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LGT Navigator: Finales TV-Duell zwischen Trump und Biden qualitativ besser, jedoch ohne neue Impulse

LGT Navigator: Das letzte TV-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden verlief diesmal gesitteter, jedoch nicht ohne persönliche Angriffe.

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Wer besser abgeschnitten hat, ist auch diesmal schwer zu sagen, und die Meinungen vieler Wähler dürften bereits gemacht sein. Unterdessen trüben die politische Situation in den USA, die sich zuspitzende Corona-Pandemie und auch die auf der Kippe stehenden Brexit-Verhandlungen die Stimmung an den Märkten.

Während rund 90 Minuten lieferten sich Trump und Biden in Nashville zu bester Sendezeit einen heftigen, aber deutlich sachlicheren Schlagabtausch als noch bei der chaotisch verlaufenen ersten Fernsehdebatte, auch dank einer souveränen Moderatorin. Wer besser abgeschnitten hat, scheint aber auch diesmal schwer auszumachen. Debattiert wurde über die Corona-Krise, den Klimawandel und Rassismus. Laut der jüngsten Umfrage von Reuters/Ipsos liegt Biden derzeit acht Prozentpunkte vor Trump.

Unterdessen hoffen die Finanzmärkte weiterhin auf eine schnelle Einigung in Washington im Streit um das weitere Corona-Hilfspaket. Nancy Pelosi, Sprecherin des Repräsentantenhauses, betonte einmal mehr, dass man kurz vor einer Einigung stehe. Der Dow Jones Industrial schloss am Donnerstag +0.54% höher bei 28 363.66 Punkten und auch der S&P 500 ging mit einem Plus von +0.56% bei 3 453.49 Zählern aus dem Tagesgeschäft. In Asien folgten die Börsenindizes mehrheitlich den positiven Vorgaben aus den USA. Die Stimmung wurde jedoch durch schwächere Halbleiterwerte gedämpft, nachdem Intel für das abgelaufene Quartal beim Umsatz und Gewinn massiv enttäuschte und die Aktie nachbörslich um rund -10% einbrach. Für die europäischen Aktienmärkte signalisieren die Futures einen moderat freundlichen Auftakt, nachdem der EuroStoxx 50 gestern zeitweise auf ein Monatstief gefallen war. Heute stehen insbesondere die neusten Einkaufsmanagerumfragewerte aus Europa und den USA im Fokus der Kapitalmärkte.

Trumps Supreme Court-Kandidatin schafft erste Hürde

Im Justizausschuss des US-Senats sprach sich eine Mehrheit für Amy Coney Barrett (48) als Kandidatin für den Obersten Gerichtshof aus, wobei die Demokraten im Ausschuss die Abstimmung boykottierten. Damit ist nun der Weg frei für eine Abstimmung im Senat um die Nachfolge der verstorbenen liberalen Richterin Ruth Bader Ginsburg. Wird Barrett bestätigt, halten die Konservativen Kräfte im Supreme Court eine Mehrheit von 6:3 Sitzen. Dies könnte bei einer späteren juristischen Auseinandersetzung aufgrund eines knappen Ausgangs der Präsidentschaftswahlen entscheidend sein.

US-Arbeitsmarktdaten ­ leichter Rückgang auf hohem Niveau

Weniger als zwei Wochen vor den Präsidentschafts- und Kongresswahlen in den USA ging die Zahl der erstmalig gestellten Anträge auf Arbeitslosenunterstützung (Initial Jobless Claims) etwas zurück, blieb aber auf hohem Niveau. In der Woche zum 17. Oktober stellten 787 000 Amerikaner einen Antrag, verglichen mit 842 000 in der Woche zuvor. Damit erhielten per 3. September (letzter Stand der längerfristigen Statistik) rund 23.2 Mio. Menschen Arbeitslosenhilfe. Im Vergleich, in der gleichen Periode 2019 betrug dieser Wert 1.4 Mio.

Deutsche Konsumenten durch zweite Welle verunsichert

Die aktuell schnell steigenden Covid-19-Fälle in Deutschland belasten die Konsumentenstimmung. Der monatlichen Umfrage des Nürnberger Marktforschungsunternehmens GfK zufolge hat sich das Vertrauen der Verbraucher für November eingetrübt. Das Konsumbarometer fiel dabei um 1.4 auf minus 3.1 Punkte. Gemäss GfK gehen rund 75% der befragten Privathaushalte derzeit davon aus, dass die Corona-Krise und ein drohender erneuter «Lockdown» eine «grosse oder gar sehr grosse» Bedrohung darstelle und rund die Hälfte mache sich «grosse bis sehr grosse Sorgen» in Bezug auf die persönliche Zukunft.

Im Euroraum hat sich die Konsumentenstimmung im Oktober ebenfalls eingetrübt. Das Verbrauchervertrauensbarometer der EU-Kommission sank um 1.6 Punkte auf minus 15.5 Zähler.

Wirtschaftskalender 23. Oktober
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00GBDetailhandelsumsätze (September, J/J) +2.8%
09:15FRIHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Oktober)48.5
09:30DEIHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Oktober)54.7
10:00EZIHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Oktober)50.4
10:00DEIfo-Geschäftsklimaindex (Oktober)93.4
10:30GBIHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Oktober)55.7
15:45USAIHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Oktober)54.3

 

Unternehmenskalender 23. Oktober
LandUnternehmenPeriode
CHABBQ3
CHSchindlerQ3
DEDaimlerQ3
GBBarclaysQ3
USAGilead SciencesQ3
USAVisaQ4
USADu PontQ3

Quelle: BondWorld.ch