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LGT Navigator: Gewinnmitnahmen vor Thanksgiving, aber Börsenstimmung bleibt positiv

LGT Navigator: Nachdem der Dow Jones Industrial am Dienstag erstmals die Schallmauer von 30 000 Punkten durchbrochen hatte, bestimmten vor dem heutigen Thanksgiving-Feiertag in den USA vor allem Gewinnmitnahmen das Marktgeschehen.

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Zuvor hatten insgesamt durchwachsene US-Konjunkturdaten die Anleger nicht zu weiteren Zukäufen überzeugen können. So zeigten revidierte Daten, dass die US-Wirtschaft im dritten Quartal und damit nach dem Corona-bedingten Einbruch im Rekordtempo gewachsen ist. Andererseits bleibt die Lage am amerikanischen Arbeitsmarkt angespannt. Die US-Notenbank gab in ihrem gestern veröffentlichten Protokoll Hinweise, bereit zu sein, die Geldpolitik gegebenenfalls weiter zu lockern.

An der Wall Street dominierten vor dem heutigen Thanksgiving-Feiertag und dem verkürzten Parketthandel am Freitag Gewinnmitnahmen. Nachdem der Dow Jones Industrial zur Wochenmitte die 30 000er Marke kurzzeitig geknackt hatte, gab das Börsenbarometer um -0.58% auf 29 872.47 Punkte nach. Der S&P 500 verlor lediglich -0.16% und ging bei 3 629.65 Zählern aus dem Handel. An den asiatischen Börsen war hingegen zumeist ein positiver Trend zu beobachten, gestützt durch die nun laufende Amtsübergabe in Washington und die Hoffnung auf einen bald zur Verfügung stehenden Covid-19-Impfstoff. In Tokio notiert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index knapp +1% höher.

Fed signalisiert weiterhin Bereitschaft zu weiteren Lockerungen

Die US-Notenbank (Fed) deutete in ihrem gestern veröffentlichten Protokoll (FOMC Minutes) des letzten Zinsentscheids vom 5. November 2020 an, offen für eine weitere Lockerung resp. eine mögliche Anpassung ihrer Anleihekäufe zur Abfederung der Coronakrise zu sein. Derzeit kauft die Fed monatlich Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Anleihen in allen Laufzeiten im Umfang von USD 120 Mrd. Das nächste und letzte reguläre Treffen des Offenmarktausschusses in diesem Jahr der Fed-Sitzung ist auf den 15./16. Dezember angesetzt.

USA verzeichnen im Q3 Rekordwachstum, aber Konsumstimmung und Arbeitsmarktlage bleiben angespannt

Die US-Wirtschaft hat im dritten Quartal den Corona-Schock wieder wettgemacht. Revidierten Angaben des Handelsministeriums in Washington zufolge wies die weltgrösste Volkswirtschaft eine auf das Jahr hochgerechnete Wachstumsrate von +33.1% aus, womit die vorherige erste Schätzung bestätigt wurde. Im zweiten Quartal war das US-BIP infolge des «Lockdowns» annualisiert um -31.4% eingebrochen. Angesichts der anhaltend starken Ausbreitung der Pandemie in den Vereinigten Staaten dürfte sich das Wirtschaftswachstum aber wieder deutlich verlangsamt haben. Zu spüren bleibt die Krisensituation in den USA vor allem auch bei der Konsumentenstimmung und auf dem Arbeitsmarkt. So trübte sich das Verbrauchervertrauensbarometer der Universität Michigan im November um knapp fünf Punkte gegenüber dem Vormonat auf 76.9 Zähler ein. Gleichzeitig nahm die Anzahl Personen, die erstmals einen Antrag auf Arbeitslosenunterstützung stellten, in der vorigen Woche um 30 000 auf 778 000 Anträge zu. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 730 000 gerechnet. In der Woche bis 7. November erhielten nach Angaben des Arbeitsministeriums rund 20.5 Mio. Amerikaner eine Form von Arbeitslosenhilfe. Ein Jahr zuvor waren es in der gleichen Woche nur 1.5 Mio. Menschen gewesen.

EZB vor Aufhebung des Dividenden-Moratoriums?

Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte ihre während der Coronakrise ausgerufene Empfehlung an alle Banken im Euroraum, keine Dividenden auszuschütten und auf Aktienrückkäufe zu verzichten, per Ende Jahr aufheben, berichtete die Financial Times unter Berufung auf Quellen innerhalb der Notenbank.

EZB-Vizepräsident begrüsst die Nomination von Janet Yellen

Luis de Guindos, die Nummer Zwei bei der EZB, meint, die Nominierung der ehemaligen US-Notenbankchefin Janet Yellen zur künftigen US-Finanzministerin durch den designierten US-Präsidenten Joe Biden sei eine gute Nachricht für die amerikanische Wirtschaft, aber auch für die Weltwirtschaft. Yellen muss aber wie die anderen vorgeschlagenen zukünftigen Regierungsmitglieder der Administration Biden im US-Senat bestätigt werden. Die 74-jährige Yellen leitete bereits als erste Frau in der Geschichte die US-Notenbank und würde auch diesmal als erste Frau an der Spitze des US-Finanzministeriums stehen.

EU-Kommissionspräsidentin dämpft Hoffnungen im Brexit-Poker

Ursula von der Leyen betonte, dass die Europäische Union sehr gut auf ein «No-Deal»-Szenario vorbereitet sei und dämpfte damit die jüngst wieder verstärkten Hoffnungen auf ein bilaterales Abkommen zwischen der EU und Grossbritannien nach dem Brexit. Die EU werde aber alles in ihrer Macht Stehende tun, um doch noch zu einer Einigung zu kommen, so die EU-Kommissionschefin. Die Zeit drängt aber immer mehr, da einzelnen EU-Länder ein Abkommen noch ratifizieren müssen, bevor es in Kraft treten kann.

Wirtschaftskalender 26. November
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEGfK-Konsumklima (Dezember) -3.1
08:45FRVerbrauchervertrauen (Nomveber) 94.0
10:30EZEZB-Protokoll  

 

Unternehmenskalender 26. November
LandUnternehmenPeriode
GBAvivaQ3

 

Quelle: BondWorld.ch