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LGT Navigator: EZB bestätigt ihren Kurs und bekräftigt Strategieüberprüfung

LGT Navigator: Während an den internationalen Aktienmärkten die Sorge um eine mögliche Ausweitung der in China aufgetretenen Viruserkrankung die Stimmung weiterhin getrübt ist, bekräftigte die EZB ihre gegenwärtige Zinspolitik und prüft eine Anpassung ihrer Strategie.

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Gleichzeitig bleibt die laufende Unternehmensberichtssaison im Fokus der Anleger. Intel lieferte hierbei mit einem zuversichtlichen Ausblick einen positiven Impuls.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält an ihrer expansiven Geldpolitik fest und sieht die Risiken hinsichtlich des Konjunkturausblicks weiterhin nach unten gerichtet. Auch in Anbetracht der nach wie vor verhaltenen Inflationsaussichten sei deshalb eine weiterhin äusserst akkommodierende Geldpolitik für einen längeren Zeitraum notwendig. Damit hält die EZB sowohl am Negativzins als auch am Nettowertpapierkaufvolumen von monatlich EUR 20 Mrd. sowie ihrer «Forward Guidance» fest. EZB-Präsidentin Christine Lagarde anerkannte aber auch, dass jüngste Konjunkturdaten eine gewisse Stabilisierung des Wirtschaftswachstums zeigten und sich die Unsicherheiten im Handelskonflikt nach dem «Phase-1»-Abkommen zwischen den USA und China etwas verringert hätten. Mit Blick auf die Inflation werde die EZB die weitere Inflationsentwicklung und die Auswirkungen der geldpolitischen Massnahmen für die Konjunktur genauestens beobachten und sei bereit, ihre Instrumente gegebenenfalls anzupassen, um sicherzustellen, dass sich die Teuerungsrate mittelfristig auf nachhaltige Weise dem EZB-Ziel von knapp 2% annähere.

EZB-Strategiecheck – aktive Rolle gegen Klimawandel

Bei der Überprüfung der Strategie der EZB gehe es unter anderem darum, die Massnahmen, Werkzeuge und die Sprache der Notenbank vor dem Hintergrund grosser Themen wie beispielsweise der Digitalisierung auf den Prüfstand zu stellen, kommentierte Notenbankchefin Lagarde nach der Ratssitzung in Frankfurt. Als Teil der geplanten Überprüfung will die EZB auch Möglichkeiten prüfen einen aktiven Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten. Mit ersten Resultaten der Strategieprüfung sei aber erst im November oder Dezember zu rechnen. Letztmals unterzog die EZB ihre Strategie im 2003 einer Überprüfung und führte daraufhin das bis heute gültige Inflationsziel ein – die wichtigste Richtgrösse für die Preisstabilität. Heute wird EZB-Präsidentin Christine Lagarde am WEF in Davos an einer Podiumsdiskussion über den Weltwirtschaftsausblick teilnehmen.

Riksbank-Entscheid hat keinen Einfluss auf EZB

Der jüngste Entscheid der schwedischen Zentralbank (Riksbank) sich von den Negativzinsen zu verabschieden hat für die EZB laut Präsidentin Christine Lagarde keine unmittelbare «Vorbildfunktion». Die Entscheidung der schwedischen Zentralbank lasse keine Rückschlüsse auf die EZB zu, meinte die Notenbankvorsitzende.

Norwegens Zentralbank sah unterdessen keinen Handlungsbedarf und beliess ihren Schlüsselzins unverändert bei +1.5%.

Intel erfreut Anleger mit positivem Ausblick

Der amerikanische Chiphersteller Intel stellt für das laufende Geschäftsjahr 2020 einen höher als von Analysten erwarteten Umsatz von USD 73.5 Mrd. in Aussicht. Der Marktkonsens lag bisher bei USD 72.25 Mrd. Im Schlussquartal 2019 stieg der Umsatz um +8% auf USD 20.2 Mrd. (Konsens USD 19.2 Mrd.). Profitieren konnte Intel insbesondere von einer starken Nachfrage bei Chips für den Einsatz in Datenzentren und PCs. Der Gewinn je Aktie lag mit USD 1.52 ebenfalls deutlich über den Analystenschätzungen von USD 1.25. In der Folge legte die Aktie nach Börsenschluss um rund +7% zu.

Helvetia baut Spaniengeschäft aus

Der Schweizer Versicherer Helvetia will für EUR 780 Mio. eine Mehrheit von bis zu 70% am spanischen Versicherer Caser erwerben und damit das Europa-Geschäft ausbauen. Caser ist vor allem im Nicht-Leben-Geschäft tätig. Helvetia wolle den Zukauf zu zwei Dritteln mit der Begebung von Hybridanleihen und zu einem Drittel mit der Emission neuer Aktien finanzieren. Die Transaktion soll im ersten Halbjahr 2020 abgeschlossen sein.

US-Wirtschaft scheint etwas an Schwung zu verlieren

Nach Angaben des in New York ansässigen Wirtschaftsforschungsinstituts The Conference Board dürfte sich die Dynamik der US-Wirtschaft auf Sicht von rund sechs Monaten abgeschwächt haben. Darauf deutete der aus zehn verschiedenen Wirtschaftsindizien zusammengestellte Sammelindex hin. Dazu zählen unter anderem Neuaufträge in der Industrie, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Baugenehmigungen oder das Verbrauchervertrauen. Der Indikator sank im Dezember kräftiger als erwartet um -0.3%.

Wirtschaftskalender 24. Januar
MEZLandIndikatorLetzte Periode
09:15FRMarkit Einkaufsmanagerindex Composite52.0
09:30DEMarkit Einkaufsmanagerindex Composite50.2
10:00EZMarkit Einkaufsmanagerindex Composite50.9
10:00EZMarkit Einkaufsmanagerindex Industrie46.3
10:00EZMarkit Einkaufsmanagerindex Dienstleister52.8
10:30GBMarkit Einkaufsmanagerindex Composite49.3
15:45USMarkit Einkaufsmanagerindex Composite52.7
15:45USMarkit Einkaufsmangerindex Industrie52.4
15:45USMarkit Einkaufsmanagerindex Dienstleister52.8
Unternehmenskalender 24. Januar
LandUnternehmenPeriode
CHGivaudanJ19
USAmerican ExpressQ4
USNextera EnergyQ4

 

Quelle: BondWorld.ch