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LGT Navigator: Europa schottet sich ab

LGT Navigator: Eine in Grossbritannien entdeckte hochansteckende Mutation des Coronavirus sorgt für Nervosität und neue Unsicherheit im Kampf gegen die Pandemie.

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Elf Tage vor dem Brexit stellen zahlreiche europäische Staaten den Flugverkehr mit der Insel ein. In den USA haben sich die Politiker auf ein milliardenschweres Corona-Hilfspaket geeinigt.

Für neues Ungemach sorgt zum Wochenstart eine Meldung aus Grossbritannien, wo sich eine Mutation des Coronavirus rasant vor allem im Südosten der Insel ausbreitet. Die Mutation soll bis zu 70% ansteckender sein als das bisher beobachtete Virus, gaben die britischen Behörden bekannt. In der Folge hat die Regierung für die Festtage einen harten «Lockdown» mit Ausgangssperren über Teile des Landes verhängt, betroffen davon ist auch die Hauptstadt London. In der Folge kam es zu chaotischen Szenen an etlichen Bahnhöfen, da viele Menschen versuchten, in letzter Minute aus den betroffenen Gebieten abzureisen. Zahlreiche europäische Staaten haben den Reiseverkehr mit Grossbritannien inzwischen eingestellt, darunter auch die Schweiz. Von den Reiseeinschränkungen betroffen ist zudem Südafrika, wo sich die neue Virus-Variante ebenfalls verbreitet. Bislang gibt es keine Anzeichen dafür, dass das mutierte Coronavirus zu einem schwereren Krankheitsverlauf führt oder die Wirkung der Impfungen beeinträchtigt ist.

Die asiatischen Börsen sind uneinheitlich in die neue Handelswoche gestartet. In Tokio verliert der Nikkei 0.2% und der Hang Seng notiert in Hongkong 0.3% niedriger. Der Shanghai Composite gewinnt dagegen knapp 0.6%. Die chinesische Zentralbank hat den Zinssatz für Neukreditvergaben unverändert belassen und damit die Markterwartungen erfüllt.

Durchbruch im Ringen um US-Konjunkturpaket

In den USA haben sich Demokraten und Republikaner nach monatelangen zähen Verhandlungen auf ein zweites Corona-Hilfspaket geeinigt, das sich auf einen Umfang von USD 900 Mrd. beläuft. Das Geld soll unter anderem an kleine Betriebe fliessen, zudem soll die Arbeitslosenhilfe aufgestockt werden. Die Vorlage muss nun noch im Kongress abgesegnet werden.

Countdown zum harten Brexit

Die Fronten zwischen Grossbritannien und der EU bleiben verhärtet und eine Einigung auf ein Handelsabkommen scheint immer unwahrscheinlicher. Ein zentraler Streitpunkt bleiben die Fischereirechte, die seit Beginn der Verhandlungen immer wieder für Diskussionen zwischen den Parteien sorgen. Gemäss Medienberichten hat Grossbritannien nun einen Kompromissvorschlag der EU abgelehnt. Damit ist am Sonntagabend eine weitere Frist verstrichen.  Die Verhandlungen dürften aber weitergehen, mit dem Ziel, bis am 31. Dezember doch noch ein Abkommen zu beschliessen. Allerdings bereiten sich sowohl Grossbritannien als auch die EU auf einen No-Deal-Brexit vor, um etwa einen Kollaps des Flug- und Strassenverkehrs zu verhindern.

Deutsche Unternehmen zeigen sich widerstandsfähig

Die Stimmung deutscher Firmen hat sich im Dezember trotz neuerlichen Beschränkungen des öffentlichen Lebens aufgehellt. Das viel beachtete Ifo-Geschäftsklimabarometer verbesserte sich zum Ende des Jahres um 1.2 auf 92.1 Punkte, entgegen der Konsenserwartung eines Rückgangs auf 90.0 Zähler. Ifo-Präsident Clemens Fuest meinte, dass der neuerliche «Lockdown» einzelne Branchen zwar hart treffe, die deutsche Wirtschaft insgesamt sich aber widerstandsfähig zeige. Sogar in dem durch die Beschränkungen am stärksten betroffenen Dienstleistungssektor beurteilten die befragten Unternehmen ihre Situation leicht zuversichtlicher als noch vor einem Monat. Gestützt wird Europas grösste Volkswirtschaft derzeit durch die solidere Verfassung der Industrie, die von einer starken Auftragslage profitiert. Nach Einschätzung des Münchener Wirtschaftsforschungsinstituts wird das deutsche Bruttoinlandprodukt im Schlussquartal 2020 um -0.4% schrumpfen, dann aber im Auftaktquartal 2021 um +0.6% zulegen.

Japan senkt Konjunkturprognosen

Die japanische Regierung hat ihre Konjunkturprognose für das per Ende März ablaufende Fiskaljahr gesenkt. Das BIP werde im Zuge der Coronakrise um -5.2% zurückgehen, anstatt des bisher prognostizierten Einbruchs um -4.5%. Trifft die Prognose ein, so würde dies den stärksten Rückgang der Wirtschaftsleistung seit dem Vorliegen vergleichbarer Daten im Jahr 1995 bedeuten. Für das folgende Fiskaljahr 2021/22 zeigt sich die Regierung hingegen aufgrund der initiierten Konjunkturprogramme und der Hoffnung auf eine Eindämmung der Pandemie durch Impfungen zuversichtlicher und erhöhte ihr Wachstumsprognose auf +4.0%, von zuvor +3.4%.

Wirtschaftskalender 21. Dezember

MEZLandIndikatorLetzte Periode
11:00EZWirtschaftsstimmung87.6
11:00EZGeschäftsklima-0.63
11:00EZKonsumentenstimmung-17.6
14:30USAFed Chicago Nationaler Aktivitätsindex (November)+0.83

 

Unternehmenskalender 15. Januar 2021

LandUnternehmenPeriode
USAJPMorgan ChaseQ4
USACitigroup Q4
USAGoldman Sachs Q4
USAAlcoaQ4

 

Quelle: BondWorld.ch