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LGT Navigator: Die Suche nach einem Covid-19-Mittel sorgt für Hoffnungen an den Börsen

LGT Navigator: Hoffnungen in der Suche nach einem geeigneten Medikament gegen Covid-19, sinkende Infektionszahlen in Europa sowie die von der Realwirtschaft sehnlichst erwartete………….

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teilweise Lockerung der Pandemie-Massnahmen beflügelte zum Ende der letzten Woche die Aktienmärkte. Die grosse Frage bleibt jedoch, wie und wann die US-Wirtschaft wieder hochgefahren werden kann. Die Stimmung der Anleger dürfte durch die anhaltende Unsicherheit und die laufende Gewinnsaison der Unternehmen weiterhin sehr fragil bleiben.

Hoffnungen in der Suche nach einem Gegenmittel

Der amerikanische Pharmakonzern Gilead Sciences erzielte bei der Suche nach einem Medikament für die Behandlung schwer erkrankter COVID-19-Patienten erste Erfolge. Das ursprünglich von Gilead gegen Ebola entwickelte Mittel «Remdesivir» führte gemäss einer Studie der Universitätsklinik in Chicago zu einer schnellen Fiebersenkung und einem Rückgang der Symptome von COVID-19. Es scheint aber verfrüht, hier bereits auf ein echtes Gegenmittel zu hoffen, dies mache auch Gilead klar und wies darauf hin, dass die Daten noch analysiert werden müssten, um daraus Schlüsse zu ziehen. Die Hoffnungen sind aber gross und die Gilead-Aktie machte am Freitag einen Kursprung von fast +10%.

In der Folge schoss der Dow Jones Industrial an der New Yorker Börse mit einem Tagesplus von knapp +3% und verbuchte damit ein Wochenplus von +2.2%, nachdem der Wall Street-Benchmark bereits in der vergangenen Woche fast 13% zugelegt hatte. Der breiter gefasste S&P 500 legte am Freitag um +2.68% zu, während aber der Technologie-Aktien dominierte Nasdaq 100 beim Schlussgong mit +0.85% hinterherhinkte. In Asien scheint die Anlegerstimmung zu Beginn der neuen Handelswoche jedoch bereits wieder von Vorsicht und schwachen Wirtschaftsdaten aus Japan (siehe unten) geprägt. In Tokio notiert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index rund -1.2% tiefer.

Die neue Handelswoche begann auch mit einem erneuten Preisrutsch am Ölmarkt. Die US-Sorte WTI brach um rund -20% ein und war zeitweise so billig wie zuletzt 1999. Die Nordsee-Öl Sorte Brent notierte indessen lediglich knapp -3% im Minus.

Wie schnell kann die US-Wirtschaft wieder hochgefahren werden?

Nachdem US-Präsident Donald Trump letzte Woche einen Drei-Stufen-Plan für die Lockerung der Pandemie-Beschränkungen und das Wiederhochfahren der Wirtschaft vorgelegt hatte, mahnen Experten oder auch Vertreter der Notenbank (Fed) vor einem zu raschen Vorgehen. Nach Einschätzung des Präsidenten der Fed von New York, John Williams, werden die Einschränkungen die US-Wirtschaft noch für einige Zeit dämpfen. Deshalb versuche die Fed alles um die Wirtschaft in dieser Zeit zu unterstützen. Williams ist der Meinung, dass es gar einige Jahre dauern könnte, bis sich die US-Wirtschaft von dem durch die Pandemie ausgelösten Einbruch erholt haben wird. Letzten Prognosen zufolge rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) damit, dass das Bruttoinlandprodukt der weltgrössten Volkswirtschaft wegen der Corona-Krise im laufenden Jahr um knapp -6% schrumpfen wird.

China sichert Wirtschaft weitere Unterstützung zu – Zentralbank senkt erneut Leitzinsen

China will angesichts der beispiellosen Herausforderungen für die Wirtschaft infolge der Pandemie die Stützungsmassnahmen verstärken. Wie Ende letzter Woche bekannt gegeben wurde, ist die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt im ersten Quartal infolge der Corona-Krise um -6.8% eingebrochen, womit der erste Rückgang seit dem Beginn der Quartalsstatistik 1992 registriert wurde. Chinas Notenbank werde ihre Geldpolitik flexibler ausrichten und die Regierung werde ihre Haushaltspolitik effektiver gestalten, hiess es aus Peking. Unterstützen will die Regierung vor allem kleine und mittelgrosse Unternehmen. Zu diesem Zweck wurden bereits die Staatsausgaben hochgefahren, Zinsen und Steuern gesenkt sowie Sonderanleihen von Kommunalverwaltungen für Grossprojekte gefördert. Soeben kündigte Chinas Zentralbank eine erneute Zinslockerung an. Die People’s Bank of China (PBoC) senkte den einjährigen Kreditzins (LPR) von 4.05% auf 3.85% sowie den Fünfjahres-LPR von 4.75% auf 4.65%. Damit sollen die Kreditkosten für Unternehmen, insbesondere auch kleinerer Firmen, gesenkt werden.

Corona-Krise hinterlässt deutliche Spuren in Japans Aussenhandel

Wegen dem Einbruch der Auslandsnachfrage sind die Exporte in Japan im März auf Jahressicht um -11.7% stärker eingebrochen als von Ökonomen angenommen (Konsens -10.1%). Gleichzeitig gingen die Importe um -5% zurück. Hier hatten Analysten jedoch mit einem noch stärkeren Rückgang um fast -10% gerechnet. Am stärksten gingen die Exporte nach China, dem grössten Handelspartner Japans, um -8.7% zurück. Die japanischen Ausfuhren in die USA brachen gegenüber dem Vorjahr um -16.5% ein.

Italien pocht auf die Einführung von «Corona-Bonds»

Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte forderte erneut mehr europäische Solidarität und die Schaffung gemeinsamer Anleihen, sogenannter «Corona-Bonds». Die Corona-Krise sei der grösste Schock seit dem Zweiten Weltkrieg und es brauche nun die ganze Feuerkraft der EU, meinte Conte in der «Süddeutschen Zeitung» und appelliert damit vor allem an die deutsche Regierung, die sich bis anhin vehement gegen gemeinsame Anleihen wehrt. Am Donnerstag wollen sich die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten erneut zu einer Videokonferenz treffen, um über das weitere Krisenmanagement zu diskutieren. Bereits letzte Woche hatte die Eurogruppe ein Corona-Rettungspaket von bis zu EUR 540 Mrd. sowie die Gründung eines Wiederaufbau-Fonds angekündigt.

Corona-Krise und Ölpreiseinbruch dämpfen Inflation im Euroraum

Die Teuerungsrate der Verbraucherpreise in der Eurozone ging im März auf Jahressicht von +1.2% im Vormonat auf noch +0.7% zurück. Hintergrund sind einerseits die wirtschaftlichen Auswirkungen des «Lockdowns» und andererseits der Einbruch der Ölpreise angesichts des Preiskampfs zwischen Saudi-Arabien und Russland sowie der global nachlassenden Nachfrage im Zuge der Pandemie. So gingen die Energiepreise auf Jahressicht im März um -4.5% zurück.

Wirtschaftskalender 20. April
MEZLandIndikatorLetzte Periode
11:00EZHandelsbilanz+EUR 17.316 Mrd.
14:30USAChicago Nationaler Aktivitätsindex+0.16
Unternehmenskalender 20. April
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Quelle: BondWorld.ch