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LGT Navigator: Geringe Visibilität und hohe Unsicherheit

LGT Navigator: Trotz der massiven Hilfsmassnahmen der Notenbanken und Staaten sowie dem IWF bleibt die Verunsicherung an den Finanzmärkten hoch, insbesondere bezüglich der Dauer der Pandemie und den damit einhergehenden Massnahmen………..

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LGT Navigator


Die Dauer des weltweiten Ausnahmezustands wird auch massgeblich das Ausmass der wirtschaftlichen Schäden beeinflussen. Während Anleger in New York tiefere Einstiegsniveaus nutzten und für eine erneute Erholung sorgten, vermochten an Asiens Börsen die positiven Vorlagen und überraschend gute Wirtschaftsdaten aus China die Aktienanleger nicht zu überzeugen.

Rezessionsangst

Neuste Konjunkturdaten aus China nährten die Hoffnungen auf eine baldige Erholung der Wirtschaft nach der teilweisen Aufhebung des Ausnahmezustands. So legte der chinesische Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Industriesektor im März auf 52.0 von dem im Vormonat vor dem Hintergrund der Pandemie erreichten Rekordtief von 35.7 zu und übertraf damit die Erwartungen der Analysten von 45.0 Zählern bei weitem. Allerdings dürften die PMI-Daten derzeit auch schwierig zu interpretieren sein, da das Ausgangsniveau bei der Umfrage der praktische Stillstand der Produktion war. Die Börsenindizes in Shanghai und Hongkong goutierten die besser als erwarteten PMI-Umfragewerte aber immerhin mit moderaten Kursgewinnen von bis zu +1%. In Tokio notiert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index aber mit einem Minus von rund -1%.

Hoffnung auf medizinische Fortschritte in der Bekämpfung von COVID-19

An der New Yorker Börse hatte der Dow Jones ein Tagesplus von +3.2% verbucht. Der breit angelegte S&P 500 stieg um +3.4% und die Technologiebörse Nasdaq um +3.6%. Hintergrund der Erholung an der Wall Street waren die Hoffnung auf schnellere Massentests sowie umfangreiche Forschungen für einen Impfstoff. So legten beispielsweise die Aktien des Pharmakonzerns Abbott um +7% zu nachdem das Unternehmen von der Zulassungsbehörde FDA in einem Dringlichkeitsverfahren bis auf Widerruf die Zulassung für einen Corona-Schnelltest bekommen hat. Auch die Titel von Johnson & Johnson stiegen um rund +6%, da der Pharmakonzern eigenen Angaben zufolge Fortschritte auf der Suche nach einem Impfstoff gegen COVID-19 gemacht hat.

Minimale Entspannung der Situation in Italien und Spanien

Während in Italien sich die Zunahme der Neuinfektionen etwas zu verlangsamen scheint, stieg die Zahl der Corona-Virus-Infizierten in Spanien auf über 85 000, womit die Ausbreitung des Virus nun auch höher ist als in China. Zu den Infizierten gehören inzwischen auch rund 12 300 Mitarbeiter des Gesundheitswesens. Immerhin ging in Spanien erstmals nach langer Zeit die Zahl der neuen Todesfälle leicht zurück. Bisher starben in Spanien rund 7500 Menschen an der Lungenkrankheit.

Wirtschaftsstimmung im Euroraum eingebrochen

Neuste Umfrageergebnisse der EU-Kommission zeigen, dass die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone im März so stark eingebrochen ist wie noch nie seit Beginn der Umfrage 1985. Der Economic Sentiment Indicator (ESI) ­ ein breit angelegter Indikator, der die Stimmung in Unternehmen und Privathaushalten misst ­ fiel um 8.9 auf 94.5 Punkte. Ökonomen hatten aber angesichts der Corona-Krise mit einem noch stärkeren Einbruch auf 91.6 Zähler gerechnet. Zudem brach das Verbrauchervertrauen so stark ein wie noch nie, da die Konsumenten die wirtschaftliche Lage wegen der Pandemie deutlich schlechter beurteilten.

Anhaltende Debatte um «Corona-Bonds»

Während vor allem Deutschland die Schaffung gemeinsamer Anleihen ablehnt, sprach sich inzwischen EZB-Vizepräsident Luis de Guindos für die Einführung von sogenannten «Corona-Bonds» im Kampf gegen die aussergewöhnliche Belastung der Staatshaushalte wegen der Corona-Krise aus. An vorderster Front hatte sich Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte zuletzt für die gemeinsame Schuldenaufnahme stark gemacht. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie auch Österreich oder die Niederlande lehnen bisher «Corona-Bonds» ab.

KOF-Konjunkturbarometer auf Fünfjahrestief

Der Frühindikator der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich brach im März auf 92.9 von 101.8 Punkten im Vormonat ab und notiert damit auf dem tiefsten Stand seit fünf Jahren. Angesichts der ergriffenen Massnahmen zur Eindämmung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie haben sich damit die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft massiv eingetrübt. Daher ist laut KOF auch mit einem weiteren Rückgang des Indikators bis auf ein Niveau von 60 Punkten zu rechnen. So niedrig notierte das Barometer zuletzt während der Rezession nach der Finanzkrise 2008/09. Es müsse mit einer schweren Rezession gerechnet werden. Unterdessen kämpft auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) gegen die Auswirkungen der Krise. Einerseits stellt die SNB den Geschäftsbanken zusätzliche Liquidität zur Verfügung und andererseits versucht die SNB, den neusten Daten zu den Sichtguthaben zufolge, durch Devisenmarktinterventionen die Frankenstärke einzudämmen. Der Zuwachs bei den Sichtguthaben der Banken bei der SNB erhöhte sich in der Woche zum 27. März so stark wie seit dem Frankenschock Anfang 2015 nicht mehr.

Wirtschaftskalender 31. März
MEZLandIndikatorLetzte Periode
03:00CNEinkaufsmanagerindex Industrie35.7
03:00CNEinkaufsmanagerindex Dienstleister29.6
08:45FRVerbraucherpreise (J/J)+1.6%
09:00SPBIP Q4 (Q/Q)+0.5%
09:55DEArbeitslosenrate März5.0%
11:00EZVerbraucherpreise (J/J)+1.2%
11:00EZKern-Verbraucherpreise (J/J)+1.2%
11:00ITVerbraucherpreise (J/J)+0.2%
Unternehmenskalender 14. April
LandUnternehmenPeriode
USJPMorgan ChaseQ1
USJohnson & JohnsonQ1

Quelle: BondWorld.ch