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LGT Navigator: EZB unter starkem Handlungsdruck

LGT Navigator: Nach den überraschenden Zinssenkungen der amerikanischen und britischen Zentralbanken sieht sich EZB-Chefin Lagarde heute mit hohen Erwartungen konfrontiert, ihre Geldpolitik ebenfalls weiter zu lockern…………

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Angesichts der schwer abschätzbaren Risiken für die Weltwirtschaft durch die Coronavirus-Pandemie hoffen Anleger einmal mehr auf die Hilfe der Notenbanken. Die Luft wird für die Fed & Co. aufgrund des tiefen Zinsniveaus aber zusehends dünner.

EZB unter starkem Handlungsdruck

Bereits gestern warnte EZB-Präsidentin Christine Lagarde in einer Telefonkonferenz mit den Regierungschefs der Europäischen Union vor einem extremen Schock für die Wirtschaft durch die Coronavirus-Krise. Es drohe eine wirtschaftliche Krise wie 2008, warnte Lagarde und plädiert für ein koordiniertes Vorgehen. Die EZB werde anlässlich ihres geldpolitischen Entscheids (13:45 Uhr MEZ) alle Instrumente prüfen, um die Liquiditätsversorgung sicherzustellen.

An den Aktienbörsen war die Erholung kurzatmig und insbesondere an der Wall Street setzte sich der Ausverkauf gestern unvermindert fort. Der Dow Jones Industrial verlor zeitweise -6.75% und schloss -5.86% tiefer als am Vortag. Der breit gefasste S&P 500 beendete den Handelstag mit einem Verlust von -4.89%. In der Folge scheiterte auch der Erholungsversuch an den europäischen Börsen. In Asien setzte sich der Negativtrend weiter fort. In Tokio fiel der Nikkei 225-Index zeitweise um bis zu -5.55%. Andererseits bleiben sichere Anlagen, wie US-Staatsanleihen, Schweizer Franken oder japanische Yen gefragt. Der Goldpreis hingegen tut sich schwer von der Krise, respektive dem Ausverkauf an den Aktienmärkten zu profitieren.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrachtet den Ausbruch des neuartigen Coronavirus nun offiziell als Pandemie. Zudem sprach US-Präsident Donald Trump einen Einreisestopp für europäische Länder des Schengen-Raums aus.

Bank of England schaltet ebenfalls in den Krisenmodus

Grossbritanniens Notenbank senkte vor dem Hintergrund der Coronavirus-Krise ihren Leitzins überraschend und erstmals seit August 2016 um einen halben Prozentpunkt auf +0.25%. Die wirtschaftliche Aktivität in Grossbritannien werde sich in den kommenden Monaten aufgrund des ungewissen Ausmasses der Pandemie wahrscheinlich erheblich abschwächen, kommentierte der BoE-Chef Mark Carney. Die Notenbank betonte zudem ihre Bereitschaft, falls notwendig ihre Geldpolitik noch weiter zu lockern und sich hierbei mit anderen Zentralbanken abzusprechen. Des Weiteren kündigte Notenbankchef Carney ein Konjunkturpaket über EUR 34 Mrd. zur Bekämpfung der Virus-Krise an. Dabei sollen vor allem kleineren Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten günstige Finanzierungsinstrumente zur Verfügung gestellt werden.

Berlin ist gefordert

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich gestern erstmals ausführlich zur Corona-Krise geäussert. Dabei betonte sie, dass es oberstes Ziel sei, die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen, um insbesondere eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Das Ausmass der Corona-Krise sei noch nicht absehbar, warnte Merkel und betonte, Europa müsse gemeinsam gegen die Ausbreitung des Virus vorgehen. Mit Blick auf die Situation in Italien meinte Merkel, dass die Staats- und Regierungschefs der Eurozone auch den Stabilitäts- und Wachstumspakt flexibel halten müssten. Zuvor war die Koalitionsregierung von einer Gruppe von Wirtschaftswissenschaftlern um den Topökonomen Peter Bofinger aufgefordert worden, mehr zur Eindämmung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu unternehmen. Die Wirtschaftspolitik müsse nun klar und deutlich kommunizieren, dass sie in der Lage ist, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise einzudämmen. Um Unternehmen vor Liquiditätsengpässe zu schützen, seien die generelle zinsfreie Stundung von Voraus- und Nachzahlungen bei Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer zielführende Instrumente.

Schwächere Inflation in den USA

Die Lebenshaltungskosten in den Vereinigten Staaten haben sich im Februar leicht abgeschwächt. Im Vergleich zur Vorjahresperiode stiegen die Verbraucherpreise um +2.3%, verglichen mit einer Teuerungsrate von +2.5% zu Jahresbeginn. Die Kerninflationsrate, exklusive der schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise, kletterte hingegen im letzten Monat auf +2.4% von +2.3% im Januar.

Wirtschaftskalender 12. März
MEZLandIndikatorLetzte Periode
11:00EZEZB-Zinsentscheid0.0%
11:00EZIndustrieprodukion (J/J)-4.1%
13:30USErzeugerpreise (M/M)+0.5%
13:30USErzeugerpreise (J/J)+2.1%
13:30USKern-Erzeugerpreise (J/J)+1.7%
Unternehmenskalender 12. März
LandUnternehmenPeriode
CHDufryJ19
CHBaloise HoldingJ19
CHGalenicaJ19
GBTullow OilJ19
USOracleQ3

Quelle: BondWorld.ch