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LGT Navigator: Dow Jones knackt erstmals 30 000er Marke

LGT Navigator: Der alt ehrwürdige Dow Jones Industrial schaffte es gestern erstmals in seiner 124-jährigen Geschichte, die Marke von 30 000 Punkten zu überwinden.

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Getragen wurde der Höhenflug von der sich nun scheinbar entspannenden politischen Lage in Washington, nachdem US-Präsident Trump zumindest die offiziellen Wege zu einer Übergabe an das Team des designierten Präsidenten Biden ebnete.

Nachdem das wohl bekannteste Börsenbarometer der Welt, der Dow Jones Industrial im Februar in der Folge des Ausbruchs der Coronakrise von damals über 29 000 Punkten innerhalb von nur vier Wochen um mehr als 10 000 Punkte eingebrochen war, konnten die Verluste bereits Anfang September dank milliardenschwerer Staatshilfen und der ultralockeren Geldpolitik der Zentralbanken wieder wettgemacht werden. Mit dem nun erreichten Rekordhoch scheint die Wall Street zu signalisieren, dass die Anleger, auch dank der Hoffnung auf einen bald einsatzfähigen Covid-19-Impfstoff, ein baldiges Ende der Coronakrise antizipieren.

Bis zum Handelsschluss sicherte sich der Dow Jones Industrial einen Tagesgewinn von +1.54% und beendete den Dienstag auf dem Rekordstand von 30 046.24 Punkten. Der S&P 500 kletterte um +1.62% auf 3 635.41 Punkte und notierte damit nur unweit der vor knapp zwei Wochen erreichten Bestmarke von 3 645 Zählern. Da in den USA der Handel an den Kapitalmärkten aufgrund des Thanksgiving-Feiertages ab morgen ruht, stehen heute einige Konjunkturdaten aus der weltgrössten Volkswirtschaft an. Im Zentrum steht dabei das Protokoll (FOMC Minutes) des letzten Zinsentscheids der US-Notenbank. An den Börsen in Asien setzte sich der positive Trend nur teilweise fort, und das Bild über die Region ist zur Wochenmitte gemischt. Für die europäischen Aktienmärkte signalisieren die Futures ebenfalls keine eindeutige Richtung.

Wahlgezerre und Corona-Pandemie drücken auf US-Konsumentenstimmung

Das Vertrauen der Amerikaner hat sich im November, also nach dem Wahltermin am 3. November, überraschend kräftig eingetrübt. Das Verbrauchervertrauensbarometer des New Yorker Marktforschungsinstitut The Conference Board fiel dabei um 5.3 auf 96.1 Punkte zurück (Konsens 97.6). Auf die Stimmung dürften neben dem politischen Gezerre vor allem die anhaltende Corona-Pandemie und die dadurch unsicheren Konjunkturperspektiven geschlagen haben. So brach insbesondere der Index der Erwartungen dramatisch von 98.2 im Vormonat auf 89.5 Zähler ein.

Geschäftsklima in Deutschland und Frankreich trübt sich ein

Die vom Münchener Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo regelmässig befragten rund 8000 deutschen Unternehmen zeigten sich in der aktuellen Ausgabe erneut pessimistischer. Angesichts des teilweisen erneuten Lockdowns zur Eindämmung der Pandemie fiel das Ifo-Geschäftsklimabarometer im November um 1.8 auf 90.7 Punkte zurück und verzeichnete damit den zweiten Rückgang in Folge. Analysten waren aber von einem noch tieferen Wert von 90.2 ausgegangen. Laut Ifo hat die zweite Pandemiewelle die Erholung der deutschen Wirtschaft unterbrochen und belastet vor allem den Dienstleistungssektor.

In Frankreich hat sich die Stimmung der Unternehmen im November nach neuen Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie deutlich eingetrübt. Das Geschäftsklima fiel um elf Punkte auf 79 Punkte, womit der Rückgang stärker ausfiel als befürchtet (Konsens 84).

Erholung der deutschen Wirtschaft war im Q3 etwas stärker als vermutet

Unterdessen wurde gemeldet, dass die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal sich stärker vom Corona-Schock erholt habe als bisher angenommen. Den Angaben des Statistische Bundesamt (Destatis) zufolge, betrug das BIP-Wachstum +8.5% gegenüber dem Vorquartal, verglichen mit der ersten Schätzung von +8.2%. Der Einbruch im zweiten Quartal wurde jedoch mit -9.8% bestätigt. Im Q3 sei die Wirtschaft von nahezu allen Sektoren gestützt worden. Der Privatkonsum nahm laut Destatis um +10.8% (Q2 -11.1%) zu. Der Staatskonsum erhöhte sich um +0.8% (+2.2%) und die Bruttoanlageinvestitionen stiegen um +3.6% (-6.6%). Die Ausrüstungsinvestitionen nahmen um +16.0% (-15.1%). Die Exporte stiegen um +18.1% (-20.5%) und die Importe um +9.1% (-15.9%).

Deutscher Leitindex Dax mit künftig 40 statt bislang 30 Werten

Die oberste deutsche Börsenliga wird ab September 2021 neu um zehn Werte auf 40 Unternehmen aufgestockt. Im Gegenzug soll der erst vor ein paar Jahren auf 60 Werte erweiterte Nebenwerteindex MDax wieder auf 50 Firmen reduziert werden. Die Anzahl Unternehmen im Kleinwerteindex SDax soll mit 70 Werten unverändert bleiben, teilte die Deutsche Börse mit.

Wirtschaftskalender 25. November
MEZLandIndikatorLetzte Periode
14:30USABIP Q3 (Q/Q, annualisiert)+33.1%
14:30USAKern-PCE-(Inflations)-Index (Oktober, J/J) +1.5%
14:30USAErstanträge Arbeitslosengeld (wöchentlich)+742’000
14:30USAAufträge dauerhafte Güter (Oktober, M/M)+1.9%
16:00USAUni Michigan Konsumentenvertrauen (November)+77.0
16:00USAVerkäufe neuer Eigenheime (Oktober, M/M)-3.5%
20:00USAFOMC-Protokoll  

 

Unternehmenskalender 25. November
LandUnternehmenPeriode
USADeereQ4

 

Quelle: BondWorld.ch