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LGT Navigator: Gelingt den Börsen die Konsolidierung nach einem starken Monatsauftakt?

LGT Navigator: Nach der Erholung zu Wochenbeginn haben die Börsen gestern wieder an Schwung verloren, und die Verunsicherung bleibt spürbar.

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Einerseits blicken die Aktienanleger weiterhin gespannt auf die Entwicklung der Renditen am Anleihenmarkt und andererseits scheint der Druck auf den Technologiewerten anzuhalten. Währenddessen lassen die fortschreitenden Impfkampagnen Investoren aber hoffen, dass sich die konjunkturelle Erholung von der Pandemie fortsetzen wird und die Krise im Laufe des Jahres überwunden werden kann.

An der Wall Street tendierten die Indizes am Dienstag nach einem sehr starken Wochenauftakt wieder schwächer. Insbesondere die Technologiewerte standen erneut unter Druck. Auch die Warnungen Chinas vor Bewertungsblasen an den ausländischen Kapitalmärkten scheinen auf die Stimmung gedrückt zu haben. Der Dow Jones Industrial schloss mit -0.46% tiefer bei 31’391.52 Punkten, nur knapp über dem Tagestief. Der S&P 500 gab noch kräftiger um -0.81% auf 3’870.29 Punkte nach. Am stärksten waren die Verluste im Nasdaq. So verlor der Nasdaq 100 -1.68% und schloss bei 13’059.95 Zählern. Weiterhin haben die Börsen das Geschehen an den Bondmärkten im Blick. Gestern stieg die Rendite der richtungweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen zumindest nicht weiter an, sondern stabilisierte sich um 1.4%, nachdem noch in der vergangenen Woche mit fast 1.6% das höchste Niveau seit gut einem Jahr erreicht worden war. Unterstützung fanden Optimisten in der Hoffnung, dass die US-Regierung in Kürze das weitere Corona-Hilfspaket auf den Weg bringen wird und der Wirtschaft mit knapp zwei Billionen US-Dollar unter die Arme greifen wird. Der Senat könnte noch in dieser Woche grünes Licht geben. Positiv aufgenommen werden dürfte auch das Versprechen von US-Präsident Joe Biden, wonach bereits bis Ende Mai in den USA genügend Covid-19-Impfstoff für alle Erwachsenen zur Verfügung stehen werde. Bisher war die neue US-Regierung von Ende Juli ausgegangen. Hoffnung macht vor allem die FDA-Notfallzulassung eines weiteren Impfstoffes von Johnson & Johnson, der nur eine Dosis benötigt.

In Asien tendieren die meisten Börsenindizes heute Morgen im positiven Bereich und auch die Futures signalisieren einen freundlichen Start an Europas Aktienmärkten. Heute steht unter anderem der regelmässige Wirtschaftsbericht der US-Notenbank, das sogenannte Beige Book im Fokus.

Inflationsdruck im Euroraum nimmt vorerst nicht weiter zu

In den Euroländern hat sich die Teuerungsrate der Verbraucherpreise im Februar gegenüber dem Vormonat nicht verändert. Die Jahresinflationsrate verharrte den Angaben der Statistikbehörde Eurostat zufolge bei +0.9%. Im Dezember 2020 war die Teuerung im Jahresvergleich mit -0.3% noch negativ. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im Februar +0.2%. Die Kernrate ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise, welche den längerfristigen Inflationstrend besser widerspiegelt, ging von +1.4% auf +1.1% zurück. Aufgrund von Sondereffekten die sich aus den «Lockdowns» ergeben, gelten die Daten derzeit aber als nur bedingt aussagekräftig. Insgesamt liegt die Jahresinflationsrate weiterhin klar unter dem Zielwert der EZB, die auf mittlere Sicht eine Rate von knapp zwei Prozent anstrebt. Trotzdem finden die Daten derzeit eine höhere Beachtung, da die Inflationserwartungen an den Kapitalmärkten gestiegen sind und dies zu einem Anstieg der Anleihenrenditen geführt hat.

Inflation kann laut EZB mittelfristig durchaus steigen, sieht derzeit aber keine Gefahr

Die Inflation könne mittelfristig durchaus steigen, meinte der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Luis de Guindos. Hintergrund dieser Annahme seien strukturelle Faktoren, die die Inflation weltweit antreiben könnten, wie die geld- und fiskalpolitischen Stimuli, steigende Rohstoffpreise und eine Erholung der weltweiten Nachfrage, so der Zentralbanker. Alles in allem könne man aber sagen, dass die EZB wegen der Inflation kurzfristig nicht besonders beunruhigt sein müsse, so de Guindos in einem Interview. In Bezug auf die zuletzt gestiegenen Renditen am Bondmarkt meinte der EZB-Vizepräsident, dass die EZB beobachten müsse, ob der Anstieg der nominalen Renditen die Finanzierungsbedingungen verschlechtert habe. Falls ja, dann werde die Notenbank offen sein für eine Rekalibrierung ihres Programms, einschliesslich der Grösse des Pandemiekaufprogramms PEPP. Auf jeden Fall habe die EZB aber die Flexibilität zu reagieren, betonte de Guindos.

Grossbritanniens Finanzministers stellt Haushaltsplan vor

Vor dem Hintergrund der Coronakrise wird heute Nachmittag (ab 13:30 Uhr MEZ) der britische Finanzminister Rishi Sunak im Parlament seinen Haushaltsplan vorstellen. Erwartet werden zahlreiche Massnahmen, um die Wirtschaft nach dem bereits dritten «Lockdown» zu unterstützen. Dafür sollen Direkthilfen von rund GBP 5 Mrd. zur Verfügung stehen und das Kurzarbeitsprogram sowie die teilweise Aussetzung der Stempelsteuer bei Immobilienkäufen verlängert werden. Im Zentrum stehen auch Mittel in Höhe von umgerechnet GBP 1.65 Mrd. für das nationale Impfprogramm.

Wirtschaftskalender 3. März

MEZ Land Indikator Letzte Periode
07:45 CH BIP Q4 (Q/Q) +7.6%
08:00 CH Verbraucherpreise (Februar, J/J) -0.5%
09:15 SP IHS Markit Einkaufsmanagerindex Dienstleister (Februar) 41.7
09:45 IT IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Februar) 47.2
09:50 FR IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Februar) 45.2
09:55 DE IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Februar) 50.8
10:00 EZ IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Februar) 47.8
10:00 IT BIP Q4 (Q/Q) +16.0%
10:30 GB IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Februar) 49.8
14:15 USA ADP-Beschäftigung Privatwirtschaft (Februar) +174’000
15:45 USA IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Februar) 58.7
16:00 USA ISM Einkaufsmanagerindex Dienstleister (Februar) 58.7
20:00 USA Fed Beige Book  

 

Unternehmenskalender 3. März

Land Unternehmen Periode
CH Bucher Q4
CH Kühne & Nagel Q4
CH Georg Fischer Q4
FR Vivendi Q4
GB Prudential Q4

 

Quelle: BondWorld.ch