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LGT Navigator: EU-Staaten verhandeln über umstrittene Finanzhilfe

LGT Navigator: Ende der Woche treffen sich die EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel, wo eine Kompromiss zum kontrovers diskutierten Aufbaufonds gefunden werden soll …

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Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt am Wochenende auf einen neuen Rekord. Hotspot bleiben die USA.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit Covid-19 ist auf ein neues Rekordniveau gestiegen, meldete die Weltgesundheitsorganisation WHO am Sonntag. Demnach wurden binnen 24 Stunden mehr als 230000 neue Krankheitsfälle gezählt. In den USA stecken sich derzeit täglich mehr als 60000 Menschen mit dem Coronavirus an. Am Freitag hat die Zahl der Neuinfektionen mit über 66600 einen neuen Höchstwert erreicht. Hotspots sind nach wie vor Florida, Kalifornien, Texas und Arizona. Aber auch in anderen Bundesstaaten hat sich die Ausbreitung des Virus in der vergangenen Woche beschleunigt.

Die asiatischen Börsen zeigen sich von den jüngsten Zahlen nicht beeindruckt. In Shanghai avanciert der Shanghai Composite +1.5% und in Hong Kong gewinnt der Hang Seng mehr als +1%. In Tokio klettert der Nikkei rund 2%. Auch an den europäischen Aktienmärkten zeichnet sich eine freundliche Eröffnung ab.

Finanzplanung am EU-Gipfel

In Europa steht diese Woche der EU-Gipfel am 17. Und 18. Juli im Fokus. Die 27 EU-Staats- und Regierungschefs treffen sich in Brüssel, um über die EU-Finanzen bis 2027 und den Aufbaufonds (Recovery Fund) zu diskutieren. Deutschland und Frankreich haben vorgeschlagen, einen Fonds im Umfang von EUR 750 Mrd. zu lancieren, um europäische Staaten zu unterstützen, die besonders hart von der Coronakrise getroffen worden sind. Davon sollen EUR 500 Mrd. als Zuschüsse zur Verfügung stehen, das heisst, das Geld muss von den Empfängern nicht zurückbezahlt werden. Allerdings lehnen die Niederlande, Dänemark, Schweden und Österreich – die sich selbst als die «Sparsamen Vier» bezeichnen – den Aufbaufonds, so wie er geplant ist, ab und wollen stattdessen Kredite zu günstigen Konditionen vergeben. Denkbar ist zudem, die Finanzhilfe an Reformen zu knüpfen. Die Regierungen dürften die bevorstehende Woche nutzen, um die Diskussionen voranzutreiben, um einen Kompromiss zu finden. Kommt es am EU-Gipfel zu einer Einigung, müssen anschliessend auch die nationalen Parlamente den Beschlüssen zustimmen.

Notfallreserven für Brexit-Turbulenzen

Einen weiteren Notfallfonds will EU-Ratspräsident Charles Michel einrichten. Er will EUR 5 Mrd. zur Verfügung stellen, um für unvorhergesehene wirtschaftliche Folgen im Zusammenhang mit dem Brexit gewappnet zu sein. Grossbritannien hat die EU Ende Januar verlassen. Bis Ende Jahr müssen die Beziehungen zum Staatenverbund geklärt werden, dazu gehört auch die Einigung auf ein neues Handelsabkommen. Angesichts der schwierigen Verhandlungen halten Experten diesen Zeitplan allerdings für unrealistisch.

Industrie in Italien und Frankreich erholt sich

Die italienischen Industrieunternehmen haben sich im Mai unerwartet deutlich von dem Absturz in der Coronakrise erholt. So kletterte die Gesamtproduktion gegenüber April mehr als 40%. Italien zählt zu den mit am schwersten von der Pandemie getroffenen Staaten. Auch in Frankreich ist die Industrieproduktion im Mai überraschend stark gestiegen und im Vergleich zum Vormonat fast 20% gewachsen. Im April verzeichnete das Statistikamt noch ein Minus von 20.6%. Die französische Wirtschaft dürfte im zweiten Quartal 17% schrumpfen, erwarten die Statistiker. Von Juli bis September soll die Aktivität dann wieder anziehen und im zweistelligen Bereich wachsen.

Wirtschaftskalender 13. Juli
MEZLandIndikatorLetzte Periode
06:30JPNDienstleistungssektorindex (Juni)-6.0

Unternehmenskalender 14. Juli
LandUnternehmenPeriode
USAJPMorgan ChaseQ2
USACitigroupQ2

 

Quelle: BondWorld.ch