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LGT Navigator: Frühindikatoren lassen weiter auf eine überraschend schnelle Erholung hoffen

LGT Navigator: Neuste Umfragewerte im Euroraum sowie inGrossbritannien und den USA bekräftigen das Szenario einer relativ schnellen wirtschaftlichen Erholung vom Corona-Schock …

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Die Lockerungen der «Lockdowns» scheinen die Wirtschaftsaktivität und die Unternehmens- sowie Konsumentenstimmung deutlich aufgehellt zu haben. An den Börsen wagten sich die Anleger wieder aus der Deckung und sorgten für solide Avancen.

An der New Yorker Börse übernahmen die Indizes die positiven Vorgaben aus Europa, getrieben von der Hoffnung auf eine V-förmige Konjunkturerholung, und der Dow Jones Industrial legte um +0.5% auf 26 156.10 Punkte zu. Der S&P 500 schloss +0.46% höher bei 3 131.29 Zählern, während der Nasdaq-100-Index um +0.78% auf 10 209.81 Punkte zulegen konnte und zeitweise gar eine neue Rekordmarke erreichte. In Asien verlor die Dynamik etwas an Schwung und die Indizes tendierten uneinheitlich. In Tokio schliesst der Nikkei 225-Index praktisch unverändert bei 22 531.05 Punkten.

Heute soll der Internationale Währungsfonds (IWF) erneut eine revidierte Prognose für die Weltwirtschaft vorstellen. Aufgrund der nach wie vor nicht überwundenen Pandemie dürfte der IWF die Erwartungen nochmals nach unten korrigieren, warnte IWF Chefvolkswirtin Gita Gopinath bereits gestern. In der letzten Prognose im April ging der Währungsfonds von einem Rückgang der weltweiten Wirtschaftsleistung um -3% aus.

Einkaufsmanagerindizes bekräftigen Szenario einer baldigen Wirtschaftserholung

In der Eurozone hat sich die Stimmung der Unternehmen gemäss den aktuellen Umfrageergebnissen des Londoner Marktforschungsinstituts IHS Markit im Juni überraschend schnell und kräftiger als erwartet den zweiten Monat in Folge verbessert. So stieg der zusammengefasste Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungs- und Industriesektor im Euroraum von 31.9 Punkten im Mai auf 47.5 Zähler. Damit verharren die meisten PMIs zwar unter der 50er Marke, ab der ein Wachstum signalisiert wird, jedoch ist die schnelle Erholung angesichts des Ausmasses des wirtschaftlichen Stillstands infolge der Corona-Krise doch erstaunlich. Der Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor verbesserte sich von 39.4 im Vormonat auf 46.9 Punkte. Und auch in dem durch den Lockdown noch härter getroffenen Dienstleistungssektor kletterte der PMI noch kräftiger von 30.5 auf 47.3 Zähler. Nach Einschätzung von IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson scheint sich die Talfahrt in der Eurozone im Juni substanziell verlangsamt zu haben. In Bezug auf die Stärke und Nachhaltigkeit der erhofften Wirtschaftserholung blieb Williamson aber vorsichtig und warnte, dass die Unternehmen noch für längere Zeit durch die pandemiebedingten Restriktionen beeinträchtigt seien.

Auch in Grossbritannien scheinen die Unternehmen wieder mehr Mut zu fassen. So erholte sich der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft im Juni von 30.0 auf 47.6 Punkte. Dabei hat sich die Stimmung sowohl in der Industrie als auch unter Dienstleistern deutlich aufgehellt.

Das gleiche Bild zeigt sich auch in den USA, wo ja bereits mehrere andere Konjunkturindikatoren in jüngster Zeit auf einen Erholungstrend der Wirtschaft hindeuten. Der PMI von IHS Markit für den amerikanischen Industrie- und Dienstleistungssektor zeigte eine ebenfalls stärker als von Ökonomen antizipierte Erholung im Juni. So nähert sich das Barometer für die US-Privatwirtschaft mit 46.8 Punkten, nach 37.0 Zählern im Monat zuvor, schon fast wieder der 50er Wachstumsmarke an. Der PMI für die US-Dienstleistungsbranche verbesserte sich von 37.5 auf 46.7 Punkte und der Indikator für die Industrie kletterte von 39.8 auf 49.6 Zähler.

WTO sieht Silberstreifen am Horizont

Die Welthandelsorganisation (WTO) zeigt sich angesichts einiger konjunktureller Erholungsanzeichen, beispielsweise eine Zunahme der Frachtflüge und ein erhöhter Umschlag in Container-Häfen, wieder etwas zuversichtlicher im Ausblick für die Weltwirtschaft. Noch im April war die WTO von einem Rückgang des Welthandels um rund -30% ausgegangen. Dies sei in der Zwischenzeit unwahrscheinlicher geworden, meint WTO-Chef Roberto Azevedo. Generell sei der Ausblick aufgrund der unsicheren Entwicklung der Pandemie noch mit vielen Unwägbarkeiten verbunden, warnte Azevedo.

EZB-Bankenaufsicht sieht Potenzial für Bankenfusionen

Der Chef der EZB-Bankenaufsicht Andrea Enria geht davon aus, dass durch die Corona-Krise die Wahrscheinlichkeit von Bankenfusionen innerhalb des Euroraums klar gestiegen ist. Dies gelte laut Enria sowohl für Übernahmen innerhalb eines Landes als auch für grenzüberschreitende Fusionen. Seit Herbst 2014 ist die EZB für die Kontrolle der grossen Bankeninstitute in der Eurozone verantwortlich.

Wirtschaftskalender 24. Juni
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:45FRGeschäftsklimaindex Juni59.4
10:00DEIfo-Geschäftsklimabarometer Juni79.5
10:00DEIfo-Erwartungsindex Juni80.1
10:00DEIfo-Indiktator der aktuellen Situation Juni78.9
15:00USAFHFA-Hauspreisindex April+0.1%
Unternehmenskalender 25. Juni
LandUnternehmenPeriode
USANikeQ4

 

Quelle: BondWorld.ch