndikatorLetzte Periode
09:15FRIHS Markit Einkaufsmanagerindex (PMI Composite)32.1
09:30DEIHS Markit Einkaufsmanagerindex (PMI Composite)32.3
10:00EZIHS Markit Einkaufsmanagerindex (PMI Composite)31.9
10:30GBIHS Markit Einkaufsmanagerindex (PMI Composite)30.0
15:45USAIHS Markit Einkaufsmanagerindex (PMI Composite)37.0
Unternehmenskalender 25. Juni
LandUnternehmenPeriode
USANikeQ4

 

Quelle: BondWorld.ch