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LGT Navigator: «Forward Guidance» der EZB verspricht weiterhin offene Geldschleusen

LGT Navigator: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wie erwartet ihre Leitzinsen auf Rekordtief sowie das Gesamtvolumen des Pandemiekaufprogramms unverändert belassen, jedoch die «Forward Guidance», sprich die Ausrichtung ihrer Geldpolitik, angepasst.

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Die EZB wird demnach angesichts des Risikos, dass die Coronavirus-Delta-Variante die Erholung im Euroraum gefährdet, noch für längere Zeit die Geldschleusen offenhalten, und die Zinswende in Europa scheint in weitere Ferne gerückt.

Die Aussicht auf eine anhaltende expansive Geldpolitik der EZB hat gestern die Erholung an den meisten europäischen Börsen unterstützt. Der EuroStoxx 50 schloss +0.8% höher bei 4’059.05 Punkten. Der Leitindex für die Eurozone legte in den letzten drei Tagen um mehr als drei Prozent zu und liess damit den kurzzeitigen Einbruch vom Wochenbeginn vergessen.

An der Wall Street setzte sich der positive Trend fort, wobei insbesondere bei den Standardwerten der Schwung etwas verloren ging. Der Dow Jones Industrial schaffte am Schluss gerade mal ein knappes Tagesplus von +0.07% und ging bei 34’823.35 Zählern aus dem Rennen. Auch der breite S&P 500 hatte Mühe und schloss +0.2% höher bei 4’367.48 Punkten. Ein Stimmungsdämpfer war in den schlechter als erwarteten US-Arbeitsmarktdaten zu finden. So stiegen entgegen der Erwartung eines Rückgangs die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche  um 51’000 Anträge an. Mehr Dynamik zeigte die Technologiebörse Nasdaq. Kursgewinne von Facebook (+4.8%), Microsoft (+2.4%) oder Amazon (+1.9%) trieben den Nasdaq 100 um +0.66% auf 14’940.17 Punkte und damit wieder in die Griffweite des Rekordhochs.

Während in Tokio die Börse heute wegen eines Feiertages erneut geschlossen bleibt, tendierten die meisten Aktienindizes in Asien zum Wochenschluss leicht negativ. Dominant ist weiterhin die Sorge um die Ausbreitung der Coronavirus-Delta-Variante in dem vielfach nur spärlich geimpften, bevölkerungsreichsten Kontinent. In China notiert der Shanghai Composite rund -0.8% im Minus, der CSI 300 verliert gar -1.3% und in Hongkong gibt der Hang Seng-Index um etwa -1.1% nach.

EZB-Chefin Lagarde konkretisiert symmetrisches Inflationsziel

Die Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, machte anlässlich des gestrigen Zinsentscheids klar, dass eine erste Zinserhöhung noch in weiter Ferne liegt. Die Leitzinsen werden gemäss Lagarde so lange auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben, bis eine mittelfristige Stabilisierung der Inflation bei 2% erkennbar ist. Das Inflationsziel soll «deutlich vor dem Ende, respektive in etwa der Mitte des Projektionszeitraums» erreicht werden. Dies bedeutet, dass die EZB unter der neuen Strategie, die mehr Flexibilität bei der Erreichung des Inflationsziels verspricht, in der Mitte des neuen Projektionshorizonts eine jahresdurchschnittliche Inflation von 2% prognostizieren müsste. Letztmals hat die EZB im Juni für 2022 und 2023 eine Inflationsrate von 1.5%, resp. 1.4% in Aussicht gestellt. Im September wird die Notenbank dann ihre neuen Projektionen vorstellen. Da die angepasste «Forward Guidance» ausdrücklich impliziert, dass das Inflationsziel überschritten werden kann, besteht weiterhin auch die Möglichkeit, dass die EZB die Leitzinsen sogar weiter senken könnte.

G20-Umweltministertreffen soll Klimaschutz einen Schritt weiterbringen

Nachdem die führenden G7-Wirtschaftsnationen anlässlich des Spitzentreffens in Grossbritannien im Juni mehr Klimaschutz versprochen haben, steht nun der gestern gestartete Gipfel der G20-Umweltministertreffens in Neapel im Mittelpunkt. Das Treffen dient der Vorbereitung des G20-Gipfels der Staats- und Regierungschefs Ende Oktober in Rom. Nach Aussagen des US-Klimaschutzbeauftragte John Kerry soll der von den G7-Staaten in der Umwelt- und Klimapolitik eingeschlagene Pfad in der G20-Runde fortgesetzt werden. Es sei aber mit Differenzen bei der Klimapolitik zu rechnen, warnte Kerry.

Wirtschaftskalender 23. Juli

MEZ Land Indikator Letzte Periode
00:00 JP Feiertag  
08:00 GB Einzelhandelsumsätze (Juni, M/M) -1.4%
09:15 FR IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Juli) 59.0
09.30 DE IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Juli) 60.1
10:00 EZ IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Juli) 59.5
10:30 GB IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Juli) 62.2
12:30 RUS Bank of Russia Zinsentscheid  
15:45 USA IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Juli) 63.7

 

Unternehmenskalender 23. Juli

Land Unternehmen Periode
CH Schindler Q2
CH Lonza H1
CH BB Biotech Q2
FR Thales H1
SWE Volvo H1
DK Danske Bank Q2
GB Vodafone Q1 Umsatz
USA American Express Q2
USA Honeywell Q2

 

Quelle: BondWorld.ch