LGT

LGT Navigator: «Earnings Season» geht diese Woche in die heisse Phase

LGT Navigator: Zahlreiche Börsenschwergewichte präsentieren diese Woche ihre Quartalszahlen und dürften damit für Bewegung an den Aktienmärkten sorgen.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


LGT Navigator


Gute Ergebnisse haben der Wall Street vergangene Woche bereits Rekordgewinne beschert. Konjunkturdaten signalisieren in den USA eine leichte Abschwächung der Wirtschaftsdynamik, während sich der europäische Servicesektor weiter erholt.

In dieser Woche erreicht die laufende Berichtssaison einen ersten Höhepunkt. So stehen am Dienstag etwa die Abschlüsse von Logitech, Kering oder Apple auf der Agenda, am Mittwoch folgen Deutsche Bank, Facebook und Pfizer sowie Samsung, Credit Suisse, Sanofi und Merck & Co am Donnerstag.

Die Gewinnsaison dominierte das Börsengeschehen bereits vergangene Woche und bescherte den amerikanischen Aktienmärkten am Freitag Rekordgewinne. So gewann der Dow Jones +0.7% und schloss mit einem Schlusskurs von 35’061.55 Punkten erstmals überhaupt über der Marke von 35’000. Der S&P 500 kletterte +1% auf 4411.70 Zähler und der Nasdaq Composite avancierte ebenfalls +1% auf 14’836.99 Punkte. Eine erste Zwischenbilanz des Datendienstleister Factset zeigt, dass von den rund 110 S&P-500-Unternehmen, die bis am Donnerstag ihre Zahlen präsentiert haben, mehr als 85% die Markterwartungen übertroffen haben.

In Asien starten die Börsen uneinheitlich in die neue Woche. Der Nikkei gewinnt rund +1%, der Hang Seng (-2.9%) und der Shanghai Composite (-2.1%) verzeichnen jedoch deutliche Abgaben. Dies, nachdem Chinas Kartellbehörde eine weitere Geldstrafe wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens gegen den chinesischen Streamingdienst Tencent verhängt und die Restriktionen gegen private Bildungsunternehmen, die in Hongkong kotiert sind, verschärft hat.

US-Privatwirtschaft verliert im Sommer etwas an Schwung

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) der Londoner Marktforschungsfirma IHS Markit signalisiert für die US-Privatwirtschaft, sprich den Dienstleistungs- und Industriebereich, eine leichte Abschwächung der Geschäftsaktivität. Der PMI gab von 63.1 Punkten im Juni auf 62.1 Zähler nach. Analysten hatten gar mit einem noch kräftigeren Rückgang auf 61.8 gerechnet. Nach Einschätzung von IHS Markit-Chefökonom Chris Williamson deutet der zweite monatliche Rückgang darauf hin, dass sich das Tempo des Wirtschaftswachstums verlangsamt hat, die Abkühlung jedoch auf einen beispiellosen Wachstumsschub folgt.

Eurozone startet dynamisch ins dritte Quartal

Die Unternehmen in der Privatwirtschaft im Euroraum sind den neusten Umfrageerbnissen zufolge gut in das dritte Quartal gestartet. Der von IHS Markit erstellte Sammelindex für den Dienstleistungs- und Industriesektor legte von 59.5 Punkten im Juni im Juli auf 60.6 zu,  und erreicht damit den besten Wert seit 21 Jahren. Während der PMI der Dienstleistungsbranche sich von 58.3 auf 60.4 Punkte, resp. den höchsten Stand seit 15 Jahren, verbesserte, trübte sich die Situation im Industriebereich angesichts der Lieferkettenengpässe von 63.4 auf 62.6 Zähler ein. Im Ausblick zeigten sich die Unternehmen in beiden Sektoren mehrheitlich besorgt über die Folgen einer weiteren Ausbreitung der Delta-Variante.

Kritische Stimmen im EZB-Zentralbankrat

Im geldpolitischen Spitzengremium der Europäischen Zentralbank (EZB) herrscht einem Bericht von Bloomberg zufolge Uneinigkeit über die neue «Forward Guidance». Der deutsche Bundesbankpräsident Jens Weidmann und der belgische Zentralbankchef Pierre Wunsch sollen sich demzufolge gegen die neue Ausrichtung hinsichtlich des Inflationsziels ausgesprochen haben. Die neu formulierte «Guidance» könnte gemäss den beiden Ratsmitgliedern an den Kapitalmärkten als eine zu langfristige Verpflichtung zu einer lockeren Geldpolitik angesehen werden.

Russlands Zentralbank erhöht erneut den Leitzins

Die russische Notenbank muss die Zinsschraube weiter anziehen, um sich gegen den zunehmenden Inflationsdruck zu wehren. Die Bank of Russia straffte den Leitzins am Freitag um +1 Prozentpunkt auf 6.5% – der grösste Zinsschritt seit 2014. Zudem stellte die Notenbank weitere Zinsanhebungen in Aussicht.

Wirtschaftskalender 26. Juli

MEZ Land Indikator Letzte Periode
10:00 DE Ifo-Geschäftsklima (Juli) 101.8
16:00 USA Verkäufe neuer Häuser (Juni, M/M) -5.9%

 

Unternehmenskalender 26. Juli

Land Unternehmen Periode
FR LVMH H1
FR Michelin H1
NL Philips H1
IRL Ryanair Q1

 

Quelle: BondWorld.ch