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LGT Navigator: Fed-Chef Powell fordert mehr Fiskalpolitik, während Trump Verhandlungen über Konjunkturpaket abbricht

LGT Navigator: US-Notenbankchef Jerome Powell warnte vor dramatischen Folgen, sollten die USA die Pandemie nicht in den Griff bekommen, und forderte eine verstärkte Fiskalpolitik.

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Gleichzeitig kündigte US-Präsident Trump an, die Gespräche mit den Demokraten über ein neues Konjunkturpaket abzubrechen. Mit Spannung wird heute nun das TV-Duell zwischen Vizepräsident Pence und der demokratischen Kandidatin Harris erwartet. Unterdessen sorgt auch die aktuelle Zunahme der Covid-19-Neuinfektionen,die Angst vor erneuten «Lockdowns» und die schwierigen Verhandlungen zwischen der EU und Grossbritannien bei Anlegern für eine stärkere Zurückhaltung.

US-Präsident Donald Trump hat letzte Nacht die Verhandlungen mit den Demokraten über ein neues Konjunkturpaket abgebrochen und bis nach den Wahlen aufgeschoben. Kurz zuvor hatte US-Notenbankchef Jerome Powell bei einer Rede vor der National Association for Business Economics noch weitere fiskalpolitische Massnahmen zur Unterstützung der Konjunktur gefordert. Das Risiko einer unzureichenden Unterstützung sei derzeit grösser als das Risiko, zu viel zu tun, warnte der Fed-Vorsitzende. Wenn Geld- und Fiskalpolitik zusammenarbeiten, werde die wirtschaftliche Erholung stärker und schneller sein, so Powell. Er warnte weiter, die wirtschaftliche Erholung könnte ansonsten erneut ins Stocken und die US-Wirtschaft in eine Abwärtsspirale geraten.

Negativer Newsflow strapaziert Nerven an der Wall Street – Vize-TV-Duell im Fokus

Die Forderung von Fed-Chef Powell nach mehr Fiskalpolitik und der konträr dazu stehende Abbruch der Verhandlungen über ein neues Konjunkturpaket durch Präsident Trump kam an der Wall Street nicht gut an. Der Dow Jones Industrial schloss -1.34% tiefer bei 27 772.76 Punkten und auch der marktbreite S&P 500 gab um -1.4% auf 3 360.95 Zähler nach. An Asiens Aktienmärkten hielten sich die meisten Indizes aber trotz der negativen Vorgaben und des Newsflows aus den USA recht gut und es war kein einheitlicher Trend ersichtlich. Für Europa signalisieren die Futures einen etwas leichteren Handelsauftakt. Heute steht nun auch die TV-Debatte in Salt Lake City zwischen US-Vizepräsident Mike Pence und seiner demokratischen Kontrahentin Kamela Harris im Fokus der Finanzmärkte.

EZB-Präsidentin Lagarde befürchtet langsamere Wirtschaftserholung im Euroraum

Eine zweite Corona-Pandemiewelle könnte laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde die Erholung in der Eurozone verlangsamen. Statt des erhofften «V-förmigen» Aufschwungs sei zu befürchten, dass der zweite Arm beim V etwas wackeliger ausfallen könnte, meinte Lagarde. Die EZB hofft auf eine anhaltende Erholung nachdem die Wirtschaft im Euroraum im zweiten Quartal wegen der Corona-Krise um fast -12% eingebrochen war. Angesichts der Perspektiven für eine weitere Erholung hatte die Notenbank anlässlich ihres letzten geldpolitischen Entscheids im September keine weiteren Stimulierungsmassnahmen beschlossen. Lagarde erklärte gestern aber: «Wir sind bereit, alle verfügbaren Werkzeuge einzusetzen, die zu dem wirksamsten, effizientesten und angemessensten Ergebnis führen.» Die nächste EZB-Ratssitzung ist am 29. Oktober angesetzt.

EZB-Chefvolkswirt Philip Lane zeigte sich besorgt über die wieder steigenden Corona-Infektionszahlen und die damit einhergehenden verschärften Regeln in vielen Euroländern. Dies stelle für die Wirtschaft im Euroraum und für die EZB eine neue Herausforderung dar. In diesem Umfeld werden Unternehmen Investitionen aufschieben und Privathaushalte sparen, warnte der EZB-Chefvolkswirt bei einer Rede vor der National Association for Business Economists (NABE).

EZB-Ratsmitglied und spanischer Notenbankpräsident Pablo Hernandez de Cos meinte bei einem Interview, dass die EZB angesichts der Corona-Krise durchaus weitere Massnahmen ergreifen könnte, um die Euro-Wirtschaft zu stützen. Es sei nicht auszuschliessen, dass die EZB, abhängig von der Entwicklung der konjunkturellen Lage und des Inflationsausblicks, das grossangelegte Krisen-Anleihekaufprogramm PEPP aufstocke oder verlängere.

USA verzeichnen höheres Handelsbilanzdefizit

Das Defizit in der Handelsbilanz der USA hat sich im August ausgeweitet. Wie das US-Handelsministerium gestern meldete, stieg die Differenz zwischen Importen und Exporten stärker als von Ökonomen erwartet von USD 63.37 Mrd. auf USD 67.1 Mrd. Der Konsens lag bei USD 66.2 Mrd. Die amerikanischen Ausfuhren legten um +2.2% auf USD 171.94 Mrd. zu und die Einfuhren erhöhten sich um +3.2% auf USD 239.04 Mrd.

Wirtschaftskalender 7. Oktober
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEIndustrieproduktion (August, J/J)-10.0%
09:00SPIndustrieproduktion (August, J/J)-6.4%

 

Unternehmenskalender 13. Oktober
LandUnternehmenPeriode
USAJPMorgan ChaseQ3
USACitigroup Q3
USAJohnson & JohnsonQ3

 

Quelle: BondWorld.ch