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LGT Navigator: Geht der Börsencrash in die nächste Runde?

LGT Navigator: Der Ausverkauf an den Aktienmärkten setzte sich zu Beginn der Woche nach einer nur kurzen Erholungsphase unvermindert fort………..

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Zu schwer wiegen die Unsicherheiten über den weiteren Verlauf der Coronavirus-Pandemie und deren katastrophalen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, als dass sich die Kapitalmärkte durch die Aktionen der Notenbanken und die Ankündigungen der Regierungen beruhigen lassen.

Börsencrash geht in nächste Runde

In Europa brach der EuroStoxx zum Wochenstart aufgrund der Angst vor einer weltweiten Rezession zeitweise um rund -10% ein und notierte stellenweise auf dem tiefsten Stand seit 2012. Seitdem noch im Februar erreichten Hoch verlor der europäische Benchmark-Index damit bereits -38%. Der Dax fiel gleichzeitig auf den niedrigsten Stand seit 2013 zurück. Auch an der Wall Street verpuffte die jüngste notfallmässige Leitzinssenkung der US-Notenbank. Der Leitindex Dow Jones Industrial fiel gleich nach Handelsstart um knapp -10% auf 20 935 Punkte und schloss fast -13% tiefer mit dem grössten Tagesverlust seit dem Crash von Oktober 1987. Währenddessen konnte die “Antikrisen-Währung” Gold von den Turbulenzen nicht wirklich profitieren, da viele Anleger gezwungen sein dürften ihre Positionen zu verkaufen, um anderweitige Verluste zu decken.

In Asien scheinen sich die Aktienkurse im Moment etwas zu stabilisieren und die US-Aktienfutures notieren im Plus, was einen positiven Handelsbeginn an den europäischen Börsen verspricht.

EU sagt unbegrenzte Hilfe im Kampf gegen die Pandemie zu

Die Finanzminister der Eurozone versprechen der Euro-Wirtschaft im Kampf gegen die Corona-Pandemie unbegrenzte Hilfen. Es werde alles Nötige getan, um die ökonomischen Folgen einzugrenzen, meinte Eurogruppenchef Mario Centeno. Auch würden Konjunkturprogramme nicht ausgeschlossen und Banken sollen volle Rückendeckung der Staaten bekommen. Die EU stehe vor einer riesigen Herausforderung. Wenn Europa die Kräfte bündele und solidarisch handle werde es aber gelingen die Krise zu überwinden, meinte der deutsche Finanzminister Olaf Scholz.

Haben die Zentralbanken ihr Pulver verschossen?

Die Reaktionen der Finanzmärkte auf die beiden Notfall-Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed) zeigen, dass die Investoren derzeit kein Vertrauen in die Feuerkraft der Zentralbanken haben. US-Notenbankchef Jerome Powell sprach von einer “herausfordernden Situation” und warnte, dass die Virus-Pandemie tiefgreifende Auswirkungen habe. Dennoch zeigte sich Powell überzeugt, dass die Fed noch genügend geldpolitischen Spielraum und Instrumente habe, um der Krise zu begegnen. Negativzinsen seien in den USA derzeit kein Thema, betonte Powell. Angesichts der Tatsache, dass bereits andere grosse Zentralbanken, wie die EZB, die Bank of Japan oder die SNB mit Negativzinsen operieren, stellt sich die Frage, ob die Notenbanken nicht bereits ihr Pulver verschossen haben und nun der Krise ohne Feuerkraft gegenüberstehen.

SNB bleibt unter Druck

Nachdem die Coronavirus-Pandemie und die Flucht der Investoren den Schweizer Franken gegenüber dem Euro auf den höchsten Stand in den vergangenen viereinhalb Jahren getrieben hat, scheint die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Devisenmarkt aktiv Gegensteuer zu geben. So stiegen die Sichtguthaben von Banken und dem Bund bei der SNB per 13. März gegenüber der Vorwoche um CHF 4.4 Mrd. auf CHF 603 Mrd. an, womit der stärkste Anstieg seit Anfang März 2017 registriert wurde. Mit höchster Spannung wird nun der geldpolitische Entscheid der SNB am Donnerstag erwartet.

US-Konjunkturbarometer bricht ein

Der sogenannte Empire State-Index der New Yorker Fed verzeichnete im März angesichts der Coronavirus-Krise einen dramatischen Einbruch. Der Indikator für die Geschäftsaktivität des Industriesektors im Grossraum New York fiel von plus 12.9 auf minus 21.5 Punkte. Ein Wert über null signalisiert eine Expansion, ein Stand darunter eine Kontraktion. Der New Yorker Konjunkturindex ist neben dem Philly Fed-Index und dem nationalen ISM-Einkaufsmanagerindex einer der meist beachteten Frühindikatoren für die US-Industrie.

Neuste Zahlen aus China zeigen Ausmass der wirtschaftlichen Folgen

Die gestern vom chinesischen Statistikamt veröffentlichten Zahlen zeigen wie sehr die Coronavirus-Krise die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt belastet. So brach die Industrieproduktion in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres um -13.5% zum Vorjahr ein, womit der schwächste Wert seit Anfang 1990 notiert wurde. Im gleichen Zeitraum gingen auch die Investitionen um -24.5% zurück und der Einzelhandel meldete einen Umsatzeinbruch von rund -20%. Die Arbeitslosenrate kletterte im Februar auf 6.2%. Ende 2019 betrug diese noch 5.2%. Damit scheint der Schock für Chinas Wirtschaft grösser als 2008 bei der globalen Finanzkrise.

Wirtschaftskalender 17. März
MEZLandIndikatorLetzte Periode
10:30GBVerbraucherpreise (J/J)-0.3%
10:30GBArbeitslosenrate3.7%
11:00DEZEW-Erwartungsindex+8.7
11:00EZZEW-Erwartungsindex+10.4
13:30USDetailhandelsumsätze (M/M)+0.3%
14:15USIndustrieproduktion (M/M)-0.8%
15:00USNAHB-Häusermarktindex+74
Unternehmenskalender 17. März
LandUnternehmenPeriode
DEVolkswagenJ19

Quelle: BondWorld.ch