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LGT Navigator: EZB weitet ihr Krisenprogramm aus

LGT Navigator: Die EZB stemmt sich nochmals mit weiteren Milliarden gegen die wirtschaftlichen Folgen der anhaltenden Corona-Krise und weitet ihr Notkaufprogramm aus.

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Die Pandemie stelle weiterhin gravierende Risiken für die Gesundheit der Allgemeinheit sowie für die Wirtschaft der Eurozone und der Welt dar, betonte EZB-Chefin Lagarde. An den Kapitalmärkten wurden die neuen konjunkturstützenden Massnahmen der europäischen Notenbank erwartet und bereits eingepreist. Unterdessen wird die Luft bei den Brexit-Verhandlungen immer dünner.

Die Europäische Zentralbank (EZB) behielt wie erwartet ihre Leitzinsen unverändert auf Rekordtief, schliesst aber eine weitere Senkung der Zinsen nicht aus. Im Fokus stand die weitere Ausweitung des Notkaufprogramms (PEPP) für Staatsanleihen und Wertpapiere von Unternehmen um EUR 500 Mrd. auf EUR 1.85 Billionen und die Verlängerung bis März 2022 (bisher Mitte 2021). Zudem bekräftigte EZB-Chefin Christine Lagarde dieses Programm auf jeden Fall so lange fortzuführen, bis die Corona-Krisenphase als beendet erachtet werden kann. Darüber hinaus versucht die EZB, die Kreditvergabe der Geschäftsbanken zu fördern. Hierzu beschloss der EZB-Rat, die Serie langfristiger und gezielter Refinanzierungsgeschäfte der dritten Serie (TLTRO3) statt bis März 2021 bis Dezember 2021 fortzuführen. Der für die Banken maximal erreichbare Vorzugszins von 50 Basispunkten unterhalb des Einlagensatzes soll statt bis Juni 2021 bis Juni 2022 Gültigkeit haben. Des Weiteren betonte Lagarde, dass die EZB die Entwicklung des Euro-Wechselkurses mit Blick auf mögliche Implikationen für den mittelfristigen Inflationsausblick beobachten werde und jederzeit zur Anpassung aller geldpolitischer Instrumente bereit sei.

Airbnb zündet bei Börsengang Kursfeuerwerk

An den europäischen Aktienbörsen erfüllten die von der EZB getroffenen Massnahmen die Erwartungen der Anleger und so ging Europas Benchmarkindex EuroStoxx 50 zum Handelsschluss fast unverändert bei 3 522.31 Punkten (-0.19%) aus dem Tagesgeschäft. An der Wall Street war nach einem schwachen Beginn kein einheitlicher Trend ersichtlich. Neben den weiter steigenden Corona-Infektionszahlen in den USA standen enttäuschende Daten vom US-Arbeitsmarkt im Fokus. Der Dow Jones Industrial beendete den Donnerstag mit einem Minus von -0.23% knapp unter 30 0000 bei 29 999.26 Punkten. Der marktbreite S&P 500 verlor letztlich -0.13% und schloss bei 3 668.10 Zählern, während der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 um +0.3% auf 12 401.74 Punkte zulegen konnte. In New York sorgte gestern vor allem der Börsengang von Airbnb für Aufmerksamkeit. Der Aktienkurs des Apartment-Vermittlers Airbnb hat sich gestern gegenüber dem Ausgabepreis von USD 68 mehr als verdoppelt und ging mit USD 144.71 aus dem Handel. Das Unternehmen aus San Francisco erreichte damit einen Börsenwert von rund USD 100 Mrd. Der Kurssprung ist umso erstaunlicher, da Airbnb auf dem Weg zum IPO bereits mehrfach den Aktienpreis erhöht hatte. Erst Anfangs dieser Woche wurde die Spanne von USD 44 bis 50 auf USD 56 bis 60 angehoben.

Die Luft für eine Brexit-Lösung wird dünner und dünner

Obwohl sich die EU und Grossbritannien auf der Suche nach einer Lösung im Kampf um einen Brexit-Handelspakt eine letzte Frist bis Sonntagabend gesetzt haben, scheinen sich beide Seiten auf einen möglichen «No-Deal» vorzubereiten. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der britische Premierminister Boris Johnson hatten am Mittwochabend rund drei Stunden in Brüssel miteinander gesprochen, aber keine Einigung erzielt. Nun führen der britische Unterhändler David Frost und sein EU-Kollege Michel Barnier die Verhandlungen weiter. Bis spätestens Sonntagabend solle aber eine Entscheidung fallen, betonte von der Leyen. Der britische Aussenminister Dominic Raab meinte unterdessen, er schliesse zwar auch weitere Gespräche nicht kategorisch aus, jedoch sei dies nach dieser Deadline «unwahrscheinlich». Die EU-Kommissionschefin meinte es gebe keine Garantie für einen Vertrag und die EU müsse vorbereitet sein, dass am 1. Januar kein Handelsabkommen in Kraft tritt. Trotzdem, wir werden am Sonntag eine Entscheidung treffen, so von der Leyen.

US-Wirtschaft laut Reuters-Umfrage innert Jahresfrist wieder auf Vorkrisenniveau

Die amerikanische Volkswirtschaft dürfte bis in einem Jahr wieder das Niveau von vor der Coronakrise erreichen. Davon geht eine Mehrheit von 43 Ökonomen (von insgesamt 69) in einer aktuellen Umfrage von Reuters aus. 21 Volkswirte glauben, dass die weltgrösste Volkswirtschaft dafür bis zu zwei Jahre benötigen wird und fünf Ökonomen gehen von zwei oder mehreren Jahren aus. Für das laufende Schlussquartal 2020 gehen die Experten im Konsens von einer auf das Jahr hochgerechneten BIP-Wachstumsrate von +4.0% aus.

Wirtschaftskalender 11. Dezember

MEZLandIndikatorLetzte Periode
10:00ITIndustrieproduktion (Oktober, J/J)-5.1%
14:30USAErzeugerpreise (November, M/M)+0.3%
14:30USAErzeugerpreise (November, J/J)+0.5%
14:30USAKern-Erzeugerpreise (November, J/J)+1.1%
16:00USAUni Michigan Konsumentenvertrauen (Dezember)76.9

 

Unternehmenskalender 13. Dezember 2020

LandUnternehmenPeriode

 

Quelle: BondWorld.ch