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LGT Navigator: Drei Zinsentscheide stehen in dieser Woche an

LGT Navigator: In der neuen Handelswoche werden einmal mehr die geldpolitischen Richtungsentscheide der Zentralbanken die Stimmung an den Kapitalmärkten massgeblich bestimmen.

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Mit Spannung wird am Mittwoch erwartet, wie sich die US-Notenbank in Richtung eines Ausstiegs aus den quantitativen Massnahmen positionieren wird. Am Donnerstag werden dann die Bank of Japan und die SNB ebenfalls ihre Zinsentscheide kommunizieren. Unterdessen bleibt die Stimmung an den Börsen angesichts beängstigender Inflationsdaten und uneinheitlicher Konjunktursignale von Vorsicht geprägt.

An Europas Aktienmärkten stand zum Ende der letzten Woche der grosse Quartalsverfall an den Terminbörsen im Mittelpunkt, wodurch die Aktienkurse vielfach von technischen Aspekten bestimmt werden. Der EuroStoxx 50 ging am Freitag bei 4’130.84 Punkten mit einem Tagesverlust von knapp einem Prozent aus dem Handel. An der New Yorker Börse gab der Dow Jones Industrial um rund -0.5% nach und schloss bei 34’584.88 Zählern. Der S&P 500 fiel um -0.92% auf 4’432.99 Punkte zurück und an der Technologiebörse Nasdaq gaben die Indizes am Freitag um rund ein Prozent nach. Währenddessen fiel der Goldpreis auf USD 1’748 je Unze, den tiefsten Stand seit rund 5 Wochen, belastet durch einen höheren US-Dollar. In den Mittelpunkt treten nun die geldpolitischen Entscheide des Fed am Mittwoch sowie der japanischen und schweizerischen Zentralbanken am Donnerstag.

In Asien starteten die Aktienindizes uneinheitlich in die neue Woche, wobei die Börse in Tokio, China und Südkorea wegen eines Feiertages geschlossen blieb. Für Aufsehen sorgt ein Kurssturz in Hongkong, wo der Hang Seng-Index heute um mehr als -3% einbrach. Im Zentrum steht dabei der angeschlagene chinesische Immobilienkonzern Evergrande. Die Aufsichtsbehörden warnten vor einer Destabilisierung des Finanzsystems angesichts der Schulden des Konzerns von rund USD 300 Mrd.

Inflationsrate im Euroraum auf höchstem Niveau seit knapp zehn Jahren

Die Teuerung bei den Verbraucherpreisen in den Euroländern erreichte im August mit +3.0% den höchsten Stand seit November 2011. Im Juli hatte die Inflation auf Jahressicht noch +2.2% betragen. Getrieben wird der Preisdruck vor allem durch die Energiepreise, die gegenüber dem Vorjahr um +15.4% zulegten. Aber auch Nahrungsmittel oder Industriegüter wurden zwischen zwei und drei Prozent teurer. Ohne Berücksichtigung der schwankungsanfälligen Energiepreise sprang die Kernteuerungsrate eindrücklich von +0.7% im Juli auf +1.6% im August. Die Europäische Zentralbank (EZB) peilt eigentlich mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent an, hat jedoch mehrfach betont, dass sie den Inflationsanstieg aufgrund zahlreicher Sondereffekte, die überwiegend auf die Corona-Krise zurückzuführen sind, als «vorübergehend» erachtet.

EZB-Vize warnt vor länger anhaltendem Inflationsdruck

Nach Einschätzung von EZB-Vizechef Luis de Guindos könnte der Inflationsdruck in der Eurozone in diesem Jahr noch deutlicher zunehmen als bisher erwartet. Dies vor allem dann, wenn die Lieferengpässe und der Materialmangel anhalten. Diese Probleme haben nicht nur Auswirkungen auf die Preise von Mikrochips und Halbleitern, sondern beispielsweise auch auf die Energie- und Transportpreise, meinte de Guindos in einem Zeitungsinterview. Eine Unsicherheit stellen auch die im Herbst anstehenden Lohnverhandlungen dar. Die EZB werde diese Entwicklung genauestens verfolgen. Zudem könnten sich die auch die strukturellen Kräfte, wie Globalisierung, Digitalisierung und demografische Entwicklungen, die für die lange anhaltenden niedrige Inflation verantwortlich waren, verändern.

Amerikaner zeigen sich optimistischer, erwarten aber auch eine Zunahme der Inflation

Die Konsumentenstimmung in den USA hat sich gemäss den neusten Umfrageergebnissen der Universität Michigan im September gegenüber dem Vormonat verbessert. Das entsprechende Verbrauchervertrauensbarometer kletterte von 70.3 Punkten auf 71.0 Zähler. Verbessert hat sich dabei vor allem die Erwartungshaltung der befragten Privathaushalte. Der entsprechende Indikator stieg von 77.1 auf 78.5 Punkte. Andererseits gehen die Konsumenten aber auch von einer zunehmenden Inflation aus. So erhöhten sich die Inflationserwartungen auf Sicht von zwölf Monaten im Vergleich zum Vormonat von 4.6% auf 4.7%. Auf Sicht von fünf Jahren blieben sie konstant bei 2.9%.

Wirtschaftskalender 20. September

MEZ Land Indikator Letzte Periode
00:00 JP, CN, SK Feiertag  
08:00 DE Erzeugerpreise (Ausgust, J/J) +10.4%
11:00 DE Bundesbank Monatsbericht  
16:00 USA NAHB-Immobilienmarktindex (September) 75.0

 

Unternehmenskalender 21. September

Land Unternehmen Periode
GB Kingfisher H1
USA FedEx Q1
USA Adobe Q3

 

Quelle: BondWorld.ch