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LGT Navigator: Fed-Powell spricht von Inflation und lässt Kurse an der Wall Street einbrechen

LGT Navigator: Nachdem die Aktienkurse insbesondere im Hinblick auf die Technologiebörse Nasdaq wegen des erneuten Anstiegs der US-Anleiherenditen zur Wochenmitte kräftig unter Druck geraten waren setzte gestern zunächst eine Erholung ein.

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Neuste Aussagen von US-Notenbankchef Powell, wonach mit einem Anstieg der Inflation zu rechnen sei, erwischten die Börsianer aber kalt und sorgte für neuerliche kräftige Kursverluste in New York.

US-Aktien kamen am Donnerstag unter Druck, nachdem der Vorsitzende der Federal Reserve, Jerome Powell, einen Anstieg der Inflation im Sommer in Aussicht stellte und damit quasi das derzeitige am Anleihenmarkt gehandelte Szenario unterstützte, wonach ein erhöhter Inflationsdruck zu einem früher als bisher erwarteten Kurswechsel der Zentralbanken, resp. höheren Zinsen führen könnte. Powell sagte während seiner Rede auf einer Konferenz, dass er mit einem starken Jobwachstum und einem Anstieg der Verbraucherpreise rechnet, da durch die Covid-19-Impfstoffe die Krise entschärft und damit die Wirtschaft entlastet werde. Dennoch betonte der Fed-Chef aber auch, dass die Fed nicht glaube, dass die Gefahr bestehe, dass die Wirtschaft überhitze.

In der Folge legte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sprunghaft zu und notiert aktuell über dem in der letzten Woche erreichten Einjahreshoch bei rund 1.57%. Gleichzeitig sorgten die Äusserungen Powells auf dem New Yorker Börsenparkett für Aufregung und die Aktienkurse kamen erneut unter Druck. Der Dow Jones Industrial fiel um -2.05% auf 30’629.81 Punkte zurück. Der S&P 500 verbuchte einen Tagesverlust von -2.33% und beendete den Donnerstag bei 3’733.37 Zählern. Am stärksten erwischte es erneut die Technologiebörse Nasdaq. Der Nasdaq 100 schloss -2.6% tiefer bei 12’353.96 Punkten. In Asien reagierten die Aktienmärkte weniger stark und es ist kein einheitlicher Trend ersichtlich. Für Europas Börsen signalisieren die Futures jedoch einen negativen Handelsbeginn. Im Fokus steht heute Nachmittag die US-Arbeitsmarktstatistik.

US-Arbeitsmarktbericht im Fokus

Heute steht einmal mehr der monatliche Arbeitsmarktbericht aus den USA im Mittelpunkt. Analysten gehen im Schnitt von einem wieder deutlich stärkeren Beschäftigungswachstum von +182’000 neuen Stellen aus, nachdem zu Jahresbeginn der Jobzuwachs mit +49’000 schwach ausfiel. Die gestern veröffentlichten wöchentlichen Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenversicherung in den USA, die als Indikator für die kurzfristige Entwicklung am Arbeitsmarkt gelten, bleiben ernüchternd. So wurden in der Woche zum 27. Februar 745’000 neue Anträge gestellt, das sind 9’000 mehr als in der Vorwoche. Dem Arbeitsministerium in Washington zufolge nehmen derzeit knapp 4.3 Mio. Amerikaner Arbeitslosenhilfe in Anspruch. Vor Ausbruch der Corona-Pandemie lag diese Zahl bei rund 1.7 Mio. Menschen.

In der Eurozone hat sich die Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn den neusten Daten von Eurostat stabil entwickelt. Die Arbeitslosenquote verharrte demnach auf dem Vormonatsniveau von 8.1%, wobei der Dezember-Wert von ursprünglich 8.3% auf 8.1% korrigiert wurde. Schätzungen zufolge waren im Januar im Euroraum 13.28 Mio. und in der gesamten EU 15.66 Mio. Menschen als arbeitslos gemeldet.

China setzt sich Wachstumsziel für 2021

Die chinesische Wirtschaft soll 2021 mehr als 6% wachsen. Das kündigte Chinas Premierminister Li Keqiang am Freitag zur Eröffnung der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking an, an dem die Regierung den neuen Fünf-Jahres-Plan für 2021 bis 2025 vorstellen wird. Das Wachstumsziel liegt unter den Markterwartungen. So hatten Analysten mit einem Zielwert von 8% gerechnet. Im letzten Jahr hatte die chinesische Regierung wegen der Coronakrise erstmals seit 1994 auf eine konkrete Vorgabe verzichtet. Die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt hat sich aber relativ schnell von den Folgen der Pandemie erholt und ist 2020 um +2.3% gewachsen.

Wirtschaftskalender 5. März

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Auftragseingang Industrie (Januar, M/M) -1.9%
14:30 USA Arbeitslosenrate (Februar) 11.1%
14:30 USA Beschäftigung (ex-Agrar, Februar) +49’000
14:30 USA Durchschnittliche Stundenlöhne (Februar, J/J) +5.4%
14:30 USA Handelsbilanz (Januar) USD -66.6 Mrd.

 

Unternehmenskalender 9. März

Land Unternehmen Periode
CH Baloise Q4
CH Rieter Q4
DE Deutsche Post Q4
DE Continental Q4

 

Quelle: BondWorld.ch