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LGT Navigator: Frühindikatoren signalisieren Abkühlung auf relativ hohem Niveau

LGT Navigator: Die auf den aktuellen Einkaufsmanagerumfrageergebnissen basierenden Frühindikatoren bestätigten die Befürchtungen einer Abkühlung des Wirtschaftswachstums in den USA und den Euroländern.

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Die Aktienbörsen nahmen dies als Zeichen, dass noch länger mit einer expansiven Geldpolitik der grössten Zentralbanken zu rechnen ist und setzten ihre am letzten Freitag begonnene Erholung zu Wochenbeginn fort. Angesichts des mit Hochspannung erwarteten Zentralbanksymposiums in Jackson Hole dürften die Wirtschaftsindikatoren wieder in den Hintergrund rücken und die Geldpolitik im Vordergrund stehen.

 

An den Aktienbörsen setzte sich der positive Trend zum Wochenstart fort. In New York gewann der Dow Jones Industrial +0.61% und schloss bei 35’335.71 Punkten. Beim S&P 500 und der Nasdaq konnten gar neue Rekorde notiert werden. Der S&P 500 beendete den Montag +0.85% höher bei 4’479.53 Zählern und der Nasdaq 100 legte um +1.46% auf 15’312.82 Punkte zu. Für gute Stimmung sorgte u.a. auch die Meldung, dass der Impfstoff von Pfizer/Biontech in den USA nun die vollständige Zulassung erhalten hat. In Asien folgten die meisten Aktienindizes den positiven Vorgaben aus Übersee und auch an Europas Börsen darf heute mit einer erneut freundlichen Eröffnung gerechnet werden.

US-Wirtschaftserholung verliert etwas an Schwung

Der Einkaufsmanagerindex des Londoner Marktforschungsinstituts IHS Markit weist darauf hin, dass sich das Wachstum der US-Privatwirtschaft im August angesichts von Lieferengpässen und der Unsicherheiten in Bezug auf die Pandemie verlangsamt hat. Der zusammengefasste PMI (Composite) gab von 59.9 Punkten im Juli auf 55.4 Zähler nach und fiel damit auf das tiefste Niveau seit rund acht Monaten zurück. Abgeschwächt hat sich der Wachstumstrend im August sowohl im Dienstleistungs- als auch im Industriesektor. Der PMI für die Dienstleister fiel von 59.9 auf 55.2 und der Industrie-Indikator von 63.4 auf 61.2.

Wachstumsdynamik im Euroraum schwächt sich auf hohem Niveau leicht ab

Den neusten Umfragewerten von IHS Markit hat der Wachstumstrend in der Eurozone im August leicht nachgelassen, blieb aber auf hohem Niveau. Der Sammelindex (PMI Composite) für die Privatwirtschaft (Industrie- und Dienstleistungssektor zusammengenommen) gab von 60.2 Punkten im Juli – ein 15 Jahreshoch – auf 59.5 Zähler nach. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie fiel von 62.8 auf 61.5 zurück und der PMI für die Dienstleister gab von 59.8 auf 59.7 minimal nach. Insgesamt zeige der Wirtschaftsaufschwung in den Euroländern im August weiterhin eine beeindruckende Dynamik, kommentierte IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson.

In Grossbritannien deutete der Einkaufsmanagerindex von IHS Markit im August hingegen eine deutliche Abkühlung an. Der PMI für die britische Privatwirtschaft sank im Monatsvergleich von 59.2 auf 55.3 Punkte. Während der Einkaufsmanagerindex im Industriesektor nur leicht nachgab, schwächte sich der Trend in der britischen Dienstleistungsbranche in der aktuellen Berichtsperiode spürbar ab.

Bundesbank rechnet mit kräftigem Wachstumssprung im dritten Quartal

Die deutsche Bundesbank geht in ihrem gestern veröffentlichten Monatsbericht davon aus, dass die Wachstumsdynamik der heimischen Wirtschaft im Sommerquartal kräftig zugelegt hat. Das BIP könnte dank den ab Mitte Mai gelockerten Pandemiemassnahmen noch wesentlich kräftiger zulegen als im Frühjahr. Im Q3 könnte demnach eine Wachstumsrate von gut 3% erreicht werden und damit doppelt so stark sein wie im Q2. So wird das Wachstum denn auch vor allem vom Privatkonsum getragen. Unsicherheiten bestünden aber hinsichtlich der Auswirkungen der Corona-Delta-Variante, schreibt die Bundesbank.

Wirtschaftskalender 24. August
MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE BIP Q2 (Q/Q) +1.5%
16:00 USA Verkäufe neuer Eigenheime (Juli, M/M) -6.6%

 

Unternehmenskalender 24. August
Land Unternehmen Periode
USA Best Buy Q2
USA Medtronic Q1

 

Quelle: BondWorld.ch