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LGT Navigator: Dramatische Lage am US-Arbeitsmarkt im Fokus

LGT Navigator: In den USA stellten infolge der Corona-Pandemie erneut Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe, womit seit Mitte März mehr als 33 Mio. Amerikaner ihren Job verloren haben …

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Entsprechend wird heute mit höchster Spannung der monatliche US-Arbeitsmarktbericht erwartet.

Dramatische Lage am US-Arbeitsmarkt im Fokus

Wie stark die aktuelle Arbeitsmarktstatistik der Regierung (heute 14:30 Uhr MEZ) die wahre Lage am US-Arbeitsmarkt spiegelt, ist jedoch nach Einschätzung von Neel Kashkari, Chef der Fed von Minneapolis, fraglich. Da viele Arbeitslose nicht aktiv nach einem Job suchten, würden sie durch das Raster der Statistik fallen und so könnte das effektive Ausmass der Krise noch deutlich grösser sein. Erwartet wird eine zweistellige Arbeitslosenquote. Den gestern veröffentlichten Zahlen zu den wöchentlich registrierten Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung (Initial Jobless Claims) zufolge kamen per 2. Mai erneut 3.2 Mio. Arbeitslose hinzu. Damit summiert sich der Jobverlust in den USA infolge der Corona-Krise nun auf mehr als 33 Mio. Menschen.

An der New Yorker Börse legte der Dow Jones Industrial um knapp +0.89% zu und konnte damit die Verluste vom Vortag wieder wettmachen. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um +1.15% auf 2 881.19 Punkte. Im Gefolge legten auch die asiatischen Börsen zum Ende der Woche mehrheitlich zu. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index gewinnt +2.4% und in Hongkong notiert der Hang Seng-Index rund +1% höher. Für positive Impulse sorgte die Zusicherung der USA und China, trotz der jüngsten Spannungen an der getroffenen Teilvereinbarung im Handelskonflikt festhalten zu wollen.

USA und China betonen Willen zur Einigung im Handelskonflikt

Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer und US-Finanzminister Steven Mnuchin haben in einem Gespräch mit Chinas Vizepremier Liu He betont, dass die Mitte Januar getroffene «Phase-1»-Vereinbarung im Handelsstreit weiterhin gültig sei. Damit versuchten die beiden Parteien Spekulationen zu entkräften, wonach das geplante Abkommen wegen der jüngsten Spannungen rund um die Corona-Krise platzen könnte.

Bank of England bleibt in Alarmbereitschaft

Grossbritanniens Notenbank beliess zwar wie erwartet ihren Leitzins auf historischem Tief von +0.1% und ihr Anleihekaufprogramm unverändert, betonte aber falls notwendig weitere Massnahmen zu ergreifen. Angesichts der dramatischen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise – mittlerweile ist die britische Insel der Pandemie-Hotspot Europas – betonte Notenbankchef Andrew Bailey, dass angesichts der düsteren konjunkturellen Aussichten deutliche geldpolitische und fiskalische Impulse erforderlich seien. Wegen der Pandemie rechnet die Bank of England mit einem Einbruch der britischen Wirtschaft um -14% im laufenden Jahr. Andererseits soll sich die Wirtschaft dem Szenario der Zentralbank zufolge 2021 dank einer Lockerung des «Lockdowns» wieder kräftig um +15% erholen. Im Ausblick geht die BoE davon aus, dass das angestrebte Volumen der Anleihekäufe von GBP 645 Mrd. bereits Anfang Juli erreicht sein wird. Im geldpolitischen Rat votierten bereits gestern zwei Mitglieder für eine Erhöhung des Limits um nochmals GBP 100 Mrd.

Norwegens Zentralbank senkt Leitzins

Die norwegische Notenbank hat ihre Geldpolitik angesichts der Corona-Krise und dem drastischen Einbruch der Ölpreise weiter gelockert. Mit der Reduktion um 25 Basispunkte sinkt der Schlüsselzins auf null Prozent. An den Finanzmärkten sorgte der Entscheid für eine Überraschung, hatte doch die Mehrheit der Analysten mit keiner Anpassung gerechnet. Seit März hat die Norges Bank das Zinsniveau damit bereits um 1.5 Prozentpunkte gesenkt. Die Notenbank in Oslo geht in ihrem Konjunkturausblick von einem Einbruch der heimischen Wirtschaft um -5.2% im laufenden Jahr aus, gefolgt von einer Erholung im nächsten Jahr von +3.0%.

EZB pocht auf ihre Unabhängigkeit

Nachdem das deutsche Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe am Dienstag das billionschwere Anleihekaufprogramm der Europäische Zentralbank (EZB) als teilweise verfassungswidrig eingestuft hat, betonte EZB-Präsidentin Christine Lagarde, dass die EZB eine unabhängige Institution und rechenschaftspflichtig gegenüber dem Europäischen Parlament sei. Die Notenbank werde ihren Kurs weiterverfolgen und unbeirrt weiterhin tun, was immer nötig ist, um ihr Mandat zu erfüllen, kommentierte Lagarde.

Massiver Einbruch der deutschen Industrieproduktion

Deutsche Industrieunternehmen haben ihre Produktion im März vor dem Hintergrund der Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie kräftig zurückgefahren. Im Vergleich zum Vormonat ging die Industrieproduktion um -9.2% zurück und damit noch stärker als von Volkswirten im Schnitt mit -7.5% erwartet. Laut dem Statischen Bundesamt handelt es sich um den stärksten Rückgang seit Beginn der Datenreihe 1991. Laut Bundeswirtschaftsministerium ist im April mit einem nochmals deutlich stärkeren Produktionseinbruch zu rechnen.

Wirtschaftskalender 8. Mai
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEExporte (M/M)+1.2%
08:00DEImporte (M/M)-1.5%
09:00SPIndustrieproduktion (J/J)+0.1%
14:30USABeschäftigung (ex-Agrar)-701’000
14:30USAArbeitslosenrate4.4%
14:30USADurchschnittliche Stundenlöhne (J/J)+3.1%
Unternehmenskalender 8. Mai
LandUnternehmenPeriode
DESiemensQ2

Quelle: BondWorld.ch