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LGT Navigator: Fed-Chef Powell fordert mehr Unterstützung durch Fiskalpolitik

LGT Navigator: Die Sorge, eine zweite Covid-19-Infektionswelle könnte zu neuerlichen «Lockdowns» führen und damit die Hoffnung auf eine V-förmige Erholung der Wirtschaft zunichtemachen, belastete die Finanzmärkte zur Wochenmitte …

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US-Notenbankchef Powell geht von einer länger dauernden Krise mit niedrigem Wachstum und stagnierender Einkommen aus. Neben dem Einsatz aller geldpolitischen Mittel durch die Notenbank, müsse deshalb der Staat seine fiskalpolitischen Stützungsmassnahmen verstärken.

Fed-Präsident Jerome Powell rechnet wegen der massiven wirtschaftlichen Schäden durch die Corona-Pandemie mit einer längeren Phase mit schwachem Wirtschaftswachstum und stagnierenden Einkommen. Die Folgen der Corona-Krise seien wesentlich schlimmer als jede Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg, betonte der Fed-Vorsitzende. Die Zentralbank werde ihrerseits alle Instrumente nutzen und die Geldpolitik im Zweifelsfall auch nach der Krise sehr lange locker halten. Der Forderung nach Negativzinsen erteilte Powell jedoch eine klare Absage. Vielmehr müssten die USA bereit sein, ihre bereits umfassenden finanziellen Hilfen noch auszuweiten. Zusätzliche fiskalische Unterstützung sei zwar kostspielig, sei es aber wert, wenn sie dazu beitrage, langfristige wirtschaftliche Schäden zu vermeiden und eine stärkere Konjunkturerholung sichere, meinte Powell. Derzeit sind die USA das Land mit den meisten Coronavirus-Infizierten (fast 1.4 Mio.) und etwa 84 000 Todesfällen.

US-Finanzminister Steven Mnuchin warnte derweil vor schweren wirtschaftlichen Schäden, sollten die USA den «Lockdown» zu lange aufrecht erhalten. Es bestehe die Gefahr, dass wenn zu lange gezögert werde, die US-Wirtschaft zerstört werde, so Mnuchin in einem Interview.

An der New Yorker Börse reagierten die Investoren empfindlich auf die Warnungen von US-Notenbankchef Jerome Powell und der Dow Jones Industrial schloss -2.17% tiefer bei 23 247.97 Punkten, dem tiefsten Stand seit drei Wochen. Auch die meisten asiatischen Aktienmärkte folgten den negativen Vorgaben. Die Börse in Tokio hat sich am Donnerstag zunächst schwächer gezeigt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor rund -1.3% und der Hang Seng-Index in Hongkong notiert -1.4% tiefer als am Vortag.

Kräftiger Rückgang der US-Erzeugerpreise

Vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Stillstands aufgrund der Pandemie sind die Erzeugerpreise in den USA im April so stark eingebrochen wie seit November 2015 nicht mehr. Auf Jahressicht sanken die Produzentenpreise, vor allem wegen dem Einbruch der Benzinpreise, um -1.2%. Ökonomen hatten einen deutlich moderateren Rückgang um 0.4% vorausgesagt. Gegenüber dem Vormonat fielen die Erzeugerpreise um 1.3% – der stärkste Einbruch seit der weltweiten Finanzkrise 2009. Hauptverantwortlich waren die tieferen Rohöl- und Benzinpreise und die schwache Nachfrage wegen des «Lockdowns».

IWF vor erneuter Revision der Weltwirtschaftsprognosen

Laut der Präsidentin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Kristalina Georgiewa präsentieren sich die aktuellen Wirtschaftsdaten vieler Staaten derzeit noch schlechter als bisher angenommen. Der IWF erwäge daher «sehr wahrscheinlich» eine nochmalige Korrektur der ohnehin pessimistischen Projektionen für die Weltwirtschaft. Die aktuellen Prognosen wurden erst Mitte April vor dem Hintergrund der Pandemie drastisch gesenkt. Der IWF rechnet mit einem Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung um -3%. Vor der Krise, im Januar, lautete die Prognose noch auf +3.3%.

Grossbritanniens Wirtschaft bricht wegen Corona-Krise ein

Das britische Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im ersten Quartal um -2% gegenüber dem Vorquartal. Analysten hatten jedoch mit einem noch stärkeren Einbruch um -2.5% gerechnet. Alleine im März, als das Coronavirus sich in ganz Europa stark ausbreitete, sank die Wirtschaftsleistung Grossbritanniens um fast sechs Prozent. Der Einbruch der britischen Wirtschaft könnte jedoch zeitlich etwas verzögert sein, denn im Vergleich beispielsweise mit Frankreich und Italien war der Rückgang im ersten Quartal moderater. Die französische Wirtschaft brach im Q1 um -5.8% ein und Italiens BIP schrumpfte um -4.7%. Auf das Gesamtjahr gesehen prognostiziert die Bank of England aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise eine schwere Rezession, respektive einen Einbruch der Wirtschaftsleistung um -14%. Grossbritannien ist in Europa am stärksten von der Pandemie betroffen und zählt derzeit mehr als 32 000 Todesopfer.

Wirtschaftskalender 14. Mai
MEZLandIndikatorLetzte Periode
14:30USAImportpreise (M/M)-2.3%
14:30USAImportpreise (J/J)-4.1%
Unternehmenskalender 14. Mai
LandUnternehmenPeriode
DEDeutsche TelekomQ1
DEMerck KGaAQ1
GBBurberryQ1

Quelle: BondWorld.ch