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LGT Navigator: EU-Deal sorgt für Erleichterung, Corona weiterhin für Unsicherheit

LGT Navigator: Erleichterung nach der Einigung auf das Corona-Hilfspaket am EU-Gipfel und die Hoffnung auf eine schnelle Wiederbelebung der Weltwirtschaft …

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sowie ermutigende Daten zu möglichen Covid-19-Impfstoffen sorgen für eine anhaltend positive Grundstimmung an den Börsen. Während die Entwicklung der Coronavirus-Pandemie weiterhin ein grosser Unsicherheitsfaktor ist, richtet sich der Fokus der Anleger nun vor allem auf die durch die Corona-Krise stark beeinträchtigten Quartalsergebnisse grosser Unternehmen.

Das am Sondergipfel in Brüssel geschnürte Hilfspaket zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise wurde an den Finanzmärkten grösstenteils mit Erleichterung aufgenommen. Positiv auch die Reaktionen aus den von der Pandemie am stärksten betroffenen EU-Ländern Italien und Spanien. Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte zeigte sich zufrieden mit dem beschlossenen Finanzpaket. Italien soll EUR 209 Mrd der insgesamt gesprochenen EUR 750 Mrd. für die Krisenbewältigung erhalten, davon EUR 81 Mrd. als nicht zurückzahlbare Zuschüsse. Auch Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez meinte, dass die Einigung «eine grossartige Übereinkunft für Europa und Spanien» sei. Spanien soll EUR 140 Mrd. erhalten – rund die Hälfte davon als Zuschüsse. Clemens Fuest, Chef des Münchener Ifo-Instituts warnte, dass die wirtschaftliche Erholung nur funktionieren werde, wenn die betroffenen Länder selbst erhebliche Reformanstrengungen unternehmen würden.

An der Wall Street schloss der Dow Jones Industrial mit einem soliden Tagesgewinn von +0.6% bei 26 840.40 Punkten. Zwischenzeitlich verzeichnete das New Yorker Leitbarometer sogar ein doppelt so starkes Plus. Der breiter gefasste S&P 500 legte etwas moderater um +0.17% auf 3 257.30 Zähler zu, verbuchte aber zuvor den höchsten Stand seit dem Beginn des Corona-Crashs im Februar. Der Technologie-Index Nasdaq 100 schloss hingegen aufgrund von Gewinnmitnahmen rund -1% tiefer bei 10 833.07 Punkten. In Europa hatte der EuroStoxx 50 gestern die Einigung in Brüssel mit Erleichterung aufgenommen und schloss bei 3 405.35 Zählern +0.5% höher. In Asien war die Börsentendenz heute eher negativ. Belastet wird die Stimmung nach wie vor durch die beunruhigende Entwicklung der Pandemie insbesondere in den USA. US-Präsident Donald Trump musste eingestehen, dass die Lage wahrscheinlich zunächst schlimmer werde, bevor sie besser werde und forderte die Amerikaner erstmals auf, Gesichtsmasken zu tragen. In Tokio verliert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index rund -0.6%.

Trumps Fed-Kandidaten nehmen erste Hürde

Die vor allem bei den Demokraten höchst umstrittene Kandidatin für einen Direktionsposten bei der US-Notenbank (Fed), Judy Shelton, nahm gestern im Bankenausschuss des Senats die erste Hürde im laufenden parlamentarischen Verfahren. Mit 13 zu zwölf Stimmen wurde die Nominierung der Ökonomin im mehrheitlich mit Republikanern besetzten Ausschuss durchgewinkt. Shelton unterstützte Trump im Wahlkampf und sorgte vor allem mit der Forderung einer Rückkehr zum Goldstandard für Aufsehen. Grünes Licht erhielt auch der zweite Kandidat Trumps, Christopher Waller. Der Ökonom ist derzeit bei der Federal Reserve von St. Louis Forschungsdirektor und gilt als enger Vertrauter von James Bullard, dem Chef der Fed von St. Louis, der für eine eher lockere Geldpolitik plädiert. Trump könnte bei einer erfolgreichen Wiederwahl im November später einen «seiner» Kandidaten als Nachfolger des von ihm ungeliebten Fed-Chefs Jerome Powell nominieren.  Powells Amtszeit läuft 2022 ab.

EZB bleibt auch in der Krise Handlungsfähig

Nach Einschätzung von EZB-Direktionsmitglied Isabel Schnabel, habe die Reaktion der EZB auf die Corona-Krise gezeigt, dass die Notenbank auch nach dem bereits seit Jahren andauernden Krisenmanagement weiterhin ihre Handlungsfähigkeit unter Beweis gestellt habe. Die EZB verfüge über einen «grossen und wirksamen geldpolitischen Werkzeugkasten», so die deutsche Zentralbankerin. Bei Bedarf könne die EZB die Massnahmen weiter anpassen oder zukünftig auch neue Instrumente etablieren.

Biden will mit milliardenschwerem Sozialprogramm punkten

Im laufenden US-Präsidentschaftswahlkampf stellt der demokratische Herausforderer Joe Biden ein Sozialprogramm im Umfang von USD 775 Mrd. über zehn Jahre in Aussicht, um die Folgen der Corona-Krise abzufedern. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen im Gesundheits- und im Bildungssektor, sollen mit Bidens Programm auch Senioren unterstützt und die Kinderbetreuung ausgebaut werden. Finanzieren wollen das die Demokraten u.a. durch die Rücknahme von Steuererleichterungen sowie eine strengere Umsetzung bereits bestehender Steuervorschriften. In aktuellen Umfragen liegt Biden derzeit vor Amtsinhaber Trump.

Wirtschaftskalender 23. Juli
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Quelle: BondWorld.ch