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LGT Navigator: Fed bleibt längerfristig im Krisenmodus

LGT Navigator: Die US-Zentralbank bleibt angesichts der anhaltenden Coronakrise im Krisenmodus und wird ihre expansive Geldpolitik fortsetzen.

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Während Fed-Chef Powell versicherte, alle zur Verfügung stehenden Instrumente zu nutzen, um die Wirtschaft in dieser herausfordernden Zeit zu stützen, verzichtete das Fed vorerst auf neue Konjunkturspritzen. Unterdessen fielen neueste Daten zum Privatkonsum in den USA überraschend schwach aus. Andererseits lieferten Einkaufsmanagerumfragen im Euroraum Hoffnung auf Besserung.

Das Fed setzt ihre Krisenpolitik vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie fort, hält ihre Leitzinsen auf dem Rekordtief von 0.0-0.25% und pumpt weiterhin jeden Monat dreistellige Milliardenbeträge in die Wirtschaft bis «substanzielle Fortschritte» erreicht seien. Damit unterstreicht die Zentralbank ihren Willen, die Anleihekäufe für unbestimmte Zeit fortzuführen. Fed-Präsident Jerome Powell erklärte, dass der Wirtschaftsausblick durch erhebliche Risiken belastet und die Konjunkturentwicklung stark vom weiteren Verlauf der Pandemie abhängig sei. Unterdessen erreichte die Coronakrise in den USA mit nahezu 4’000 Toten innerhalb von 24 Stunden einen neuen traurigen Rekord. Dennoch zeigt sich die Notenbank in ihren Prognosen etwas zuversichtlicher. Für das laufende Jahr geht das Fed von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um -2.4% aus, anstatt der bisher veranschlagten -3.7%). Auch die Wachstumsprojektionen für 2021 und 2022 wurden jeweils leicht angehoben, von +4.0% auf +4.2%, resp. von +3.0% auf +3.2%.

An der Wall Street sorgte der US-Notenbankentscheid für keine heftigen Reaktionen. Der Dow Jones Industrial schloss -0.15% tiefer als am Vortag bei 30’154.54 Punkten und der S&P 500 ging mit einem moderaten Gewinn von +0.18% bei 3’701.17 Zählern aus dem Tagesgeschäft. An Europas Börsen sorgten zuvor besser als erwartete PMI-Daten für eine positive Anlegerstimmung. Der EuroStoxx 50 erreichte zwischenzeitlich den höchsten Stand seit Ende Februar und schloss mit einem Tagesgewinn von +0.61% bei 3’543 Punkten. Im Fokus stehen auch weiterhin die zähen Brexit-Verhandlungen. Im Mittelpunkt steht dabei weiterhin das Thema Fischerei-Rechte. Hierbei sei die Lage laut EU- Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen noch immer «sehr schwierig». Asiatische Aktienindizes zeigten heute Morgen mehrheitlich eine positive Tendenz. Für Unterstützung sorgt nach wie vor die Hoffnung auf das seit langem erwartete US-Fiskalpaket sowie der Start der Impfkampagnen in den USA und Europa.

US-Konsum schwächt sich rund um Thanksgiving ab

Vor dem Hintergrund der angespannten Pandemielage in den USA verbuchte der amerikanische Einzelhandel im November erstmals seit sieben Monaten einen Umsatzrückgang. Die Detailhandelsumsätze brachen kräftiger als erwartet um -1.1% gegenüber dem Vormonat ein. Analysten hatten im Konsens mit einem Rückgang um -0.3% gerechnet. Anhaltend hohe Ansteckungsraten und Todesfälle in den USA sowie die eindringliche Reisewarnung zu Thanksgiving scheinen doch viele Konsumenten zur Zurückhaltung bewegt zu haben. Für die weltgrösste Volkswirtschaft gelten die Detailhandelsumsätze als wichtiger Indikator für die Konsumausgaben, die mit einem Anteil von etwa 70% am Bruttoinlandsprodukt eine Schlüsselrolle für die Wirtschaft spielen.

Euro-PMIs deuten auf vage Stabilisierung zum Jahresende

Neusten Umfrageergebnissen des Londoner Marktforschungsinstituts IHS Markit zufolge scheint sich das Wirtschaftswachstum in der Eurozone zum Jahresende weitgehend stabilisiert zu haben. Dabei konnte der Industriesektor seinen Wachstumskurs festigen und die Dienstleister die Erholung fortsetzen. Der zusammengefasste Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft, resp. den Industrie- und Dienstleistungssektor, verbesserte sich dabei von 45.3 Punkten im November auf 49.8 Zähler im Dezember, bleibt damit aber knapp unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der PMI für das Industriegewerbe stieg von 53.8 auf 55.5 und der Dienstleistungs-PMI kletterte von 41.7 auf 47.3 Punkte. Es sehe derzeit so aus, als ob der Rückgang im Schlussquartal deutlich schwächer ausfallen werde als jener im Frühjahr, obgleich sich auf Sektorenebene ein gemischtes Bild zeige, kommentierte IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson.

Ifo geht von langsamerer Konjunkturerholung in Deutschland aus

Das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo geht aufgrund der anhaltenden Coronakrise von einem geringer als bisher angenommenen Wachstum der deutschen Wirtschaft im nächsten Jahr aus. 2021 werde das deutsche BIP um +4.2% wachsen und damit deutlich weniger als die bisher prognostizierten +5.1%. Dafür geht das Ifo für 2022 von einem kräftigeren Wachstum um +2.5% (bisher +1.7%) aus. Im laufenden Jahr dürfte das BIP wegen des neuerlichen «Shutdowns» aber zunächst um -5.1% einbrechen.

Wirtschaftskalender 17. Dezember

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 CH Exporte (November, M/M) -0.5%
08:00 CH Importe (November, M/M) -3.4%
08:45 FR Geschäftsklima (Dezember) 79.1
09:30 CH SNB Zinsentscheid -0.75%
10:00 CH SNB Pressekonferenz  
11:00 EZ Verbraucherpreise (November, J/J) -0.3%
11:00 EZ Kern-Verbraucherpreise (November, J/J) +0.2%
13:00 GB Bank of England Zinsentscheid +0.1%
14:30 USA Philly Fed-Industrieindex (Dezember) +26.3
14:30 USA Neubaubeginne (November, M/M) +4.9%
14:30 USA Baugenehmigungen (November, M/M) -0.1%

 

Wirtschaftskalender 18. Dezember

Land Unternehmen Periode
USA Nike Q2

 

Quelle: BondWorld.ch