LGT

LGT Navigator: Gewinnsaison nimmt in Europa nochmals Fahrt auf

LGT Navigator: Im Zentrum des Anlegerinteresses steht auch in dieser Woche vor allem die laufende Unternehmensberichtssaison …

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


LGT Navigator


Nachdem der Reigen an Quartalsberichten mit starken Ergebnissen der US-Techwerte Apple, Alphabet und Amazon letzte Woche einen Höhepunkt erreicht hat, stehen in den nächsten Tagen vor allem europäische Blue-Chips im Mittelpunkt, darunter Oerlikon, Bayer (Dienstag), Allianz, BMW (Mittwoch), Adecco, Siemens oder Adidas (Donnerstag). Mit Interesse dürften zum Wochenauftakt auch die neusten Umfrageergebnisse des Einkaufsmanagerverbandes ISM zur Verfassung des US-Industriesektors verfolgt werden.

Die chinesische Industrie bleibt auf Erholungskurs. So ist der privat erhobene Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex im Juli auf 52.8 Punkte gestiegen (Juni: 51.2) und hat sich damit stärker als erwartet verbessert. Es handelt sich zudem um den grössten Wachstumssprung seit Januar 2011. Vergangene Woche war bereits der offiziell erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) des chinesischen Statistikamtes deutlich besser als erwartet ausgefallen.

Die asiatischen Börsen starten gemischt in die neue Woche. Der Shanghai Composite gewinnt am Montag +1.3%. In Tokio klettert der Nikkei +2%. In Hongkong verliert der Hang Seng Index dagegen -0.9%.

Microsoft bekundet Interesse an TikTok

Der US-Technologiegigant Microsoft hat am Sonntag bestätigt, am amerikanischen Geschäft der Videoplattform Tiktok interessiert zu sein. Ziel sei es, mit dem chinesischen Tiktok-Eigentümer ByteDancebis zum 15. September einen Deal zu vereinbaren. Damit könnte das von Präsident Donald Trump angedrohte Verbot der beliebten App womöglich doch noch verhindert werden.

Trumps Versuchsballon hebt nicht ab

US-Präsident Donald Trump hat mit seinem Vorschlag, die Präsidentenwahl im November aufgrund der dramatischen Corona-Krisensituation in den USA möglicherweise zu verschieben, massive Kritik auch aus republikanischen Reihen geerntet. Am Freitag ruderte Trump dann wieder zurück und bekräftigte, am verfassungsmässigen Wahltermin am ersten Dienstag im November festhalten zu wollen. Der Präsident verteidigte sich aber und kritisierte seinerseits, dass aufgrund der Pandemie viele Wähler zur brieflichen Wahl gezwungen sein könnten.Diese sei betrugsanfällig und könnte zu langen Verzögerungen führen. «Ich will nicht drei Monate warten müssen und dann herausfinden, dass alle Wahlzettel fehlen und die Wahl bedeutungslos ist», so Trump. Wie so oft scheint Trump mit einer Provokation abzuwägen, wie weit er gehen kann ­ im «Land der unbegrenzten Möglichkeiten».

Stimmung der Amerikaner trübt sich wieder ein

Das Verbrauchervertrauen hat sich in den USA gemäss den finalen Umfrageergebnissen der Universität Michigan im Juli wieder deutlich eingetrübt. Das Stimmungsbarometer fiel dabei von 78.1 Punkten im Juni auf 72.5 Zähler zurück, knapp über dem im April verzeichneten Achtjahrestief. Der Erwartungsindex fiel auf das im Mai registrierte Sechsjahrestief zurück.

Dramatischer Wirtschaftseinbruch im Euroraum

Wie in den USA ist auch die Wirtschaft in der Eurozone während des zweiten Quartals aufgrund der Corona-Krise massiv eingebrochen. Das Bruttoninlandsprodukt brach in den Euroländern um -12.1% im Quartalsvergleich ein ­ der stärkste Konjunktureinbruch seit Beginn der Datenreihe 1995. Bereits im ersten Quartal war die Wirtschaftsleistung im Euroraum um -3.6% zurückgegangen, womit nach Lehrbuch bereits von einer Rezession gesprochen wird.

In Deutschland, der grössten europäischen Volkswirtschaft, war das BIP im Q2 um -10.1% eingebrochen – das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen Berechnungen im Jahr 1970. Auch die französische Wirtschaft ist im zweiten Quartal aufgrund des corona-bedingten landesweiten Stillstands massiv eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt fiel um -13.8% gegenüber dem Vorquartal (Konsens -15.2%) und damit noch stärker als die deutsche Wirtschaft (-10.1%). Die französische Notenbank geht 2020 von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um -10% aus.

In Italien ist das BIP im Quartalsvergleich um -12.4% gesunken, ebenfalls so stark wie seit Beginn der Erhebung im 1995. Spaniens Wirtschaft erlitt in der Corona-Krise einen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um -18.5% gegenüber dem Vorquartal (Konsens -16.6%) und rutschte damit in die tiefste Rezession in der Geschichte des Landes. Die EU-Kommission geht in ihrer Prognose von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung Spaniens im laufenden Jahr um -10.9% aus.

Euro-Wirtschaft braucht längerfristiges Sicherheitsnetz

Nach Auffassung von EZB-Chefin Christine Lagarde soll die Europäische Zentralbank ihre Konjunkturstützungsmassnahmen bis mindestens Juni 2021 beibehalten, um die Wirtschaft im Euroraum aus der Corona-Krise zu führen. Das Sicherheitsnetz müsse längerfristig wirken. Im Juni hatte die EZB ihr Notfall-Anleihenkaufprogramm (PEPP) um EUR 600 Mrd. auf EUR 1.35 Billionen aufgestockt und die Käufe bis mindestens Ende Juni 2021 verlängert.

Leicht höhere Inflation im Euroraum

Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind im Juli gegenüber der Vergleichsperiode im Vorjahr um +0.4% gestiegen. Volkswirte hatten eigentlich mit einem Rückgang der Teuerungsrate von +0.3% im Juni auf +0.2% gerechnet. Mehr bezahlen mussten Konsumenten im Juli vor allem für Lebensmittel, andererseits sanken die Energiepreise auf Jahressicht um rund -8%.

Wirtschaftskalender 3. August
MEZLandIndikatorLetzte Periode
03:45CNCaixing Einkaufsmanagerindex Industrie Juli51.2
08:30CHVerbraucherpreise Juli (J/J)-1.3%
09:15SPIHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie Juli49.0
09:30CHEinkaufsmanagerindex Industrie Juli41.9
09:45ITIHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie Juli47.5
16:00USAISM Einkaufsmanagerindex Industrie Juli52.6

Unternehmenskalender 3. August
LandUnternehmenPeriode
CHDufryH1

 

Quelle: BondWorld.ch