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LGT Navigator: Erholungsrally an der Wall Street

LGT Navigator: Die Aussicht auf ein Eingreifen der Zentralbanken und staatliche Konjunkturstützungsmassnahmen hat die Angst vor einer unkontrollierten Coronavirus-Pandemie und einer potenziellen weltweiten Rezession vorerst eingedämmt………

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An der Wall Street setzte der Dow Jones Industrial zu einer fulminanten Korrektur an und schloss +5% höher als am Vortag. An Asiens Börsen folgten jedoch nicht alle Börsen den positiven Vorgaben aus den USA, was die nach wie vor fragile Marktstimmung widerspiegelt.

Erholungsrally an der Wall Street

Die Finanzminister der sieben wichtigsten Industriestaaten (G7) wollen noch in dieser Woche über die Folgen des Coronavirus-Ausbruchs für das Wirtschaftswachstum sprechen. Zudem haben die grossen Zentralbanken Gespräche über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie geführt und die EZB sei in jedem Fall bereit, alle zur Verfügung stehenden Instrumente anzupassen, wenn erforderlich, bestätigte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos. Zuvor hatte bereits US-Notenbankchef Jerome Powell bekräftigt, dass die Fed die Risiken einer Pandemie auf die Weltwirtschaft erkannt habe. Japans Zentralbank hatte zu Wochenbeginn das nationale Finanzsystem angesichts der Virus-Krise mit zusätzlicher Liquidität versorgt. Der anhaltende Druck an den Aktienbörsen scheint darauf hinzudeuten, dass die Investoren bisher der Schlagkraft der Notenbanken und der Staaten kein grosses Vertrauen entgegenbringen, die Coronavirus-Krise einzudämmen. Australiens Zentralbank senkte bereits ihren Leitzins um 25 Basispunkte von +0.75% auf +0.5%.

Unterdessen hat die EU-Gesundheitsagentur ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) das Risiko wegen der Coronavirus-Pandemie von moderat auf hoch heraufgestuft. In der Europäischen Union sind inzwischen rund 2 100 Infektionen und 38 Todesfälle in 18 EU-Staaten nachgewiesen.

US-Industrie erneut im Gegenwind

Der wegen seiner soliden Korrelation zum gesamtwirtschaftlichen Verlauf in den USA stark beachtete Einkaufsmanagerindex des ISM (Institute for Supply Management) für den Industriesektor deutete mit einem Rückgang von 50.9 Zählern zu Jahresbeginn auf 50.1 Punkte im Februar auf eine deutliche Wachstumsverlangsamung im verarbeitenden Gewerbe in den Vereinigten Staaten hin. Bekräftigt wird dies auch durch den vom Londoner Marktforschungsinstitut IHS Markit berechneten Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie, der im Februar auf 50.7 von 50.8 im Vormonat nachgab. IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson meinte, dass die Industrie im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Coronavirus mit Gegenwind wegen Verzögerungen in den Lieferketten zu kämpfen haben.

In Europa stieg der Einkaufsmanagerindex für die Industrie im Februar von 47.9 im Januar auf 49.2 Zähler im Februar an, womit das Stimmungsbarometer immerhin den höchsten Stand seit einem Jahr erreichte. Die Aussagekraft der Ergebnisse dürfte jedoch fraglich sein, da die Umfrage zwischen dem 12. bis 21. Februar stattfand und damit die Zuspitzung der Coronavirus-Krise in vielen europäischen Ländern in der letzten Woche nicht wiederspiegelt.

OECD korrigiert globale Konjunkturprognosen

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie ihre Wachstumsprognosen für das laufende Jahr korrigiert. Im günstigen Szenario rechnet die OECD nun mit einem Weltwirtschaftswachstum von +2.4% verglichen mit der bisherigen Prognose von +2.9%. Nachholeffekte – unter Annahme, dass die Pandemie erfolgreich eingedämmt wird – sollen dann aber im nächsten Jahr für ein stärker als bisher erwartetes Wachstum der Weltwirtschaft von +3.3% (bisher +3.0%) führen. Für China prognostiziert die OECD 2020 ein BIP-Wachstum von +4.9% (bisher 5.7%), gefolgt von +6.4% im 2021 (bisher +5.5%). Im Euroraum geht die OECD von einem Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr von +0.8% (bisher +1.1%) und 2021 von +1.2% (+1.2%) aus. Die Prognosen beruhen laut OECD auf dem günstigen Szenario. Im Falle einer ungünstigen Entwicklung, respektive eines länger anhaltenden und intensiveren Ausbruchs des Coronavirus, würden sich die Aussichten beträchtlich verschlechtern und es sei nur noch mit einem Weltwirtschaftswachstum von lediglich +1.5% zu rechnen. In diesem Fall fordert die OECD koordinierte multilaterale Massnahmen und eine Erhöhung der Staatsausgaben.

Bringt der Super-Dienstag einen klaren Favoriten hervor?

Die Vorwahlen der demokratischen Präsidentschaftsanwärter erreichen heute einen Höhepunkt. Am sogenannten Super Tuesday wird in 14 Bundesstaaten gleichzeitig abgestimmt. Nachdem Pete Buttigieg (38) sich gestern aus dem Rennen verabschiedete, stehen nun noch sechs Kandidaten zur Wahl. Die besten Chancen haben derzeit Bernie Sanders (78) und Joe Biden (77). Auf dem Parteitag Mitte Juli wollen die Demokraten dann ihren Kandidaten küren, mit dem sie in die Präsidentenwahl am 3. November ziehen.

Wirtschaftskalender 3. März
MEZLandIndikatorLetzte Periode
07:45CHBIP Q4 (Q/Q)+0.4%
11:00EZVerbracherpreise (J/J)+1.4%
11:00EZKern-Verbraucherpreise (J/J)+1.1%
11:00EZArbeitslosenrate7.4%
Unternehmenskalender 3. März
LandUnternehmenPeriode
CHOC OerlikonJ19
CHLindt & SprüngliJ19
DEBeiersdorfJ19
DEStroeerJ19

Quelle: BondWorld.ch