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LGT Navigator: Gewinnmitnahmen vor Fed-Entscheid

LGT Navigator: An den Aktienmärkten nutzten Anleger nach der eindrücklichen Rally der letzten Tage Berichte über Spannungen zwischen Nord- und Südkorea zu Gewinnmitnahmen …

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Nachdem der US-Leitindex zu Wochenbeginn wieder den höchsten Stand seit Ende Februar erreicht hatte, scheinen Investoren vor dem heutigen geldpolitischen Entscheid der Fed erst einmal etwas in Deckung zu gehen.

Im Fokus steht heute Abend um 20:00 Uhr (MEZ) der routinemässige Entscheid des geldpolitischen Ausschusses (FOMC) der US-Notenbank (Fed). Vor dem Hintergrund des zuletzt überraschend positiv ausgefallenen Arbeitsmarktberichts und der optimistischen Haltung an den Kapitalmärkten nach den weitgehenden Lockerungen der Corona-Massnahmen, dürfte die Fed keinen unmittelbaren Handlungsbedarf ausmachen. Mit Spannung werden aber die Einschätzungen von Notenbankchef Jerome Powell verfolgt werden.

An der Wall Street sorgten Gewinnmitnahmen für ein vorläufiges Ende der jüngsten Rally. Der Dow Jones Industrial schloss -1.09% tiefer bei 27 272.30 Punkten. Zuvor hatte der Leitindex seit Monatsbeginn um fast +9% zugelegt. Der marktbreite S&P 500 gab ebenfalls um -0.78% auf 3 207.18 Zähler nach. Der Nasdaq 100 setzt hingegen seinen «Run» fort, notierte zeitweise über 10 000 Punkten und schloss nochmals +0.66% höher bei einem neuerlichen Rekordhoch von 9 967.18 Zählern. Die Aktien von Apple legten um +2.61% zu und erreichten einen Marktwert von knapp USD 1.5 Billionen, soviel wie alle 30 Konzerne im deutschen Leitindex Dax zusammen. In Asien tendierten die meisten Indizes vor dem Fed-Entscheid und angesichts der Spannungen zwischen Süd- und Nordkorea ohne klaren Trend. Der Nikkei 225-Index notiert mit 23 115.66 Punkten +0.11% höher zum Vortag.

Düstere Prognosen der Weltbank

Nach Einschätzung der in Washington beheimateten Weltbank haben sich die Aussichten für die Weltwirtschaft angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise dramatisch verschlechtert. Die neusten Prognosen der Weltbank sind noch deutlich pessimistischer als die des Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Weltbank geht im laufenden Jahr von einem Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung um -5.2% aus. Der IWF prognostiziert für 2020 ein Minus von -3%. Zu Beginn des Jahres, oder bevor sich das Covid-19 über den Globus verbreitete, hatte die Institution noch mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von +2.5% gerechnet. In den Industrieländern dürfte das BIP um rund -7% einbrechen und in den Schwellenländern um etwa -2.5%. Im Einzelnen prognostiziert die Weltbank für die USA einen Rückgang der Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um -6.1% und für den Euroraum einen Einbruch um -9.1%. Chinas Volkswirtschaft wird hingegen ein Wachstum von +1% zugetraut.

Wirtschaft in der Eurozone schrumpft nicht ganz so stark

Die Euroländer haben die Corona-Krise im ersten Quartal etwas besser weggesteckt als angenommen. Eurostat zufolge sank das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum in den ersten drei Monaten um -3.6% zum Vorquartal. Eine erste Schätzung war von -3.8% ausgegangen. Dennoch sorgte der «Lockdown» wegen der Pandemie für den stärksten Einbruch seit Beginn der Datenreihe 1995.

EZB erwägt Verlängerung des Dividenden-Moratoriums

Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) erwägt angesichts der Corona-Krise, Banken im Euroraum aufzufordern, den Verzicht auf Dividendenausschüttungen bis zum Jahresende zu verlängern. Bisher hatte die EZB von den Geldhäusern gefordert, bis mindestens zum 1. Oktober auf Dividenden, Bonifikationen sowie Aktienrückkäufe zu verzichten. Die EZB argumentiert, dass die Geschäftsbanken dadurch besser in der Lage sind, grössere Kapitalpuffer aufzubauen.

Ausblick für Japans Bonitätsrating verschlechtert

Die Ratingagentur Standard & Poors’s hat den Ausblick für die Kreditbewertung Japans aufgrund der negativen Auswirkungen der Corona-Krise von «positiv» auf «stabil» gesenkt. Die Bonitätsnote für die drittgrösste Volkswirtschaft bleibt vorerst mit «A+» unverändert, vier Stufen unterhalb der Bestnote. S&P geht davon aus, dass Japans Schulden im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt in den nächsten beiden Jahren deutlich steigen werden. Japans Schuldenstand liegt bei über 230% des Bruttoinlandsproduktes – der höchste weltweit.

Wirtschaftskalender 10. Juni
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:45FRIndustrieproduktion April (M/M)-16.2%
08:45FRIndustrieproduktion April (J/J)-17.3%
14:30USAVerbraucherpreise Mai (M/M)-0.8%
14:30USAVerbraucherpreise Mai (J/J)+0.3%
14:30USAKern-Verbraucherpreise Mai (J/J)+1.4%
20:00USAUS-Notenbank FOMC geldpolitischer Entscheid0.0-0.25%
Unternehmenskalender 19. Juni
LandUnternehmenPeriode
USAOracleQ4

Quelle: BondWorld.ch