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LGT Navigator: Fed – Kurs halten oder Weichen stellen?

LGT Navigator: Mit Spannung erwarten die Kapitalmärkte einen allfälligen geldpolitischen Entscheid der amerikanischen Notenbank heute Abend.

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Die Fed dürfte zwar die Leitzinsen unverändert belassen, jedoch könnte sie sich angesichts der fortschreitenden Impfkampagne im Ausblick zuversichtlicher zeigen und vor dem Hintergrund einer sich abzeichnenden weiteren Konjunkturerholung und zumindest kurzfristig anziehender Inflation sachte Anzeichen einer geldpolitischen Wende andeuten. Im Zentrum stehen derzeit auch die Quartalsergebnisse der Tech-Giganten. Microsoft hat gestern erneut starke Zahlen vorgelegt und Alphabet profitierte von einem starken Werbegeschäft bei Google. Heute liegt der Fokus auf Apple und Facebook.

An der New Yorker Börse hielten sich die Anleger vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank (Fed) zurück. Der Dow Jones Industrial schloss praktisch unverändert bei 33’984.93 Punkten (+0.01%) und der marktbreite S&P 500 gab um -0.02% auf 4’186.72 Zähler nach. An der Technologiebörse Nasdaq 100 gaben die Kurse stärker nach und der Nasdaq 100 notiert -0.47% tiefer bei 13’960.28 Punkten. In Asien blieb die Tendenz der Aktienindizes mehrheitlich freundlich und für Europas Börsen signalisieren die Futures ebenfalls einen positiven Handelsauftakt.

Neben weiteren Ergebnissen von Börsenschwergewichten wie Apple oder Facebook steht heute zweifellos der Richtungsentscheid der amerikanischen Zentralbank (Fed) im Zentrum des Interesses. US-Notenbankchef Jerome Powell könnte die Gelegenheit nutzen, um die Finanzmärkte auf eine Zinswende vorzubereiten, angesichts einer dank Impferfolgen verbesserten Visibilität im Konjunkturausblick. Ein weiteres Indiz für die stärkere Dynamik der US-Wirtschaft lieferten die gestern publizierten Daten von S&P/Case-Shiller. So stieg der Index der Häuserpreise in den 20 grössten Metropolen des Landes im Februar um knapp +12% gegenüber dem Vorjahr – der stärkste Zuwachs seit 15 Jahren.

Microsoft legt starke Quartalszahlen vor

Der Softwareriese profitierte von einer verstärkten Akzeptanz seiner Cloud-Computing-Dienste und einem in Pandemiezeiten gestiegenen Umsatz bei Videospielen. Der Q3-Umsatz legte um +19% auf USD 41.7 Mrd. zu und der Nettogewinn belief sich auf USD 15.5 Mrd., womit Microsoft die Markterwartungen übertraf. Dennoch gab die Aktie im nachbörslichen Handel um rund -3% nach.

Google-Mutter Alphabet mit kräftiger Umsatzsteigerung und Gewinnsprung

Alphabet profitierte im vergangenen Quartal von einem starken Werbegeschäft bei Google und steigerte den Gesamtumsatz auf Jahressicht um satte +34% auf USD 55.3 Mrd. Der Gewinn legte um +6.8% auf USD 17.9 Mrd. zu. Bei Google stiegen die Erlöse aus dem Suchmaschinengeschäft um +30% auf knapp USD 32 Mrd. Die Aktie legte nach Börsenschluss zeitweise um rund +4% zu.

Stimmung der US-Verbraucher hellt sich im April deutlich auf

Das Konsumentenvertrauen in den USA hat sich im April gemäss neusten Umfrageergebnissen aufgehellt. So kletterte das Stimmungsbarometer des New Yorker Konjunkturforschungsinstituts Conference Board kräftiger als erwartet von 109.0 auf 121.7 Punkte. Der Index für die Einschätzung der aktuellen Lage verbesserte sich auf 139.6 (Vormonat 110.1) und der Indikator für die Erwartungen erhöhte sich auf 109.8 (108.3).

Biden erhöht den Mindestlohn und löst damit teilweise ein Wahlversprechen ein

US-Präsident Joe Biden kündigte eine Anhebung des Mindeststundenlohns von derzeit knapp USD 11 auf USD 15 an. Die Regelung gilt vorerst nur für Mitarbeiter von Firmen, die Regierungsaufträge ausführen oder für den Staat Dienstleistungen erbringen. Damit kann Biden teilweise ein weiteres Versprechen aus seinem Präsidentschaftswahlkampf einlösen. Landesweit gilt aber nach wie vor ein Mindestlohn von lediglich USD 7.25 pro Stunde, wobei Bundesstaaten auch in Eigenregie einen höheren Mindestlohn festlegen können. Die Anhebung des Mindestlohns für Arbeiten im Dienst der Regierung soll dem Weissen Haus zufolge für Steuerzahler kostenneutral sein und quasi über eine antizipierte Steigerung der Produktivität finanziert werden.

Deutsche Exporteure so optimistisch wie seit anfangs 2011 nicht mehr

Einer aktuellen Umfrage des Münchener Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo zufolge hat sich der Ausblick deutscher Industrieexportunternehmen im April nochmals verbessert. Der Indikator der Exporterwartungen kletterte von 23.8 Punkten im Vormonat auf 24.6 Zähler, dem höchsten Stand seit Januar 2011. In vielen Ländern zeige sich die Industrie von der Pandemie kaum beeinträchtigt, wovon die Nachfrage nach deutschen Exportgütern profitiere, kommentierte das Ifo.

Wirtschaftskalender 28. April

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE GfK Konsumklima (Mai) -6.2
08:45 FR Verbrauchervertrauen (März) 94.0
16:00 EZ EZB-Präsidentin Lagarde Rede  
20:00 USA FOMC Zinsentscheid  
20:30 USA Pressekonferenz Fed-Chef Powell  

 

Unternehmenskalender 28. April

Land Unternehmen Periode
JP Sony Q1
DE Deutsche Bank Q1 
DE Beiersdorf Q1 
DE Puma Q1 
FR Sanofi Q1 
FR Scor Q1 
SP Banco Santander Q1
DK Carlsberg Q1
SWE Svenska Banken Q1
GB GlaxoSmithKline Q1
GB Lloyds Banking Q1
GB Reckitt Benckiser Q1
USA Apple Q1
USA Facebook Q1
USA Ebay Q1
USA Spotify Q1
USA Ford Motor Q1
USA Boeing Q1

 

Quelle: BondWorld.ch