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LGT Navigator: Ende des «Lockdowns» führt zu unerwarteter Dynamik am US-Arbeitsmarkt

LGT Navigator: Die schnelle Lockerung des «Lockdowns» in den USA hatte einen deutlich positiveren Einfluss auf den Arbeitsmarkt als erwartet …

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Die neusten Zahlen vom amerikanischen Arbeitsmarkt fielen überraschend «positiv» aus, respektive bei weitem besser, als von Ökonomen erwartet. Anleger sehen sich in der jüngst verstärkt zuversichtlichen Einschätzung bezüglich einer schnellen Konjunkturerholung bestätigt.

Anstatt des von Analysten erwarteten erneuten massiven Stellenverlustes, setzte am amerikanischen Arbeitsmarkt im Mai eine unerwartete Erholung ein. So wurden im letzten Monat wieder 2.5 Mio. neue Arbeitsplätze besetzt, nachdem im April noch 20.7 Mio. Jobs verloren gegangen waren. An den Kapitalmärkten wurde im Schnitt mit einem erneut kräftigen Abbau von 7.5 Mio. Stellen gerechnet. Andererseits war der Stellenabbau in den beiden Vormonaten aber noch grösser ausgefallen als bisher bekannt. Demnach sind im April und März insgesamt 642 000 mehr Stellen abgebaut worden, als zuvor angenommen. Die separat ermittelte Arbeitslosenrate fiel von 14.7% im April auf 13.3% im Mai zurück. Prognostiziert war ein Anstieg auf rund 20%.

An der Wall Street sorgten die Arbeitsmarktdaten für eine Fortsetzung der Rally und der Dow Jones Industrial beendete die vergangene Handelswoche mit einem Tagesplus von +3.15% bei 27 110.98 Punkten. Mit einem Plus von fast +7% resultierte damit der grösste Wochengewinn seit Anfang April. In Europa schloss der Leitindex EuroStoxx 50 am Freitag sogar mit einem Wochenplus von etwas mehr als +9%. Die Börsen in Asien schlossen sich zum Wochenauftakt den positiven Vorgaben aus Übersee an und verbuchten Tagesgewinne. In Tokio schloss das Nikkei-Aktienbarometer +1% höher bei 23 094.69 Punkten.

In dieser Woche steht vor allem der geldpolitische Entscheid der US-Notenbank (Federal Reserve) am Mittwoch im Mittelpunkt. Während davon auszugehen ist, dass die Fed ihren Leitzins unverändert belässt, wird die Einschätzung der Konjunkturlage, insbesondere nach den überraschenden Arbeitsmarktdaten, mit Spannung erwartet.

Chinas Aussenhandel im Schatten der globalen Corona-Verwerfungen

Obwohl sich die chinesische Volkswirtschaft vom Corona-Schock zu erholen scheint, brachen im Mai die Einfuhren (in US –Dollar) stärker als erwartet um fast -17% gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein. Gleichzeitig gingen auch die Exporte um -3.3% zurück, womit der Rückgang aber geringer war, als von Ökonomen prognostiziert. In die USA exportierte China im letzten Monat -14.3% weniger als noch in der Vergleichsperiode im Vorjahr. Die Importe aus den USA sanken um -7.6%. Im Warenaustausch mit der Europäischen Union exportierte China -7.3% weniger und auch die Importe nahmen um -11.8% ab. Experten betonten, dass der Rückgang der chinesischen Importe vor allem auch mit der hohen Vergleichszahl im Vorjahr und den gesunkenen Rohstoffpreisen zusammenhänge.

Brexit-Verhandlungen in einer Sackgasse

Die Europäische Union (EU) und Grossbritannien scheinen bei den Verhandlungen über die künftigen Beziehungen nach dem Ausscheiden des Königreichs einmal mehr in einer Sackgasse zu stecken. EU-Chefunterhändler Michel Barnier zeigte sich nach der jüngsten Verhandlungsrunde am Freitag frustriert und meinte: «Wir können so nicht ewig weitermachen». Es gebe weiterhin erhebliche Differenzen, insbesondere bei den Wettbewerbsregeln und den Fischereirechten. Laut EU Verhandlungschef Barnier muss bis Ende Oktober ein Deal stehen, damit alle 27 EU-Staaten noch rechtzeitig zustimmen könnten. Nachdem Grossbritannien die EU am 31. Januar verlassen hat, gilt bis Ende dieses Jahres eine Übergangsfrist. Bis dann soll ein neues Freihandelsabkommen vereinbart werden.

Zurückhaltende Investitionstätigkeit deutscher Unternehmen

Gemäss einer aktuellen Umfrage des Münchner Ifo-Instituts halten sich deutsche Firmen infolge der Corona-Krise bei Investitionen immer stärker zurück. Bereits jedes zweite Unternehmen habe geplante Investitionen verschoben. Knapp 30% der befragten Firmen hätten gar ihre Investitionsvorhaben ganz gestrichen. Dies sei für die längerfristige Entwicklung der Wirtschaft äusserst beunruhigend, kommentierte das Münchener Wirtschaftsforschungsinstitut. Am stärksten scheint die Verunsicherung in der Industrie. So gaben 64% der Industrieunternehmen an, Investitionen zumindest vorerst aufzuschieben, und 32% werden ganz auf neue Projekte verzichten. Wie stark die Verunsicherung in der deutschen Industrie wegen der Corona-Krise ist, zeigen auch neuste Daten zum Auftragseingang. So brachen die Bestellungen im April um knapp -26% zum Vormonat stärker als erwartet ein – der massivste Rückgang seit Beginn der Datenreihe anfangs 1991. Im Jahresvergleich wurden im April -36.6% weniger Aufträge notiert. Die Bestellungen aus dem Inland gingen im April auf Monatssicht um -22.3% zurück, während die Aufträge aus dem Ausland sich um -28% verringerten.

Opec+ einigt sich auf Verlängerung der Produktionskürzungen

Die Opec und ihre Kooperationspartner wie Russland (Opec+) haben sich am Wochenende auf eine Verlängerung der Drosselung der Ölproduktion um einen weiteren Monat geeinigt. Auch im Juli soll die Ölproduktion um knapp zehn Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag gedrosselt werden, um den vor allem wegen den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise eingebrochenen Ölverbrauch zu stabilisieren. Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Rohöl legte zum Wochenauftakt um rund +1% auf USD 39.97 je Barrel zu.

Wirtschaftskalender 8. Juni
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEIndustrieproduktion April (M/M)-9.2%
08:00DEIndustrieproduktion April (J/J)-11.6%
10:30EZSentix Konjunkturbarometer-41.8
Unternehmenskalender 19. Juni
LandUnternehmenPeriode
USAOracleQ4

Quelle: BondWorld.ch