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LGT Navigator: Erholung an der Wall Street trotz besorgniserregender Inflationssignale

LGT Navigator: Obwohl die neusten Daten aus den USA die Inflationsängste der Anleger kaum zu beruhigen vermochten, konnten die Indizes an der New Yorker Börse zu einer Erholung ansetzen.

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Wie nachhaltig diese sein wird, ist angesichts der höchsten Teuerungsrate in den USA seit mehr als zwölf Jahren und dem überraschend kräftigen Anstieg der amerikanischen Erzeugerpreise aber fraglich. Solange die Zentralbanken den Inflationsschub aber nur als temporäres Phänomen betrachten, scheint die Gefahr bald steigender Zinsen noch nicht akut. Die Skepsis der Anleger dürfte die Börsen aber auch in naher Zukunft belasten.

Während an den meisten Börsenplätzen in Europa feiertagsbedingt nicht gehandelt wurde, setzte an der Wall Street eine Erholung ein. Der Dow Jones Industrial legte am Donnerstag um +1.29% auf 34’021.45 Punkte zu, nachdem das Börsenbarometer am Vortag noch auf den niedrigsten Stand seit einem Monat gefallen war. Der breite S&P 500 legte gleichzeitig um +1.22% auf 4’112.50 Zähler zu und auch an der Technologiebörse Nasdaq ging es um rund +0.8% nach oben. Neuste Inflationsdaten aus den USA hatten zunächst die Zinssorgen der Anleger bestärkt und sorgten noch am Mittwoch für heftige Reaktionen an den Finanzmärkten. Während Aktienkurse Zur Wochenmitte unter Druck gerieten legten die Renditen von US-Staatsanleihen zu. Die Rendite des zehnjährigen Benchmark-Treasury kletterte auf bis zu 1.67%.

In Asien folgten die meisten Aktienindizes den positiven Vorgaben aus den USA. In Tokio notiert der Nikkei 225 knapp +2.5% höher und der Hang Seng in Hongkong gewinnt rund +1%. In China erzielt der Shanghai Composite zum Wochenschluss einen Tagesgewinn von etwa +1.5%.

Inflationsrate in den USA so hoch wie seit mehr als zwölf Jahren nicht mehr

Die Teuerung der amerikanischen Verbraucherpreise betrug im April +4.2% und erreichte damit den höchsten Wert seit September 2008! Ein massiver Anstieg gegenüber der im März ausgewiesenen Inflationsrate von +2.6%. Analysten hatten im Schmitt mit einem Anstieg auf +3.6% gerechnet. Auch im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise deutlich um +0.8%. Treiber waren insbesondere die Energiepreise. Aber auch ohne Berücksichtigung der Energie- und vielfach schwankungsanfälligen Lebensmittelpreise, ist die Kern-Teuerungsrate mit +3% beachtlich. Im Monatsvergleich stiegen die Kernpreise um +0.9% – der stärkste Anstieg seit 1982! Gestiegen sind auch die Preise auf Erzeugerebene. Wie die gestern publizierten Daten zeigten, haben die US-Produzentenpreise im April auf Jahressicht stärker als erwartet um +6.2% auf den höchsten Wert seit September 2011 zugelegt (Konsens +5.8%, März +4.2%). Ökonomen verweisen aber vor allem auf statistische Basiseffekte aufgrund des durch die Corona-Beschränkungen ausgelösten Wirtschaftseinbruchs. Nichtsdestotrotz dürften die neusten Zahlen aus den USA die Inflationssorgen wohl kaum beruhigen.

Richard Clarida, stellvertretender Vorsitzender der US-Notenbank (Fed) betonte, dass der deutliche Anstieg der Inflation im April noch keine grosse Gefahr darstelle und die Entwicklung wahrscheinlich vorübergehend sein werde. Das Ausmass des aktuellen Anstiegs der Verbraucherpreise habe aber auch ihn überrascht. Er erwarte zunächst noch weiter steigende Inflationsraten, bis zum Jahresende aber wieder eine Beruhigung, respektive einen Rückgang. Sollte die Inflation auf ein Niveau steigen, das mit dem Mandat der Notenbank unvereinbar sei, werde das Fed bereit sein zu handeln, betonte Clarida.

Brüsseler Exekutive hebt Wachstumsprognose an

Die Wirtschaft Europas wird nach Einschätzung der EU-Kommission im laufenden und nächsten Jahr dank der Impfkampagne und Lockerungen der Pandemiemassnahmen schneller wachsen als bisher angenommen. Für die gesamte EU erwartet die Exekutive 2021 eine BIP-Wachstumsrate von +4.2% (bisher +3.7%) und 2022 von +4.4% (+3.9%). Für die 19 Länder der Eurozone prognostiziert die Brüsseler Behörde in diesem Jahr eine Expansion von +4.3% und im darauffolgenden Jahr von +4.4% (bisher je +3.8%).

Deutschlands Inflationsrate erreicht erstmals seit zwei Jahren die Zweiprozentmarke

Der starke Anstieg der Energiepreise trieb die Verbraucherpreise in Deutschland im April auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Auf Jahressicht stiegen die Lebenshaltungskosten um +2.1% (EU-harmonisiert), womit die Konsumentenpreise seit Auslaufen der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung Ende 2020 den vierten Monat in Folge gestiegen sind. Bemerkbar machten sich vor allem die Energiepreise (+7.9%), wobei auch die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Abgabe und der Preisrückgang bei Energieprodukten vor Jahresfrist durchschlug. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise würde die deutsche Inflationsrate +1.4% betragen und ohne Einberechnung von Benzin und Heizöl sogar nur +1.2%. Die deutsche EZB-Direktorin Isabel Schnabel rechnet damit, dass die Inflationsrate in Deutschland bald +3% übersteigen könnte. Die EZB-Geldpolitik sei aber mittelfristig ausgerichtet, und das bedeute, dass die Notenbank sich nicht von kurzfristigen Schwankungen beindrucken lassen dürfe.

Wirtschaftskalender 14. Mai

MEZ Land Indikator Letzte Periode
09:00 SP Verbraucherpreise (April, J/J) +1.9%
13:30 EZ EZB-Protokoll (vom 22. April)  
14:30 USA Einzelhandelsumsätze (April, M/M) +9.7%
15:15 USA Industrieproduktion (April, M/M) +1.4%
16:00 USA Konsumentenstimmung Uni Michigan (Mai) 88.3

 

Unternehmenskalender 18. Mai

Land Unternehmen Periode
IT Generali Q1
FR Engie Q1
GB Vodafone Q1
USA Walmart Q1
USA Home Depot Q1

 

Quelle: BondWorld.ch