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LGT Navigator: Fragile Konsolidierung

LGT Navigator: Trotz des Versprechens der EZB alle Möglichkeiten auszuschöpfen, weiteren Massnahmen verschiedener Notenbanken und de facto unlimitierten Finanzhilfen……….

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LGT Navigator


verschiedenster Staaten bleibt die Stimmung an den Kapitalmärkten äusserst angespannt. Investoren befürchten eine schwere globale Wirtschaftskrise infolge der Pandemie-Bekämpfung. Heute scheint den Aktienmärkten aber zumindest eine gewisse Konsolidierung zu gelingen, auch wenn diese nach wie vor sehr fragil erscheint.

Fragile Erholung an den Börsen

Angesichts der schwer absehbaren Folgen für die Weltwirtschaft und der Angst vor einem weitergehenden Crash an den Aktienmärkten bleibt die Zurückhaltung der Investoren verständlich. Der Dow Jones Industrial konnte zumindest nach einem erneuten Einbruch um mehr als -3% zu Beginn des Handels den Tag mit einem moderaten Gewinn von knapp +1% beenden. Neue Konjunkturdaten aus den USA haben derzeit keinen massgebenden Einfluss auf das Marktgeschehen und positive Meldungen sind ohnehin Mangelware. So notierte der Geschäftsklimaindex der Fed von Philadelphia, der sogenannte Philly Fed-Index, im März den stärksten je gemessenen Rückgang.

Auch an Asiens Börsen gelang heute eine gewisse, wenn auch sehr fragile Konsolidierung. In Shanghai und Shenzen konnten die Indizes leicht zulegen und in Hongkong und Südkorea gelang gar eine relativ kräftige Erholung der Kurse. Positiv aufgenommen wurde die Meldung, dass aus der chinesischen Grossstadt Wuhan, in der die Pandemie ihren Anfang nahm, den zweiten Tag infolge keine neuen Infektionsfälle gemeldet wurden. Chinas Premier Li Keqiang erklärte, die mit dem Ausbruch verbundenen Risiken seien im Großteil des Landes nun gering und es sollte zur Normalität zurückgekehrt werden. Zulegen konnten auch die Ölpreise: WTI stieg um rund +4.5% und die Nordsee-Öl-Sorte Brent verteuerte sich um rund +3.5%. In Tokio wurde hingegen wegen eines Feiertages nicht gehandelt. Für die europäischen Aktienmärkte signalisieren die Futures nun einen freundlichen Handelsstart.

Bank of England senkt Leitzins ebenfalls auf praktisch Null

Wie bereits die US-Notenbank lockerte auch die britische Zentralbank gestern in einem ausserplanmässigen Schritt den Leitzins von +0.25% auf ein Rekordtief von +0.1%. Zudem weitete die Bank of England ihr Anleihekaufprogramm um GBP 200 Mrd. auf GBP 645 Mrd. aus.

SNB kämpft mit Liquidität und Interventionen gegen die Krise

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) beliess anlässlich ihres geldpolitischen Richtungsentscheids ihren Schlüsselzins unverändert bei -0.75%, kündigte aber verschiedene Schritte an, die Liquiditätslage der Geschäftsbanken zu sichern und die Auswirkungen der Pandemie einzudämmen. Zudem wird die SNB verstärkt mit Devisenmarktinterventionen gegen eine Aufwertung des Frankens entgegenwirken. Gleichzeitig wird die helvetische Zentralbank den Freibetrag auf das Dreissigfache erhöhen. Dies ist die Summe, die Banken bei der SNB hinterlegen und entsprechend Negativzinsen zahlen müssen . Bisher war es das 25-fache. In ihrer Beurteilung fasste die SNB zusammen, dass sich die Unsicherheit global erheblich verstärkt und sich die Aussichten sowohl für die Weltwirtschaft als auch für die Schweiz markant eingetrübt haben. Im laufenden Jahr erwartet die Notenbank einen Rückgang der Wirtschaftsleistung in der Schweiz. Noch Ende letzten Jahres wurde für 2020 ein Wachstum von +1.5% prognostiziert. SNB-Präsident Thomas Jordan sieht in der aktuellen Krisenlage nicht nur die Zentralbanken in der Pflicht, sondern es sei sehr wichtig zu erkennen, dass Massnahmen auch von der fiskalischen und medizinischen Seite kommen müssen.

Auch das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) geht im laufenden Jahr von einem Rückgang der Schweizer Wirtschaftsleistung aus. Wegen der Coronavirus-Krise rechnen die Wirtschaftsexperten des Bundes 2020 mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um -1.3% verglichen mit der Dezember-Prognose von +1.7%. Aufgrund erhoffter Aufholeffekte wird für 2021 aber ein kräftiges Wirtschaftswachstum von +3.3% prognostiziert. Die Prognoseunsicherheit sei derzeit aber aussergewöhnlich hoch, warnte das Seco.

Ifo: Deutsche Wirtschaft stürzt in Rezession

Aufgrund der sich schnell verändernden Situation in der Corona-Krise lieferte der extra frühzeitig publizierte Geschäftsklimabarometer des Münchener Ifo-Instituts ein aktuelles Stimmungsbild der deutschen Wirtschaft. Das Resultat: Der auf der Befragung von rund 9000 Unternehmen basierende Geschäftsklimaindex fiel im März auf 87.7 Punkte von 96.0 Zählern im Februar zurück und verzeichnete damit nicht nur den kräftigsten Rückgang seit 1991, sondern auch den niedrigsten Wert seit August 2009. Die endgültigen Ergebnisse der monatlichen Umfrage will das Ifo am 25. März veröffentlichen.

Wirtschaftskalender 20. März
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00CHErzeugerpreise (J/J)+0.8%
15:00USAbsatz bestehender Häuser (M/M)-1.3%
15:00USAbsatz bestehender Häuser (J/J)+5.5%
Unternehmenskalender 25. März
LandUnternehmenPeriode
DEE.ONJ19

 

Quelle: BondWorld.ch