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LGT Navigator: Drohende «Evergrande»-Pleite verunsichert Börsen weltweit

LGT Navigator: Die Angst vor einem potenziellen Zusammenbruch der chinesischen Immobiliengruppe «Evergrande» sorgte zu Wochenbeginn für Nervosität unter den Anlegern und weltweit fallende Kurse an den Aktienbörsen.

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Eine mögliche Pleite des Immobilienkonzerns «Evergrande» in China schüttelte am Montag die internationalen Aktienmärkte durch. Das Unternehmen hat umgerechnet Schulden von mehr als EUR 250 Mrd. und ist dringend auf Liquidität angewiesen. Investoren fürchten nun einen Zahlungsausfall, was sich nicht nur auf den chinesischen Immobilien- und Aktienmarkt negativ auswirken könnte. Der EuroStoxx 50 gab zweitweise um fast -3% nach und fiel auf den tiefsten Stand seit rund zwei Monaten. Am Schluss ging der europäische Benchmark-Index -2.11% tiefer bei 4’043.63 Punkten aus dem Rennen. An der Wall Street dominierte ebenfalls die Sorge, dass eine potenzielle Krise in Chinas Immobiliensektor auf die internationalen Kapitalmärkte «überschwappen» könnte. Zudem steigt nun die Anspannung vor dem am Mittwochabend anstehenden Zinsentscheids der US-Notenbank. Bei dieser Gelegenheit könnte das Fed auch seinen Zeitplan für eine Reduzierung der quantitativen Massnahmen konkretisieren. Der Dow Jones Industrial gab um -1.78% auf 33’970.47 Punkte nach und verzeichneten während des Handelstages den tiefsten Stand seit Ende Juni. Der S&P 500 fiel um -1.7% auf 4’357.73 Zähler zurück. An der Nasdaq wurden Tagesverluste von rund -2% beobachtet.

In Asien scheint der kurzfristige Ausverkauf an den Aktienmärkten etwas nachgelassen zu haben, aber die Unsicherheit und die potenziell höhere Volatilität werden wahrscheinlich weiterhin hoch bleiben.

Zunehmender Inflationsdruck laut BIZ (noch) kein Problem für lockere Zentralbankpolitik

Nach Einschätzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) können sich die grossen Zentralbanken (Fed, Bank of Japan, Bank of England oder die SNB) trotz des stärker werdenden Inflationsdrucks nach wie vor eine lockere Gangart bei ihrer Geldpolitik «erlauben». Grund sei, dass sich die höhere Teuerung auf wenige Wirtschaftsbereiche konzentriere und auf Pandemie-bedingte Sondereffekte sowie statistische Basiseffekte aufgrund der niedrigen Vergleichswerte im Vorjahr zurückzuführen sei. Vor diesem Hintergrund erachtet die BIZ – analog zu den genannten Notenbanken – die stark angestiegene Inflation derzeit als höchstwahrscheinlich nicht nachhaltig. Zu diesem Schluss kommt die BIZ nach der Analyse der Preisentwicklung in 131 Bereichen der US-Volkswirtschaft über einen langen Zeitraum.

Deutsche Erzeugerpreise steigen so stark wie seit 37 Jahren nicht mehr

Der Preisauftrieb in Deutschland verstärkt sich weiter. So stiegen etwa die Produzentenpreise im August auf Jahressicht um +12%, womit der höchste Zuwachs seit Ende 1974 beobachtet wurde. Bereits im Juli waren die Preise auf Herstellerebene kräftig um +10.4% und im Juni um +8.5% gegenüber der Vergleichsperiode im Vorjahr gestiegen. Hintergrund ist der Preisdruck bei Energie und Vorleistungsgütern. Für Energie mussten die deutschen Produzenten im August durchschnittlich rund 25% mehr bezahlen als vor einem Jahr. Erdgas verteuerte sich beispielsweise um +45%.

Wirtschaftskalender 21. September

MEZ Land Indikator Letzte Periode
14:30 USA Neubaubeginne (August, M/M) -7%
14:30 USA Baugenehmigungen (August, M/M) +2.3%

 

Unternehmenskalender 21. September

Land Unternehmen Periode
GB Kingfisher H1
USA FedEx Q1
USA Adobe Q3

Quelle: BondWorld.ch