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LGT Navigator: Fed-Chef Powell bestätigt geldpolitischen Kurs

LGT Navigator: US-Notenbankchef Jerome Powell hat in einem Interview die lockere Geldpolitik der Federal Reserve bekräftigt und zeigte sich erneut gelassen mit Blick auf die Inflationsentwicklung.

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Sorgen um einen Anstieg der Teuerung hatten an den US-Börsen zum Wochenschluss zunächst für gedämpfte Stimmung gesorgt. Schliesslich schlossen die Indizes auf neuen Rekordwerten. Diese Woche rückt die Berichtssaison zum ersten Quartal in den Fokus der Anleger.

US-Notenbankchef Jerome Powell hat in einem Interview erneut bekräftigt, dass die Notenbank an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten wird. Es sei höchst unwahrscheinlich, dass die Fed die Leitzinsen dieses Jahr anheben werde, sagte Powell in einem Gespräch mit «60 Minutes», das am Sonntag ausgestrahlt wurde. Wie schon vergangene Woche zeigte er sich erneut gelassen mit Blick auf die Inflationsentwicklung und erklärte, die Währungshüter würden es begrüssen, wenn die Inflationsrate auf leicht über 2% steigen würde. Derzeit liegt die Teuerung deutlich darunter. Powell erwartet zudem, dass die US-Wirtschaft in der Coronakrise an einem Wendepunkt steht. «Wir haben den Eindruck, dass wir an einer Stelle sind, an der die Wirtschaft vor einem viel schnelleren Wachstum steht und sich die Schaffung von Arbeitsplätzen beschleunigt», sagte er.

Die US-Börsen haben die vergangene Woche erneut mit Rekordnotierungen abgeschlossen. Nachdem sich Anleger im Tagesverlauf am Freitag zunächst zurückhaltend gezeigt hatten, drehte die Stimmung im späten Handel. Der S&P 500 legte +0.8% auf 4’128.80 Punkte zu und notierte damit im laufenden Jahr bereits zum zwanzigsten Mal auf einem neuen Höchst. Der Dow Jones gewann +0.9% auf 33’800.60 Zähler und der Nasdaq Composite avancierte +0.5% auf 13’900.19. Sorgen um einen Anstieg der Inflation hatten die Aktienmärkte zunächst im Zaum gehalten. So schürten die zuletzt publizierten Daten zur Preisentwicklung auf Produzentenebene die Erwartung eines zumindest kurzfristig höheren Inflationsdrucks.

In Asien sind die Börsen dagegen tiefrot in die neue Woche gestartet. In Tokio verliert der Nikkei -0.6% und der Hang Seng Index in Hongkong büsst -0.8% ein. Der Shanghai Composite gibt ebenfalls -0.8% nach.

In den Fokus der Märkte rückt diese Woche die Gewinnsaison für das erste Quartal, die diese Woche in den USA an Fahrt gewinnt. So werden die amerikanischen Grossbanken JP Morgan Chase und Goldman Sachs ihre Zahlen präsentieren.

Stärker als erwarteter Anstieg der US-Erzeugerpreise

In den USA sind die Preise auf Produzentenebene im März kräftiger als von Ökonomen antizipiert gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Erzeugerpreise um +1.0%. Analysten hatten mit einem lediglich halb so starken Anstieg gerechnet. Auf Jahressicht erhöhten sich die Produzentenpreise um +4.2% (Konsens +3.8%, nach +2.8% im Februar) – die höchste Steigerungsrate seit September 2011. Normalerweise liefern die Erzeugerpreise einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Inflation.

Auch in China setzte sich der Anstieg der Erzeugerpreise im März fort. Mit einer Jahresrate von +4.4% (Konsens +3.6%, nach +1.7% im Februar) stiegen die Produzentenpreise in der Volksrepublik so stark wie seit fast drei Jahren nicht mehr.

EZB warnt vor erheblichen systemischen Risiken

EZB-Direktorin Isabel Schnabel sieht im Zusammenbruch des US-Hedgefonds Archegos und den daraus resultierenden milliardenschweren Verlusten für einige involvierte Grossbanken ein Warnsignal für «erhebliche systemische Risiken». Der Fall Archegos zeige, dass es bei Hedge Fonds erhebliche Regulierungslücken gebe, sagte sie.

Deutsche Exporte erreichen fast wieder Vorkrisenniveau

Die deutschen Exporteure steigerten die Ausfuhren im Februar gegenüber dem Vormonat um +0.9% auf EUR 107.8 Mrd. Damit liegen die Exporte noch um -1.2% unter dem Niveau vor einem Jahr, also bevor die Coronakrise in Europa einschlug. Auffallend ist der massive Rückgang im Handel mit Grossbritannien. Vor dem Hintergrund des Brexits nahmen die deutschen Ausfuhren ins Königreich im Februar um -12.2% auf EUR 5.4 Mrd. ab. Die Importe aus Grossbritannien brachen gar um knapp -27% auf noch EUR 2.7 Mrd. ein.

Wirtschaftskalender 12. April

MEZ Land Indikator Letzte Periode
11:00 EZ Einzelhandelsumsätze (Februar, J/J) -6.4%

 

Unternehmenskalender 13. April

 

Land Unternehmen Periode
CH Givaudan  Q1-Umsatz
FR LVMH Q1-Umsatz

 

Quelle: BondWorld.ch