LGT

LGT Navigator: Die US-Notenbank bleibt locker

LGT Navigator: Die Federal Reserve beliess wie erwartet die Leitzinsen auf Rekordtief und will auch weiterhin die Wirtschaft mit einer extrem lockeren Geldpolitik unterstützen.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


LGT Navigator


Notenbankchef Powell betonte, dass es trotz positiver Konjunktursignale derzeit noch zu früh sei, um einen Ausstieg aus der Tiefzinspolitik zu erwägen. Gleichzeitig ging Powell nicht näher auf die Entwicklungen am Anleihenmarkt ein. An der Wall Street wurde der Entscheid positiv aufgenommen. Die Aussicht auf anhaltend tiefe Zinsen könnte aber die Inflationserwartungen nochmals bestärken und am Bondmarkt für eine noch steilere Renditekurve sorgen. Während Brasiliens Zentralbank die Zinsen erhöhte, stehen heute noch die Zinsentscheide der Bank of Japan, der Bank of England sowie der türkischen Zentralbank im Mittelpunkt.

Der Offenmarktausschuss (FOMC) der amerikanischen Zentralbank (Fed) signalisierte anlässlich des gestrigen Richtungsentscheids einstimmig, dass er an seinem gegenwärtigen Kurs festhalten wird, um die Folgen der Corona-Pandemie einzudämmen und die Wirtschaft aus der Krise zu führen. Damit bleibt nicht nur der Leitzins weiter an der Nulllinie, sondern es werden auch die milliardenschweren Wertpapierkäufe fortgesetzt. Derzeit kauft die Fed pro Monat für USD 80 Mrd. Staatsanleihen und für USD 40 Mrd. hypothekenbesicherte Wertpapiere. In ihrem Konjunkturausblick zeigte sich das Fed aber etwas zuversichtlicher. So hätten sich die Indikatoren für Wirtschaftstätigkeit und Beschäftigung in letzter Zeit verbessert, jedoch blieben die am stärksten betroffenen Sektoren schwach, betonte die Notenbank. Auf den jüngst beobachteten Anstieg der Renditen bei US-Staatsanleihen aufgrund erhöhter Inflationserwartungen ging Fed-Chef Powell aber nicht konkret ein. Der Fed-Präsident betonte hingegen, dass es für eine Diskussion zur Eindämmung der Anleihekäufe derzeit noch zu früh sei und man noch weit von den angepeilten Zielen für die Beschäftigung und die Preisentwicklung entfernt sei.

An der New Yorker Börse wurde die Aussicht auf eine weiterhin extrem lockere Geldpolitik der Fed positiv aufgenommen und die Indizes setzten teilweise ihre Rekordjagd fort. Der Dow Jones Industrial schloss +0.58% höher bei 33’015.37 Punkten und der S&P 500 legte um +0.29% auf 3’974.12 Zähler zu. Der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 beendete den Mittwoch nach anfänglichen Verlusten von bis zu -1.5% mit einem Tagesgewinn von +0.38% bei 13’202.38 Punkten. An den Börsenplätzen in Asien folgten die meisten Indizes den positiven Vorgaben aus den USA und die Futures signalisieren auch für die europäischen Aktienmärkte einen positiven Tagesauftakt.

Inflationsrate im Euroraum bleibt im Februar stabil

Die Teuerungsrate der Verbraucherpreise in der Eurozone blieb im Februar unverändert. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich damit die Lebenshaltungskosten im letzten Monat um +0.9%, wie das Statistikamt Eurostat bestätigte. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Konsumentenpreise im Schnitt um +0.2%. Gedämpft wurde die Inflation durch einen Preisrückgang der Energiepreise und einen schwächeren Anstieg der Lebensmittelpreise. Die Kerninflationsrate, also ohne Berücksichtigung von Energie und Nahrungsmitteln, gab somit von +1.4% im Januar auf +1.1% im Februar nach. Damit wird das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von mittelfristig knapp zwei Prozent nach wie vor klar verfehlt, allerdings rechnen Analysten im Jahresverlauf mit einem zumindest zeitweisen erhöhten Inflationsdruck.

S&P’s bestätigt Rating der USA

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) bestätigte die Bonitätsnote für die USA mit AA+ und auch der Ausblick für das Rating wird weiterhin als «stabil» eingestuft. Laut S&P werden sich die negativen und positiven Faktoren bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit in den nächsten drei Jahren die Waage halten. Die US-Wirtschaft werde sich nach dem Ende der Coronakrise in diesem und im nächsten Jahr schnell erholen und dabei von der massiven fiskalischen und geldpolitischen Stützung profitieren. Die USA könnten weiterhin auf die Stärke ihrer Institutionen, eine diversifizierte und widerstandsfähige Wirtschaft, eine hohe geldpolitische Flexibilität und ihren Status als Emittentin der weltweit wichtigsten Reservewährung bauen. Nichtsdestotrotz ist S&P die einzige der grossen Ratingagenturen, die die USA nicht mit der Bestnote AAA einstufen.

Deutsche «Wirtschaftsweise» senken Konjunkturprognosen

Der Sachverständigenrat zeigt sich in den gestern vorgelegten Prognosen etwas vorsichtiger hinsichtlich des erwarteten Wirtschaftswachstums in Deutschland. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Coronakrise senkten die «Wirtschaftsweisen» ihre Konjunkturprognose für 2021 auf +3.1%. Im November wurde noch ein BIP-Wachstum von +3.7% in Aussicht gestellt. Im ersten Quartal wird nun ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um rund -2% erwartet. Dank der fortschreitenden Impfkampagne und der antizipierten schrittweisen Lockerungen sei aber im Laufe des Jahres mit einer Erholung zu rechnen. Nach dem Einbruch um -4.9% im letzten Jahr gehen die Wirtschaftsexperten für das Gesamtjahr 2021 von einer Wachstumsrate von +3% aus und prognostizieren für 2022 ein Wachstum von +4%.

Wirtschaftskalender 18. März

MEZ Land Indikator Letzte Periode
05:00 JP Bank of Japan Zinsentscheid -0.1%
11:00 EZ Handelsbilanz (Januar) +EUR 29.2 Mrd.
13:00 GB Bank of England Zinsentscheid +0.1%
13:30 USA Erstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich) 712’000
13:30 USA Philly Fed-Industrieindex (März) +39.5
15:00 USA Frühindikator (Februar, M/M) +0.5%

 

Unternehmenskalender 17. März

Land Unternehmen Periode
CH Swatch Bilanz-PK
DE HeidelbergCement Jahreszahlen
USA Nike Q4

 

Quelle: BondWorld.ch