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LGT Navigator: Einigung in Brüssel, EU beschliesst historisches Corona-Hilfspaket

LGT Navigator: Im Kampf gegen die Corona-Krise haben sich die 27 EU-Staaten nach mehr als viertägigen Verhandlungen auf das grösste Haushalts- und Finanzpaket in der Geschichte der Union verständigt …

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Die Einigung in Brüssel dürfte die bereits zu Wochenbeginn mehrheitlich positive Grundstimmung an den Kapitalmärkten stützen.

Am Sondergipfel in Brüssel erzielte die Europäische Union nach zähem Ringen eine Einigung auf ein historisches Haushalts- und Finanzpaket. Im Rahmen des siebenjährigen EU-Haushalts beinhaltet das Paket zusammengefasst EUR 1.8 Billionen Euro, wovon EUR 750 Mrd. für das Konjunktur- und Investitionsprogramm gegen die Folgen der Pandemiekrise vorgesehen sind. Die Mittel dieses Aufbaufonds sollen die am meisten von der Pandemie betroffenen Länder, etwa Italien und Spanien, aus der Krise helfen. Dabei setzten sich die sogenannten «Sparsamen Vier», also die Niederlande, Österreich, Dänemark und Schweden mit ihrer Forderung durch, dass die (nicht zurückzubezahlenden) Zuschüsse an die notleidenden Länder deutlich reduziert  – von EUR 500 Mrd. auf nun EUR 390 Mrd. – und zusätzlich EUR 360 Mrd. als Kredite vergeben werden sollen. Mit dem Finanzpaket will sich die EU gemeinsam gegen den Wirtschaftseinbruch stemmen und den EU-Binnenmarkt zusammenhalten. Gleichzeitig soll in den Umbau in eine digitale und klimafreundlichere Wirtschaft investiert werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich erleichtert und meinte, es gehe aber auch darum, dass der Binnenmarkt in einer der schwersten Krisen der Gemeinschaft weiter funktionieren könne. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach von einem «historischen Moment» für Europa.

An den Kapitalmärkten dürfte die Einigung in Brüssel die bereits zu Wochenbeginn mehrheitlich positive Grundstimmung stützen. In Tokio notiert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index heute +0.8% fester und an der Wall Street legte der breite S&P 500-Index gestern ebenfalls um +0.81% zu. Der Euro Stoxx 50 hatte nach anfänglichen Verlusten einen Tagesgewinn von +0.68% verzeichnet. Der Euro kletterte bereits im Vorfeld der EU-Einigung gegenüber dem US-Dollar bis auf rund 1.1465 und erreichte damit den höchsten Stand seit über vier Monaten.

Der Blick der Anleger wird sich nun verstärkt auf die laufende Quartalsberichterstattung der börsennotierten Unternehmen richten. Heute stehen zunächst einige Schweizer Blue Chips wie UBS und Novartis im Fokus. Am Donnerstag folgen die Quartalsergebnisse von Roche und Daimler und am Freitag die Tech-Schwergewichte Alphabet und Intel.

UBS schlägt trotz Gewinnrückgang die Markterwartungen

Die Schweizer Grossbank UBS hat im zweiten Quartal vor dem Hintergrund der Pandemie weniger verdient als im Vorjahr, vermochte aber dennoch die Markterwartungen klar zu übertroffen. Unter dem Strich verdiente die Bank USD 1.23 Mrd. – ein Rückgang um -11% gegenüber der Vergleichsperiode im Vorjahr. Sie lag damit aber klar über dem Konsens von USD 930 Mio. Das Vorsteuerergebnis ging von USD 1.76 Mrd. im Vorjahr auf USD 1.58 Mrd. zurück (Konsens USD 1.28 Mrd.). Wie bereits im Vorquartal muss die UBS aufgrund der hohen Unsicherheiten wegen der Corona-Krise weitere Wertberichtigungen von USD 272 Mio. vornehmen. Positiv entwickelte sich der Zufluss von Neugeldern. Im Q2 flossen der Bank im Bereich Global Wealth Managment netto USD 9 Mrd. zu, nach USD 12 Mrd. im Q1. Laut Konzernchef Sergio Ermotti bestätigte das Ergebnisse einmal mehr die Stärke, Widerstandsfähigkeit und Diversifizierung des integrierten Geschäftsmodells der UBS. Im Ausblick zeigte sich die Grossbank eher zurückhaltend.

IWF korrigiert Wachstumsprognose für US-Wirtschaft

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung in den USA im laufenden Jahr um -6.6% aufgrund der Corona-Krise einbrechen wird. Damit fällt die Einschätzung des IWF aber optimistischer aus als die bisherige Annahme eines BIP-Rückgangs um -8%. Die leicht zuversichtlichere Prognose stützt sich auf den relativ soliden Privatkonsum, der zuletzt wieder deutlich zugenommen hat.

Japans Inflationsrate hält die Null

Nachdem die von der Bank of Japan besonders stark beachtete Kerninflationsrate im April und Mai erstmals seit 2016 negativ war, stabilisierte sich die Lage im Juni. Die Kernteuerung kletterte inmitten der Corona-Krise zumindest wieder auf null Prozent. Ökonomen hatten mit einem erneuten Rückgang gerechnet. Die allgemeine Teuerungsrate lag im Juni wie im Vormonat bei +0.1%. Trotz der extrem lockeren Geldpolitik bleibt das von der Notenbank angepeilte 2%-Ziel ausser Reichweite und der Druck auf die Konsumentenpreise hat sich durch die Corona-Krise noch verstärkt.

Wirtschaftskalender 21. Juli
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00CHExporte Juni (M/M)-0.2%
08:00CHImporte Juni (M/M)+13.0%

Unternehmenskalender 21. Juli
LandUnternehmenPeriode
CHUBSQ2
CHNovartisQ2
CHGivaudanH1
CHLindt & SprüngliH1
CHKühne & NagelH1
CHGeorg FischerH1
CHSGSH1
USAPhilip MorrisQ2

Quelle: BondWorld.ch