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LGT Navigator: EZB weitet Notkaufprogramm weiter aus

LGT Navigator: Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöht das Volumen ihres Kaufprogramms für Staats- und Unternehmenspapiere nochmals um EUR 600 Mrd. auf EUR 1.35 Billionen, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie abzufedern …

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EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprach von einer beispiellosen Kontraktion der Wirtschaftsaktivität. Nach dem jüngst starken Lauf an den Börsen scheinen die Anleger nun wieder etwas vorsichtiger zu werden und erwarten mit Spannung die neusten Daten vom amerikanischen Arbeitsmarkt.

Das bislang bis Jahresende terminierte «Pandemic Emergency Purchase Programme» (PEPP) soll bis mindestens Ende Juni 2021 verlängert werden. Durch verbesserte Finanzierungsbedingungen sollen die Folgen der Corona-Krise gemildert und eine schnelle Erholung der durch die Pandemie hart getroffenen Wirtschaft unterstützt werden. Laut Notenbankchefin Christine Lagarde hat der EZB-Rat auch über den Ankauf von Unternehmensanleihen ohne Investment-Grade-Rating diskutiert. Dabei geht es eigentlich um sogenannte «Fallen Angels», also Anleihen von Unternehmen, die vor der Corona-Krise, noch über ein Investment-Grade-Rating verfügten. Gleichzeitig beliess die EZB ihren Leitzins auf dem Rekordtief. In ihren gestern veröffentlichten Konjunkturprognosen geht der EZB-Stab in einem Basisszenario für 2020 von einem Einbruch des Bruttoinlandprodukts (BIP) in der Eurozone um -8.7% aus. In den nächsten beiden Jahren soll sich die Wirtschaft dann aber wieder erholen und um +5.2%, resp. +3.3% zulegen. Zudem werde die beispiellose Kontraktion der Wirtschaftsaktivität zu einem schwachen Inflationsdruck führen.

An der New Yorker Börse sowie an den Aktienmärkten in Asien kam es nach der jüngsten Rally zu verstärkten Gewinnmitnahmen. Der Dow Jones Industrial schloss praktisch unverändert bei 26 281.82 Punkten, während der marktbreite S&P 500 um -0.34% auf 3 112.35 Zähler zurückfiel. Die Tokioter Börse hat zum Wochenschluss ebenfalls leicht verloren. Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte gab um -0.35% auf 22 616 Punkte nach.

US-Arbeitsmarktbericht im Fokus

Einmal mehr richten die Kapitalmärkte ihren Blick auf die heute Nachmittag (14:30 Uhr MEZ) anstehende US-Arbeitsmarktstatistik für Mai. Im April war die Arbeitslosenquote in den USA auf 14.7%, den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg, gestiegen. Vor der Corona-Krise hatte die Arbeitslosenquote im Februar noch 3.5% betragen. Im Mai wird nun ein erneuter Anstieg der Arbeitslosenrate auf über 20% gerechnet. Die Beschäftigung (ausserhalb der Landwirtschaft) dürfte der Konsensprognose zufolge im Mai nochmals um 8 Mio. Stellen zurückgegangen sein. Allein im April gingen 20.5 Mio. ? Jobs verloren – der massivste Abbau seit der Grossen Depression in den 1930er Jahren. Auch die neusten wöchentlich gemeldeten Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe zeigten einen anhaltenden Stellenverlust in den USA. In der Woche bis zum 30. Mai stellten knapp 1.9 Mio. Menschen einen Antrag auf Arbeitslosengeld. Seit März haben damit knapp 41 Mio. Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren.

Berlins milliardenschweres Konjunkturpaket: «Stabilitätsanker im Sturm»

Wirtschaftsminister Peter Altmaier beschrieb das EUR 130 Mrd. schwere Konjunkturpaket als einen «Stabilitätsanker im Sturm», das helfen werde, die schwerste Rezession der Nachkriegszeit zu überwinden. Die Regierung in Berlin rechnet wegen der Corona-Krise im laufenden Jahr mit einem Wirtschaftseinbruch um -6.3%, jedoch auch mit einer Erholung im nächsten Jahr um rund +5%. Es sei Licht am Ende des Tunnels auszumachen, so Altmaier. Der Präsident des Münchener Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo, Clemens Fuest, lobte das Konjunkturpaket der deutschen Koalitionsregierung als «durchdacht und ausgewogen». Die Wirtschaftshilfen werden laut Ifo die Rezession dämpfen. Auch in Brüssel kommt das Konjunkturpaket der Bundesregierung gut an. Die Europäische Kommission unterstützte das Hilfspaket und steht hinter Mitgliedsstaaten, die in der Corona-Krise Investitionen anregen, Arbeitsplätze schützen und wieder Wachstum schaffen.

«Lockdown» sorgt für Rekordeinbruch der Einzelhandelsumsätze im Euroraum

Im April sind die Umsätze der Einzelhändler in der Eurozone gegenüber dem Vormonat um -11.7% eingebrochen – der stärkste Rückgang seit Beginn der Datenreihe vor mehr als zwei Jahrzehnten –, nachdem die Verkäufe bereits im März um rund -11% gesunken waren. Ökonomen hatten im April jedoch einen noch kräftigeren Einbruch um -19% befürchtet.

Wirtschaftskalender 5. Juni
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEAuftragseingang Industrie April (M/M)-15.6%
08:00DEAuftragseingang Industrie April (J/J)-16.0%
09:00SPIndustrieproduktion April (J/J)-10.2%
14:30USAArbeitslosenrate Mai14.7%
14:30USABeschäftigung Gesamtwirtschaft Mai-20.537 Mio.
14:30USABeschäftigung Privatwirtschaft Mai-19.52 Mio.
14:30USADurchschnittliche Stundenlöhne Mai (M/M)+4.7%
14:30USADurchschnittliche Stundenlöhne Mai (J/J)+7.9%
Unternehmenskalender 19. Juni
LandUnternehmenPeriode
USAOracleQ4

Quelle: BondWorld.ch