LGT

LGT Navigator: Geopolitische Spannungen sorgen für zusätzliche Nervosität

LGT Navigator: Nach der von der US-Regierung angeordneten Schliessung des chinesischen Konsulats in Houston, Texas, hat nun Chinas Führung als Vergeltungsmassnahme die Schliessung des US-Konsulats in Chengdu angeordnet …

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


LGT Navigator


Damit verschlechtert sich die bereits seit dem Handelsstreit und seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie belastete Beziehung nochmals deutlich. Gleichzeitig verschärft sich in den USA auch die Corona-Krise immer weiter und ist das bestimmende Thema im laufenden Präsidentschaftswahlkampf. Belastet werden die Börsenindizes aktuell auch durch Gewinnmitnahmen, insbesondere im Technologiebereich.

Mit der Schliessung des amerikanischen Konsulats in der Stadt Chengdu im Südwesten der Volksrepublik reagiert Peking auf die jüngst aus Washington gezündete Eskalationsstufe und verschärft damit den Ton nochmals in den Beziehungen der beiden weltgrössten Volkswirtschaften. US-Aussenminister Mike Pompeo drängt unterdessen auf ein entschiedeneres Vorgehen gegen China und betonte unfaire Handelspraktiken und Menschenrechtsverletzungen Chinas.

An der Wall Street gab der Dow Jones Industrial um -1.31% nach und schloss bei 26 652.33 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 fiel um -1.23% auf 3235.66 Zähler zurück. Neben dem Konflikt zwischen den USA und China sowie negativen Daten vom US-Arbeitsmarkt standen auch Gewinnmitnahmen im Technologiesektor im Mittelpunkt. Da halfen auch die besser als erwartet ausgefallenen Quartalsberichte von Microsoft oder Intel nicht. Der Nasdaq 100 verlor gestern -2.67%. Asiens Börsen schlossen sich dem Trend an. In Tokio verliert der Nikkei 225-Index heute Morgen -0.58%.

Ablenkungsmanöver im US-Präsidentschaftswahlkampf?

Es ist fraglich inwieweit die neusten Spannungen auch damit zu tun haben, dass US-Präsident Donald Trump wegen der sich weiter zuspitzenden Pandemie-Lage in den USA und dem laufenden Wahlkampf versucht die Aufmerksamkeit der Medien und Wähler auf eine anderes Thema zu lenken. In den Vereinigten Staaten stieg die Zahl der Covid-19-Fälle auf vier Millionen Menschen, wovon 140 000 ihr Leben verloren. Einem aktuellen Bericht von Reuters zufolge dauerte es in den USA 98 Tage, um die Marke von einer Million Infektionen zu erreichen. Zwei Millionen wurden 43 Tage später verzeichnet, drei Millionen wiederum 27 Tage danach. Die Marke von vier Million fiel nun nach nur weiteren 16 Tagen. US-Präsident Trump liegt auch neusten Umfragewerten zufolge in drei als «Swing States» bezeichneten Bundesstaaten, die für den Ausgang der Präsidentenwahl als ausschlaggebend gelten, deutlich hinter seinem Herausforderer Joe Biden. Eine Umfrage des TV-Senders Fox News sieht den Demokraten in Michigan mit neun Prozentpunkten vor Trump. In Pennsylvania scheint Biden einen Vorsprung von rund zehn Prozentpunkten zu haben und in Minnesota soll Trump auf 38% und Biden auf 51% kommen.

US-Arbeitsmarkt sendet weiterhin Stresssignale

Wegen der sich weiter zuspitzenden Corona-Lage in den USA steht der Arbeitsmarkt weiter unter Druck. Neusten Angaben zufolge stellten in der Woche zum 18. Juli 1.416 Mio. Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe. In den Wochen zuvor waren die Anträge zumindest moderat zurückgegangen, jedoch auf hohem Niveau. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gelten als Indikator der aktuellen Lage am Arbeitsmarkt.

Konsumklima in Deutschland erholt sich dank Mehrwertsteuersenkung

Die Reduktion der Mehrwertsteuer scheint den Konsum in Deutschland inmitten der Corona-Krise zu stützen. Der neuesten Erhebung des Nürnberger Forschungsinstituts GfK zufolge beabsichtigen die befragten Privathaushalte geplante grössere Anschaffungen vorzuziehen. Auch wenn die Effekte nicht nachhaltig seien, so stelle die Mehrwertsteuersenkung eine wichtige Stütze für die Binnennachfrage im laufenden Jahr dar, kommentierte das GfK. Unabhängig vom steuerlichen Effekt sei eine Erholung des Konsumklimas zu beobachten, was laut GfK auf eine V-förmige Erholung des Konsums hindeute. Das in der aktuellen Umfrage ermittelte Konsumklimabarometer verbesserte sich von minus 9.4 Punkten auf noch minus 0.3 Zähler für August. Den Tiefpunkt hatte der Indikator in der Folge des Lockdowns mit minus 23 Punkten im Mai erreicht. Der längerfristige Mittelwert liegt etwa bei plus 10.

Frankreichs Unternehmen wieder zuversichtlicher

Die Stimmung in der französischen Wirtschaft hat sich dank der langsamen Öffnung der Wirtschaft nach dem Corona-Schock wieder etwas erholt. Der vom nationalen Statistikamt Insee erstellte Geschäftsklimaindex stieg im Juli um sieben Punkte auf 85 Zähler. Dabei hellte sich die Stimmung sowohl im Industrie- wie auch im Dienstleistungssektor auf. Die Behörde geht wegen der Corona-Krise derzeit von einem Einbruch des Bruttoinlandprodukts von rund -9% im laufenden Jahr aus.

Wirtschaftskalender 24. Juli
MEZLandIndikatorLetzte Periode
10:30GBDetailhandelsumsätze Juni (J/J)-13.1%

Unternehmenskalender 24. Juli
LandUnternehmenPeriode
CHLonzaH1
CHSchindlerH1
CHSulzerH1
FRLVMHH1
GBTullow OilH1
USAAlphabetQ2
USAVerizonQ2
USANexteraQ2
USASchlumbergerQ2

 

Quelle: BondWorld.ch